ze.tt über #120db: Wer nicht rechnen kann, kann immer noch schreiben

(Foto: Durch PhotoMediaGroup/Shutterstock
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Die Mainstream-Medien versuchen immer verzweifelter, den Aufschrei von #120db niederzuschreiben. Nadja Al-Khalaf versucht im Zeit-Online-Ableger ze.tt mal wieder so zu tun, als gäbe es kein Problem mit Migrantengewalt in Deutschland.

von Collin McMahon

Erst schreibt Nadja Al-Khalaf in ihrem Beitrag „Die Identitäre Bewegung gibt sich feministisch, um neue Mitglieder anzuwerben“ ausführlich zu den Verbindungen zwischen #120db und der Identitären Bewegung. Dabei muss sie den logischen Spagat machen, dass das Video von #120db fast 90.000 Klicks hat und die Aktionen immer beliebter werden, aber es in diesem Weltbild nur sehr wenige, „rechte“ Frauen sein dürfen, die den Feminismus so gründlich missverstehen: „Da unter den 100 aktiven Mitgliedern der Identitären Bewegung mutmaßlich nur wenige Frauen sind, ist davon auszugehen, dass es sich bei 120dB um eine sehr kleine Gruppe handelt.“

So weit ist es also schon mit dem Mainstream-Journalismus gekommen. „Mutmaßlich“? Es „ist davon auszugehen“, Frau Al-Khalaf? Haben Sie je daran gedacht, die jungen Damen von #120db direkt zu fragen? Haben Sie versucht, jemanden von der Identitären Bewegung zu kontaktieren? Wo haben Sie Ihren Journalismus gelernt?

(„Nach Berufserfahrungen als Buchhändlerin und Sozialarbeiterin und Hospitanzen in einer Lokalredaktion (viele Feuerwehrvereinssitzungen), einer Politikredaktion sowie einem Wirtschaftsressort schreibt Nadja Al-Khalaf als freie Autorin für Print und Online über Politisches und Phänomene in der (sic) Bereichen Kunst und Kultur.“, heißt es auf ihrer Autorenseite.)

Wir haben Frau Al-Khalaf geschrieben und gefragt, ob sie sich denn die Mühe gemacht hat, #120db oder die Identitäre Bewegung zu kontaktieren, bevor sie darüber geschrieben hat. Sie hat uns bisher noch nicht geantwortet. #120db ist jedenfalls keine „sehr kleine Gruppe“ mehr, sonst würde sie nicht darüber schreiben. Laut #120db haben sie 8000 E-Mails von Interessenten erhalten, das Video hat bei Tommy Robinson 1,8 Millionen Aufrufe und die Berlinale-Aktion hat an einem Tag eine Reichweite von 81,500 auf Twitter bekommen.

Frau Al-Khalafs Tätigkeit im „Wirtschaftsressort“ hat uns jedenfalls erstaunt, denn mit Zahlen hat sie scheinbar ihre Probleme. Wenn es darum geht, das zentrale Anliegen von #120db wegzuschreiben, zitiert sie die Polizeiliche Kriminalstatistik:

„Aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes aus dem Jahr 2017 geht hervor, dass Sexualstraftaten nur in 1,7 Prozent aller verzeichneten Fälle von Zuwanderern ausgingen. Als Zuwanderer definiert das BKA Menschen mit dem Aufenthaltsstatus „Asylberechtigter/Schutzberechtigter“, „Asylbewerber“, „Duldung“, „Kontingent- /Bürgerkriegsflüchtling“ und „unerlaubt“.“

Falsch, Frau Al-Khalaf. Setzen. Sechs.

Hier ist die Quelle der von Ihnen zitierten Zahl:

Quelle: Ker­naus­sa­gen „Krimi­nalität im Kon­text von Zu­wan­de­rung“ Be­trach­tungs­zeit­raum: 01.01. – 30.09.2017

Das ist eine Aufschlüsselung aller von „Zuwanderern“ begangenen (aufgeklärten) Straftaten. 1,7% dieser Straftaten sind Sexualstraftaten! Bei 203.900 Straftaten durch Zuwanderer in den ersten drei Quartalen 2017 sind das 3466 Sexualstraftaten, aufs Jahr gerechnet also 4621. Bei 1.310.000 Zuwanderern wären das pro 100.000 Zuwanderer 352,7 Sexualstraftaten im Jahr. 2016 wurden pro 100.000 Deutsche 34,7 Sexualstraftaten begangen.

Quelle: Kriminalität im Kontext von Zuwanderung / Bundeslagebild 2016

„Zuwanderer“ vergewaltigen also 10-mal häufiger als Deutsche.

Während die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 2012 bis 2016 relativ konstant geblieben ist (eine Zunahme um 4% von 36001 auf 37442), hat sich die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit mindestens einem tatverdächtigen Zuwanderer mehr als verfünffacht, von 645 im Jahre 2012 auf 3404 im Jahre 2016. „Zuwanderer“ hatten 2016 laut BKA einen Anteil von 9,1% an den sexuellen Straftätern, obwohl die 2016 im EASY-System registrierten Asylbewerber nur 1,7% der Bevölkerung ausmachen.

Das heißt, in den ersten drei Quartalen 2017 wurden mehr Sexualstraftaten durch „Zuwanderer“ begangen als im gesamten Jahr 2016! Nun wären wir laut PKS aufs Jahr hochgerechnet bei 4621. Das wäre eine Zunahme um 35% gegenüber 2016! Gegenüber dem Jahr 2012 hat sich die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, an denen mindestens ein „Zuwanderer“ beteiligt war, also versiebenfacht! Wenn die Gesamtzahl der Sexualstraftaten sich weiter so entwickelt hat wie in den letzten 5 Jahren hätten die „Zuwanderer“ 2017 einen Anteil von 12%, Frau Al-Khalaf, obwohl sie nur 1,7% der Bevölkerung ausmachen.

 

Liebe Frau Al-Khalaf, liebe „Zeit“: WARUM IST IHNEN DAS EGAL???

 

Aktualisierung 22.2.2018: Nach dem Erscheinen dieses Artikels musste „ze.tt“ gestern die falschen Angaben ändern. Nun steht im Artikel: „Aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes (BKA) aus dem Jahr 2017 geht hervor, dass nur 1,7 Prozent aller verzeichneten Straftaten von Zuwanderern Sexualdelikte waren.“ Der tatsächliche Anteil von Migranten an Sexualstraftaten (9,1%) wird jetzt mit keinem Wort erwähnt. Dass damit dem Argument des ganzen Artikels, nämlich dass die jungen Damen von #120db „rechtsextreme Rassisten“ wären, die sich künstlich aufregen, der Boden entzogen wird, scheint die ze.tt-Redaktion nicht zu interessieren. Aber wenn man einem Lügengebäude die zentrale Lüge entzieht, bricht es in sich zusammen wie ein Kartenhaus, liebe ze.tt-Redaktion. Eine Richtigstellung oder gar eine Entschuldigung haben sie natürlich nicht eingefügt.

 

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„Die vulgäre Analyse“ über die PKS:

 

Collin McMahon ist Autor und Übersetzer. Er schreibt ein Buch über Donald Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint. Hier kann man ihn unterstützen. Der Autor distanziert sich von allen rassistischen und beleidigenden Kommentaren.