„Merkel muss weg“-Demo in Hamburg: (Anti)-FA marschiert

Wenige Mutige machen immer den Anfang. Die Demonstranten und ihre "gefährliche" Parolen. (Bild: © Volker Kleinophorst)

DAS WICHTIGSTE VORWEG: AUCH AM KOMMENDEN MONTAG DEM 26. 2. WIRD UM 19 UHR AM GÄNSEMARKT GEGEN DIE POLITIK VON ANGELA MERKEL UND CO. DEMONSTRIERT.

 

Wer in Hamburg etwas gegen Angela Merkels Politik hat, zieht sich den Zorn der FA zu, den Straßenschlägern der aufrechten Demokraten. Denn wer aufmuckt, kriegt auf den Hut. jouwatch vor Ort.

VON VOLKER KLEINOPHORST

Die FA, die Straßenkampftruppe der demokratischen Parteien, die sich so gerne „selbsternannt“ und vollkommen unberechtigt mit einem Anti zu legitimieren meint, zeigte in Hamburg am gestrigen Abend wieder das Dummheit und Gewalt Zwillinge sind.

Denn man demonstriert ja hier gegen Menschen die finden „Merkel muss weg“. Das ist mittlerweile auch „Nazi“. Kontakt mit den Gegendemonstranten lässt sich nicht vermeiden. Man muss an denen vorbei, wenn man auf den Gänsemarkt möchte, wo die „Merkel muss weg“-Demo stattfindet.

Wie man links sieht, auch „Bürger mit Migrationshintergrund“ demonstrieren gegen Merkel. (Bild: © Volker Kleinophorst)

Aber von Anfang an:

Der Gänsemarkt ist zu. Überall Polizeiabsperrung. Hunderte Polizisten, Wasserwerfer (Sollen doch im Winter gar nicht benutzt werden. Die Berufsdemonstranten der FA frieren doch so leicht), Mannschaftswagen. Das volle Brett. Viel junges Volk mit klassischen Antifa-Outfit, „Niemand ist Illegal“-Shirts, Aufnähern. Alle glotzen auf ihre Smartphone. Generation Twitter holt sich neuste Tipps für die Nazijagd. Schwarze Klamotten. Aber die trag ich auch. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich Angst hätte, haben müsste, aber ich bin auch keine zarte Frau, wie die Initiatorin der „Merkel muss weg“-Demo in Hamburg Uta Ogilvie, die als ‚Frau mit dem pinken Schild „Merkel muss weg“’ genauso schnell bekannt wie bedroht wurde.

Die erste Polizeisperre. Und ein dummer Fehler:

„Ich bin Journalist, ich möchte da durch.“

Natürlich will er den Presseausweis sehen. Ich hab schon lange keinen mehr, weil man den früher eigentlich nie brauchte. Die Zeiten sind vorbei.

Nun muss ich ja einräumen, keinen zu haben.

„Dann können Sie hier nicht durch.“

„Nun ich bin ja nicht nur Journalist, ich bin ja auch Bürger.“

„Ja aber sie haben ja gesagt, sie sind Journalist, haben keinen Presseausweis. Da kann ich sie nicht reinlassen.“

Ganz gefährliche Omi. (Bild: © Volker Kleinophorst)

Ein Angebot ich hole mal ein paar meiner Artikel aufs smartphone… Die Sache war verfahren, ich in Eile, also lies ich ihn stehen. Nun bin ich ja kein Gegner der Polizei, aber solche Erlebnisse behindern bei mir eine positive Grundeinstellung zu den Ordnungskräften extrem. Was haben die für ein Problem mit mir? Weder wirkte ich wie ein Attentäter noch wie ein Krawallmacher.

Doch irgendwie schien ich der Feind zu sein. Auch von den Fünfen drum herum, keiner der mal sagt: Mach mal halblang Kollege. Man hatte das Gefühl, die Demo macht die Probleme und nicht die Krawall-FA, die mit fast 800 Mann angetreten ist, den Zugang zu behindern und die Demonstration zu verhindern. Die selbsternannten Antifaschisten als Merkels Schlägertruppe.

Dummerweise hat die Polizei hat den Zugang zur Demo ziemlich kompliziert gemacht, das etliche Demonstranten nicht wussten, wie sie auf den Platz zu den anderen Demonstranten kommen sollten. Man steht also mitten zwischen Antifa-Sympathisanten und guckt blöd.

