Dank Angela Merkel – die Renaissance der italienischen Faschisten

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Simone Di Stefano - Kandidat der CasaPound Italia (screenshot Twitter)

Dank der von Angela Merkel und der Eurokraten in Brüssel gewollten hunderttausendfachen illegalen, hauptsächlich muslimischen, Einwanderung auf den europäischen Kontinent, schaffen es auch längst überwunden geglaubte faschistische Bewegungen, wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu gelangen und Anhänger um sich zu scharen. In Italien macht im Augenblick die CasaPound von sich reden, eine neofaschistische Grassroot-Gruppe und Partei, die im Migrantenbezirk Esquilino in Rom durch die Straßen patrouilliert.

von Marilla Slominski

Als die Nacht in der Nähe der Piazza Vittorio hereinbricht, steht eine Menschenmenge auf der Straße, die schweigend italienische und blutrote mit einem schwarzen Schildkröten-Emblem verzierte Flaggen schwenkt. Die Schildkröte ist das Symbol für die Bewegung, die keinen Hehl aus ihren Überzeugungen macht: sie seien »weder links noch rechts«, sondern schlicht »fascista«.

Simone Di Stefano ist der Spitzenkandidat der Casa Pound Italia. Er lebt mit seiner Tochter und 12 anderen Familien in einem Haus unweit des römischen Hauptbahnhofs, welches sie im Jahr 2003 aus Protest gegen den Mietwucher besetzten und das jetzt als Parteizentrale dient. In mehreren Regionen stellen sie die Gemeinderäte, hauptsächlich dank ihrer Basisarbeit für die Armen.

Inzwischen hat die Partei in ganz Italien 5000 Mitglieder und kam bei der Wahl in der römischen Vorstadt Ostia auf zehn Prozent der Stimmen. Die Bewegung schickt italienweit Kandidaten ins Rennen – und hat gute Chancen, bei der Wahl am 4.März die 3-Prozent-Hürde zu überspringen.

In der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone leben nach der Finanzkrise von 2008 immer noch Millionen italienische Bürger in Armut und die Spannungen sind hoch.

„Die Italiener können nicht mehr friedlich in dieser Gegend herumlaufen, denn alle Ausländer, die ankommen, landen hier“, sagt ein führendes Mitglied der CasaPound, der 35-jährige Carlomanno Adinolfi gegenüber The Local.

Seit 2013 sind fast fast 700.000 Migranten an den italienischen Küsten angekommen, das Thema „Flüchtlinge“ beherrscht den Wahlkampf. Nach Schätzungen der Behörden leben 500.000 illegale Einwanderer in Italien. Viele sind verarmt, obdachlos, arbeitsunfähig und nicht integrierbar. Durch die damit verbundene Kriminalität und Spannungen erleben rechtsextreme Gruppierungen einen Aufschwung in Italien.

Eine Woche vor den Wahlen führt das Mitte-Rechts Bündnis des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in den Umfragen (jouwatch berichtete). Laut Umfragen, die in den italienischen Medien veröffentlicht wurden, wird jeder fünfte italienische Wähler am 4. März für eine rechte Partei stimmen.

„Ich fühle mich nicht mehr sicher, und traue mich nicht mehr, abends alleine nach Hause zu gehen“, sagt Giuliana, eine 48-jährige Esquilino-Bewohnerin, die ihren Nachnamen nicht nennen will – ein Satz, der inzwischen durch ganz Europa schallt. „Ich bin nicht gegen Ausländer, ich will nur, dass die Einwanderung kontrolliert wird. Diejenigen mit Vorstrafen sollten rausgeschmissen werden, aber unser Staat kümmert sich nicht darum“, fährt sie fort.

Auf der anderen Seite von Rom veranstaltet CasaPound auf einem Gutshof ein kleines Fest, auf dem trotz Regens Nudelgerichte für die Einheimischen zubereitet werden.

„Durch die Hilfe, die wir anbieten, haben wir Freunde gefunden“, sagt CasaPound-Mitglied Alessandro Calvo. „Also haben wir beschlossen, eine kleine Party zu schmeißen, um diese Freundschaft zu feiern.“

Calvo sagt, sein Netzwerk von Mitgliedern verteilt Lebensmittel aus Spenden, bietet kostenlose rechtliche Unterstützung von Freiwilligen und organisiert Gemeinschaftsaktivitäten für bedürftige Italiener, um die man sich bei CasaPound kümmert.

Die Zahl der Italiener, die in absoluter Armut leben, erreichte laut dem nationalen Statistikinstitut (Istat) im Jahr 2016 4,7 Millionen – rund zwei Millionen mehr als zu Beginn der Krise im Jahr 2008.

Alessandro Calvo berichtet, dass sich ihnen eine wachsende Anzahl von Familien zuwenden.

„Ich bin arbeitslos. Ich warte darauf, Leistungen zu erhalten, was in Italien ein langer Prozess ist, und ich hatte absolut nichts mehr“, sagte Ana Maria, eine 38-jährige Mutter, die ebenfalls ihren Nachnamen nicht preisgeben will.

„CasaPound gibt mir Essenspakete und organisiert Veranstaltungen für unsere Kinder“, sagt sie und wischt sich die Tränen weg.

„Es ist wirklich wichtig, sie schaffen ein Gemeinschaftsgefühl, das verloren gegangen ist.“

Paola Menegat, eine lokale Putzfrau, sagt, sie und andere erhielten Hilfe und Rat von CasaPound. Jetzt ist sie eine Aktivistin für die Party. In ihrem Kreis „waren wir ursprünglich zu viert hier, um mit CasaPound zu arbeiten. Heute könnten wir ein Komitee mit über 50 Leuten eröffnen“, sagt sie.

CasaPound ist wie eine „Familie“ für sie, fügt sie hinzu. „Wenn du vom Staat verlassen wirst, musst du die Kraft finden, alleine zurecht zu kommen“, sagt sie. „Mit CasaPound bist du nie allein.“

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