Hans-Werner Sinn gibt Merkel keinen Rat mehr: „Sie befolgt ihn ja doch nicht“

(Bild: Bildarchiv © Hans-Werner Sinn )
Hans-Werner Sinn (Bild: Bildarchiv © Hans-Werner Sinn )

Der ehemalige Chef des Münchner ifo Instituts, Hans-Werner Sinn wird der Kanzlerin keinen Rat mehr geben. Die Fakten- und Realitätsresistenz Merkels scheint den renommierten Wirtschaftswissenschaftler zu der Aussage getrieben haben: „Sie befolgt ihn ja doch nicht“

Hans-Werner Sinn warnt die Bundesregierung vor einer europäischen Transferunion. Der emeritierter Präsident am ifo Institut und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München sagte laut dem Focus gegenüber dem Münchner Merkur: „Die Transferunion, die der Euro nun erzwingt, wird indes zu sehr viel Unfrieden und Ärger in den nordischen Ländern führen.“ Als warnendes Beispiel führt er Spanien an: „Was passieren kann, sehen Sie an der spanischen Transferunion. Wer diesen Weg beschreitet, schafft Katalonien im Quadrat und bringt die AfD an die Macht.“

Sinn spricht sich zudem gegen eine Große Koalition aus und befürwortet eine Minderheitsregierung. In einer Großen Koalition wüssten die Verhandlungspartner, dass die Kanzlerin im eigenen Parlament eine Mehrheit hätte und könnten sie so leichter zu Kompromissen nötigen. Sinn erklärt: „Wenn aber klar ist, dass sie nur die Chefin einer Minderheitsregierung ist und sich erst noch eine Mehrheit im Parlament suchen muss, müssen die Verhandlungspartner vorsichtiger sein.“

Einen direkten Rat an Angela Merkel habe er in Fragen der Wirtschafts- und Europapolitik jedoch nicht, so der Merkur weiter. Er gebe der Kanzlerin nicht mehr gerne einen Rat. „Sie befolgt ihn ja doch nicht“, so der Ökonom. (SB)

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