Was zu absurden Situationen führt. Eine ältere Dame ließ sich auf eine Diskussion ein, mit einer jüngeren „Flüchtlingsmutti“. Die keifte auf die alte Frau ein, „was sie denn gegen Ausländer hätte“. Während die Dame versuchte sachlich zu antworten, geriet die so gar nicht nett rüberkommende Gutmenschin immer mehr in Rage geriet. Die alte Dame: „Sie müssen nicht so schreien.“ „Keifi“: „Wissen sie, wer im Bus für alte Leute aufsteht. Die jungen Muslime.“ Dass die nur für ältere Muslime aufstehen, verschweigt sie geflissentlich, behauptet aber lautstark zwei Flüchtlinge aufgenommen (nicht finanziert) zu haben und das solle jeder tun.

Besorgte Bürger mit Rückgrat (Bild: © Volker Kleinophorst)

Ich geh eine Schritt nach vorn: „Ja, die Muslime benehmen sich wirklich vorbildlich. Das sind die Besten. Die Welt sollte muslimisch werden.“ „Keifi“ schaut irritiert.

Ich verwickle die ältere Dame in ein Gespräch und beuge mich vor: „Sind sie wahnsinnig hier auf deren Seite des Absperrgitters mit denen zu diskutieren?“ „Weiß ich jetzt auch.“ Wir trollen uns.

Und ich erlebe eine echte Überraschung. Als ich auf eine Polizisten zutrete und sag: „Ich will da rein“ antwortete der: „Da kam vorhin über Funk ein Deutscher ganz in Schwarz, schwarze Lederjacke, rote Tasche, gibt sich als Journalist aus. Nicht reinlassen.“

Die haben ja wirklich alles im Blick.

Langsam wird es dunkel. Auf dem Gänsemarkt kann man hinter viele Polizeiwannen ein paar Leute erkennen. Wie sie sehen, sehen sie nichts. In Mitten der FA möchte ich dann die Demo doch nicht verbringen. Neuer Versuch:

Mittlerweile komme man eh nur noch an einer Stelle durch, erfahre ich. Da oben ist die präzise Information. Da oben haben sich FA und Polizei in ordentlicher Mannstärke gegeneinander aufgebaut, als ich in den Gebrüll frage „Und wo geht’s nun rein“ zieht man mich ziemlich rüde hinter eigenen Linien, wohl um mich aus der Gefahrenzone zu bringen, bevor die FA merkt da ist ein „Feind“.

Man übergibt mich zwei freundlichen Jungpolizisten, von denen ich erst dachte, die würden mich, die Fototasche kontrollieren. Sie geleiten mich aber nur zur Demo auf der Mitte des Platzes und entschuldigten sich das sie aufpassen müssten, wen sie auf den Gänsemarkt lassen. Nach einer halben Stunde draußen unter FA habe ich dafür vollstes Verständnis.

Genau wie ich mir lebhaft vorstellen kann, dass dieser Hass, diese Aggressivität, Menschen, die auch denken „Merkel muss weg“, abhält ebenfalls zu kommen.

Bei der Demo angekommen, stehen da vielleicht 250 Menschen einige halten Schilder hoch mit „Merkel muss weg.“

Auf keinem einzigen Schild wird gegen Ausländer gehetzt, es geht einzig und allein um Merkels Politik und deren Folgen.

Was die FA dazu zu grölen hat und was ja auch der Tenor der Lügenpresse ist: „Kein Recht auf Nazi-Propaganda“.

Unten tobt der FA-Mob, im Vapiano wird getafelt. (Bild: © Volker Kleinophorst)

Doch niemand hat mir beantworten können, was Nazi sein soll an der Forderung die Regierungschefin in einer Demokratie möge zurücktreten. Die Argumentation auch Nazis würden das fordern, deswegen müsse man prinzipiell gegen alles sein, was sich hinter „Merkel muss weg“ verbirgt, kann ich wirklich nicht ernst nehmen.

Dann hatten die „Gegendemonstranten“ noch die Schallplatte „Nazis raus“ und „Haut ab“ in der FA-Jukebox. Das wars.

Drinnen, eingekesselt, weil beschützt vor Hass und Fanatismus durch die Polizei, kam man sich vor wie auf einer Insel, die nur mühsam „durch Grenzen“, davor bewahrt wird, gestürmt und niedergemacht zu werden.

Die Demonstration ist als Schweigemarsch konzipiert und so tragen die Leute ihre Plakate und man unterhält sich. Ich habe einige Leser getroffen.

