„Bevor die Scharia alles verdarb“

(Bild: Screenshot FB "Before sharia spoiled everything)
Eine Facebookseite, die zeigt, was der Islam aus Gesellschaften macht (Bild: Screenshot FB "Before sharia spoiled everything)

Eine iranische Familie in der 70er Jahren beim Badeurlaub, afghanische Frauen im Minirock. Türkische Bäuerin in Anatolien bei der Feldarbeit in den frühen 1940er Jahren – keine der Frauen trägt ein islamisches Kopftuch. Die Facebookseite „Before Sharia Spoiled Everything“ – „Bevor die Scharia alles verdarb“ – zeigt beeindruckende Bilder aus der arabischen Welt bis hinein in die 1980er Jahre und gibt Einblick in eine Zeit, bevor der politische Islam dort über die Menschen kam und diese ins Mittelalter zurückwarf.

Es sind beeindruckende Bilder, die die Initiatoren der öffentlichen Facebookseite „Before Sharia Spoiled Everything“ zusammen getragen haben. Noch bis in die 1980-Jahre hinein sah das Straßenbild in Ländern wie Iran, Afghanistan, Ägypten oder auch der Türkei anders, freier aus und war von westlichen Ländern kaum zu unterscheiden. Seither hat sich der politische Islam wie ein Krebsgeschwür über diese Länder gelegt und treibt durch scharia-konform verhüllte Muslimas und geradezu wuchernde Moscheenbauten die Metastasen in unsere europäischen Gesellschaften hinein.

Das verlogene Narrativ der Islamisten und der regressiven Linken

Der 2017 durch einen  Schweizer und zwei Deutsche mit türkischen Wurzeln gegründete Facebookgruppe geht es laut dem Magazin 20min darum, das Andenken an diese ehemals offenen Gesellschaften im 20. Jahrhundert wach zu halten.

Emrah Erken, Zürcher Anwalt mit türkischen Wurzeln und Gründer der Gruppe, gab gegenüber dem Magazin an, dass seiner Erfahrung nach unter Europäern eine große Unwissenheit über den früheren säkularen Alltag in muslimischen Ländern herrsche. „Viele wissen ein wenig darüber Bescheid, aber glauben dem Narrativ der Islamisten und der regressiven Linken, wonach der Säkularismus in der muslimischen Welt einer reichen Elite vorbehalten gewesen sei. Das stimmt nicht einmal heute“, so Erken. Deshalb, so Erken gegenüber 20min, poste er am liebsten kopftuchfreie Bauernmädchen vom Lande, Fabrikarbeiterinnen und andere gewöhnliche Bürger.

Das gemischte Gefühl von „Islamwissenschaftlern“

Dieses hoch interessante und wichtige Anliegen wird von angeblich berufener Seite torpediert. So sieht die Islamwissenschaftlerin Helena Rust von der Universität Zürich die Seite „Before Sharia Spoiled Everything“  mit „gemischten Gefühlen“. Es sei durchaus sinnvoll, Europäern zu zeigen, dass in muslimischen Ländern eine andere Realität möglich war. Problematisch indes findet die angebliche Expertin jedoch, dass die nostalgischen Bilder von westlich gekleideten Menschen implizieren, dass man säkulares Gedankengut nur unterstützt, wenn man kein Kopftuch trage. Das sei „Schwarzweissdenken“, das nur an der Kleidung festgemacht werde, so Rust laut dem Magazin.

Emrah Erken begegnet der Dame mit den „gemischten“ Gefühlen mit den nachfolgenden Worten und stellt gegenüber seinen mittlerweile über 9.000 Gruppenmitgliedern dar:

Liebe Gruppenmitglieder

In der gestrigen Berichterstattung von „20 Minuten“ über unsere Gruppe wurde eine Doktorandin an der Universität Zürich zitiert, die gemäss eigenen Angaben gemischte Gefühle über unsere Gruppe habe. Frau Helena Rust soll Folgendes gesagt haben:

«Die nostalgischen Bilder von westlich gekleideten Menschen implizieren, dass man säkulares Gedankengut nur unterstützt, wenn man kein Kopftuch trägt. Das ist Schwarzweissdenken, das nur an der Kleidung festgemacht wird.»

Dazu möchte ich mich wie folgt äussern:

Das islamische Kopftuch oder die noch extremeren Bekleidungsformen für Frauen bezwecken eine gesellschaftliche Trennung von Männern und Frauen zwecks Gewährleistung der in der Scharia verankerten Sexualmoral. In Erfüllung dieser Sexualmoral und dieser Vorschriften wird ein gottgefälliges Leben geführt. Regelmässig wird ein solches gottgefälliges Leben zusätzlich von anderen Regeln der Scharia bestimmt. Es kann ausgeschlossen werden, dass eine Hijabträgerin nur die Kleiderordnung der Scharia einhalten würde andere Gebote hingegen nicht.

Das Unterstützen vom säkularen Gedankengut hingegen bedeutet zumindest eine konzentrierte Zuwendung zu weltlichen und irdischen Dingen. Wikipedia definiert den Säkularismus wie folgt: Säkularismus bezeichnet eine Weltanschauung, die sich auf die Immanenz und Verweltlichung der Gesellschaft beschränkt und auf darüber hinausgehende, religiöse Fragen verzichtet.

In Anbetracht dieser Definition kann bei einer Trägerin des islamischen Kopftuchs säkulares Gedankengut in jedem Fall ausgeschlossen werden. Säkulares Gedankengut kann man in der Tat nicht unterstützen, wenn man ein islamisches Kopftuch oder eine noch extremere Form der islamischen Verschleierung trägt.

Dies alles bedeutet allerdings noch lange nicht, dass eine Frau ohne islamisches Kopftuch säkulares Gedankengut hochhalten müsste, oder dass Frauen die islamische Kopftücher tragen, „Islamistinnen“ oder sonst wie „böse“ oder „schlecht“ wären. Diese Annahmen wären falsch und es war nie meine Absicht, mit dieser Gruppe entsprechende Dinge zu suggerieren. Das Nichttragen des islamischen Kopftuchs ist nämlich keineswegs eine Garantie, um eine überzeugte Demokratin zu sein, die hinter den Grundrechten, Gewaltenteilung und Gleichberechtigung der Geschlechter steht. Erdogan beispielsweise hat zahlreiche weibliche Anhängerinnen, die kein islamisches Kopftuch tragen; übrigens auch in Europa! Andererseits gibt es Frauen, die ein islamisches Kopftuch tragen und die gegen Erdogan sind. In dieser Gruppe geht es nicht darum, Frauen ohne Kopftücher als gut und jene mit als böse darzustellen! Wirklich nicht! Es geht viel mehr darum, säkulares Leben zu zeigen und Frauen, die den Hijab tragen, führen nun einmal kein säkulares – d.h. ein den weltlichen Dingen zugewandtes – Leben und halten damit auch entsprechendes Gedankengut hoch.

Damit ist ein sog. „Schwarzweissdenken“ zulässig!