Wird Cicero nun auch zum AfD-Diffamierungsmedium?

(Bild: AfD Sachsen-Anhalt)
André Poggenburg , Chef des Landesverbandes Sachsen-Anhalt (Bild: AfD Sachsen-Anhalt)

Cicero war lange Zeit eines der wenigen herkömmlichen Medien mit dem Bemühen um fundierte Information und Meinungsbildung. Das scheint sich nun zu ändern: Im Newsletter vom 20.2. kritisiert Chefredakteur Schwennicke nicht nur die gewiss kritikwürdige Aschermittwoch-Rede Poggenburgs in exzessiver Weise, sondern fingiert gleich die AfD insgesamt in die rechtsextreme Ecke.

Von Peter Wörmer

Das fängt gleich mit Vorspann und Überschrift an: „Maske verrutscht“. Damit suggeriert Schwennicke, nun komme hinter der „Maske“ der AfD ihr wahres schlimmes Gesicht a la Poggenburg zum Vorschein. Er suggeriert zu diesem Zweck auch, dass es sich bei der Veranstaltung in Pirna um die offizielle, repräsentative Aschermittwoch-Veranstaltung der Partei gehandelt habe – was eben nicht stimmt.

Bei Youtube – Aschermittwochsreden erhielt Poggenburg 15 000 Klicks, AfD-Bundessprecher Meuthen aber 66 000.

Schwennicke berücksichtigt auch nicht, dass Poggenburg nur ein AfD-Politiker der zweiten Reihe ist. Weder er noch der in ähnlichem Zusammenhang gern zitierte Höcke gehören dem Bundesvorstand oder dem Bundestag an, und in Sachsen-Anhalt hat er Probleme. Schwennicke schreibt im Vorspann: „Die Reaktion der Partei blieb weitgehend aus, und diese Stille spricht Bände.“ In Wirklichkeit hat sich der Bundesvorstand unverzüglich einstimmig distanziert und Poggenburg energisch gerügt. (Später im Artikel kommt das dann teilweise vor.) Schwennicke spricht von der dritten Mutation der AfD – „nach der Lucke- und der Petry-Partei“. Dies zeigt, dass er auch insofern nichts verstanden hat. Luckes und Petrys Scheitern hatte beweisbar mit ihrem Mangel an kooperativer Führungsfähigkeit zu tun, den sie natürlich gern als Richtungsstreit dargestellt haben.

Aber wenn man diffamieren will, spielen solche ,Einzelheiten‘ natürlich keine Rolle.

Schwennicke schreibt: „Mit dieser Rede hat Poggenburg und damit die AfD insgesamt den Boden dessen verlassen, was man früher einmal die freiheitlich-demokratische Grundordnung nannte.“ Geht es noch plumper? Welch ein Blödsinn!

Damit erhebt der Autor Poggenburg – zusätzlich zu den Unterstellungen zu dessen Rede – zum Führer einer Führerpartei, der der Partei zu sagen hat, wo es langgeht. Das ist zu absurd, als dass man sich zumuten könnte, darauf ernsthaft einzugehen.

Schwennicke scheut auch vor direkten Fälschungen nicht zurück: Um Nazi-Nähe zu suggerieren schreibt er: „Mit der Anrede „Kameraden“ hob er an, vor einem Saal prall gefüllt mit Patriotismus, wie er fortfuhr.“ Tatsächlich begann Poggenburg mit „Liebe Freunde, liebe Kollegen, liebe Kameraden, von mir aus auch werte Genossen – so wie es heute jeder braucht und will“. Eine besonders infame Unterstellung leistet sich Schwennicke mit Folgendem: „Jedem das … (Kunstpause) … was ihm gebührt“, rief Poggenburg dem gescheiterten SPD-Vorsitzenden hinterher und weckte dabei Assoziationen zu dem Ausspruch „Jedem das Seine“. Die Nationalsozialisten hatten über dem Eingang des Vernichtungslagers Buchenwalde ein Schild mit der Aufschrift angebracht.“ Auf der Basis von Fälschung und Unterstellung gelangt der Autor dann zu dem Schluss, die Rede sei mit „Nazi-Anspielungen gespickt“ gewesen.

Mit der Gleichstellung von Poggenburgs „rhetorischem Attentat“ mit islamistischem Terror krönt Schwennicke seine Ausführungen.

Natürlich sind „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ als Bezeichnungen für Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund total inakzeptabel. Aber mit gutem Willen kann man diese Worte beschränkt auf jene Migranten beziehen, die sich deutschfeindlich exponieren, und eben nicht auf all jene, die hier integriert leben, nicht auf Kosten der Steuerzahler, und tatsächlich – nicht nur gemäß Politiker-Lügen – das Land bereichern. Diejenigen, die sich deutschfeindlich exponieren – z.B. Deutsche als  „Köterrasse“ bezeichnen, Deutschland in ein Mutikulti-, letztlich islamisches Siedlungsgebiet umwandeln wollen -, die sich dagegen wenden, dass sich Deutsche dieses Land trotz allem als Heimat erhalten oder wiederherstellen wollen, können natürlich Bio-Deutsche und integrierte Migranten wütend machen. Und diese Wut ist durchaus legitim und der wütende Gegenangriff in der Öffentlichkeit auch. Als sich das Bundesverfassungsgericht noch unbeschränkt für Bürgerrechte engagierte, hat es ein Recht auf publizistischen Gegenschlag festgestellt (1.Senat, 25.1.61, http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv012113.html)

Am Rande: Warum regen sich stets so viele Leute über Sprüche einzelner AfD-Leute auf und nicht gleichermaßen über Ergüsse der anderen Seite, z.B. Beleidigungen gegen AfD-Politiker – Weidel „Nazischlampe“ – und AfD-Wähler – „Pack“ – oder antideutsch-rassistische Hassausbrüche wie von Yüksel, der das Aussterben der Deutschen preist und den man als Star feiert? Er ist prominenter ,Welt‘-Journalist. Wer greift die ,Welt‘ deswegen an?

Die AfD bleibt die einzige realistische, freiheitlich-konservative, patriotische, keineswegs nationalistische, verfassungstreue Alternative zu den Altparteien, zu Merkel & Co mit ihrem Untergangskurs. Da wird man über das eine oder andere, das einen stört, hinwegsehen müssen.

 

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