Die Leute eher älter, nicht wenige Frauen, einige so gar sehr betagt. Naziflair hat keiner. Durchschnittsbürger. Kein Einziger optisch als Neo-Nazi auszumachen. Keine „Glatzen“… Einen gewissen bürgerlichen Trotz, sich hier nicht unterbuttern zu lassen, kann man spüren.

Ich unterhalte mich mit zwei 20jährigen, die schon gar nicht mehr wissen, wie ein Deutschland ohne diese alltäglichen Multikultikonflikte gewesen ist. „In meiner Klasse waren 10 streng gläubige Muslime. Immer wollen sie einem vorschreiben, was man zu tun hat. Auf der Abschlußfahrt in der Berufsschule sollte kein Alkohol getrunken werden, wegen der Muslime. Wer ist dann hinterher besoffen aufgefallen. Aber ihre Regeln gelten für sie selbst nicht. Sie wissen wann Allah nicht guckt.“ Er grinst mich an.

Weil es keine Redner gibt, ist es ziemlich ruhig auf der Demo. Nur ab und an, wenn das Geschrei der Freiheitskämpfer von Merkels Gnaden zu nervig wird, keilt man mal mit markigen „Merkel muss weg“ zurück.

Ansonsten drückt man sich gegenseitig die Daumen, dass die FA nicht doch noch durchdringt. Den Absperrgittern dürfe man sich nicht nähern, so die Polizei. Da könnten Steine geworfen werden.

Ein Ehepaar ist sichtlich bestürzt, wie da der Mob tobt. Sie zeigt auf den schwarzen Block: „Die würden und zusammenprügeln wenn sie könnten. Die dahinten sehen ganz schön gefährlich aus.“ Ihr Mann: „Wenn die Polizei nicht wär, könnten wir hier nicht stehen. Wer nicht Leib und Leben riskieren will, geht denen besser aus dem Weg.“

Absurdistan 2018: Die FA, die sonst immer gegen alles aufmarschieren dem sie das Etikett Bonze ankleben können, verhindert das gegen die Bonzin aus Berlin demonstriert wird. Alles Nazis außer „Mutti“.

Aber wie kommt man denn nun wieder weg, fragen sich dann doch immer mehr?

Die Polizei hat da etwas vorbereitet und den U-Bahnhof Gänsemarkt gesperrt. Man geleitet die Demonstranten zum Bahnsteig. Sonderzug bringt die Demonstranten aus der Gefahrenzone. Doch vorher hat man noch ein Botschaft für die „Demokraten“: „Wir kommen wieder.“ Auch am kommenden Montag soll wieder um 19 Uhr demonstriert werden, eventuell mit Rednern, vielleicht aber auch noch ein mal als Schweigedemonstration.

Abgang unter Polizeischutz. Es sollen Deutschlandfahnen gesehen worden sein. (Bild: © Volker Kleinophorst)

Ich frage einen Polizisten, ob ich nicht irgendwo an der Seite, weil mein Auto eigentlich…

„Kann ich nicht empfehlen hier jetzt durch die Absperrung zu gehen. Die lauern Ihnen auf.“

Etwas was wohl auch schon vor der Demo passiert ist:

Personen, die offenbar an der angemeldeten Kundgebung teilnehmen wollten, wurden von Störern im Umfeld der Kundgebung angegriffen. Unsere Einsatzkräfte melden vier Fest- und zwei Ingewahrsamnahmen

Das Demonstrationsrecht in Deutschland hat nur noch einen ganz engen Spielraum. Straff organisierte linke FA-Kommandos werden zu „Gegendemonstranten“ gegen „Rechts“ verklärt. Der aufmüpfige Bürger wird zum Nazi abgestempelt und die wahren Faschisten zu Freiheitskämpfern.

Auf die Polizei in Hamburg konnte man sich trotz einiger Startschwierigkeiten verlassen. Wofür sich die Demonstranten artig bedankten, auch ich.

Und die Lügenpresse. Die kann man so was von vergessen. Hamburger Morgenpost:

„Auf den Plakaten der Demo-Teilnehmer waren Sprüche aus dem rechtspopulistischen Lager zu lesen, unter anderem „Schluss endlich mit der Merkel-Diktatur“ oder „SPD – Scharia Partei Deutschland“. Einige Demonstranten schwenkten Deutschland-Fahnen.“

 Man stelle sich das nur vor.

In mitten des Gänsemarktes steht eine Statue von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), dem deutschen Schriftsteller. Kritiker und Philosoph der Aufklärung:

„Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.“

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