Dieselfürze: „US-Ermittler belasten Daimler schwer“

Mercedes 600 - der Benz überhaupt (Foto: Pixabay)

Nie im Leben wird meinereiner begreifen, warum es bei den fortdauernden „Abgasskandalen“ nicht zu einem, mit aller vereinten Kraft der Automobilindustrie geführten, medialen Rundumschlag gegen die Verantwortlichen für „politische Grenzwerte“ kommt. Wie lange wollen sich die Fahrzeughersteller noch von den grünen Wolkenkuckucksheimern aus der Politik auf der Nase herumtanzen lassen?

von Max Erdinger

Angesichts der horrenden Steuern, mit denen Treibstoff beaufschlagt ist, gibt es ein gewichtiges, oft ausschlaggebendes Kaufkriterium bei der Kundschaft: Den Spritverbrauch. Lediglich bei den extrem teuren Superautos dürfte er eine nachgeordnete Rolle spielen. Ansonsten gilt: Wenig Verbrauch bedeutet geringen Schadstoffausstoß – und der Verbrauch wiederum ist ein Verkaufsargument. Ein aktueller Mercedes der Baureihe W213 (E-Klasse) wiegt um die 1,9 Tonnen, hat in der schwächsten Version einen 150 PS Vierzylinder-Diesel unter der Haube, in der Automatikversion ein 9-Gang-Getriebe und er kann bei Bedarf 220 km/h schnell fahren. Für Tempo 140 braucht er lediglich 1.500 U/min, bei 200 Sachen sind es auch nur spritsparende 2.100 U/min.  Im Durchschnitt verbraucht er 6 Liter Diesel auf 100 Kilometer. So sieht moderne Verbrauchsoptimierung aus. Da gibt es rein gar nichts zu meckern.

SPIEGEL-ONLINE schreibt: Daimler steht im Dieselskandal bereits unter Druck. Nun enthüllen vertrauliche Unterlagen laut einem Medienbericht, dass Ingenieure des Autokonzerns schon länger an der Legalität der Abgastests in den USA zweifelten.

Nicht einem einzigen Hersteller verbrauchsarmer Dieselfahrzeuge ist vorzuwerfen, daß er seine Kundschaft betrogen hätte. Die Kunden bekommen absolut, was sie wollen: Ein sparsames Auto, vollgepackt mit gewichtstreibenden Annehmlichkeiten und einem Spritverbrauch, der noch vor zwanzig Jahren für unrealisierbar gehalten worden wäre.

Es ist vielmehr so, daß es utopistische Ignoranten aus der Politik sind, die ihre Phantastereien in Form von willkürlichen „Grenzwerten“ zum Gesetz erhoben haben – und recht eigentlich das schadstoffarme Auto an jeder Realität vorbei für illegal erklärt haben. Ein klarer Fall von ungerechtfertigter Kompetenzanmassung, – und weniger klar – , ein weiterer Fall politischer Bigotterie. Autohersteller produzieren schadstoffarme Autos. Sie haben ein gewaltiges Problem mit der Politik und in der Folge dann eines mit dem „Gesetz“.

Worum geht es denn den Politignoranten offiziell? – Um die Reduzierung des Schadstoffausstoßes zum gesundheitlichen Wohle aller, aller „die Menschen auf Mutter Erde“. Fahren oder gefahren werden würden sie trotzdem gern, vorzugsweise in den verbrauchsintensiveren Modellen der jeweiligen Hersteller. Der Grüne Kretschmann z.B. fühlt sich als Ökomajestät in einer sauteuren Mercedes-Hybrid-S-Klasse mit über 450 PS etwas eingeengt. Da scheinen wohl irgendwelche Minimalgrenzwerte für die Beinfreiheit im Fond unterschritten worden zu sein. Überholen sei jedoch möglich mit dieser Karosse, meinte Kretschmann. Frage: Soll eine grüne Ökomajestät vorbildlich schleichende Verkehrsteilnehmer überholen und zu diesem verwerflichen Zweck Unmengen mörderischen Abgases in die liebe, liebe Umwelt entlassen? Soll der das?

Es ist geradezu ein Verrat an den volkswirtschaftlichen Interessen Deutschlands, wenn die politische Klasse die wirtschaftlich wichtigste Sparte im Land permanent mit ihren realitätsfremden Visionen angreift, respektive sie gegen Angriffe aus dem Ausland nicht in Schutz nimmt. Gerade Amerikaner haben hinsichtlich Spritverbrauch und Schadstoffausstoß von Fahrzeugen gefälligst die Füße still zu halten. Es gäbe eine zutreffende deutsche Antwort auf den Gerichtskokolores in Amerika, vorzutragen von Politikern, die deutsche Interessen vertreten.

Und diese Antwort geht so: „Liebe Öko-Freunde jenseits des Atlantiks! Voller Sorge teilen wir euren Gram darüber, daß das Automobil als solches unsere liebe, gemeinsame Umwelt mausetöten wird, weil es … äh … „Schadstoffe“ produziert. Wir haben leider keine guten Nachrichten für euch. Habt ihr euch eigentlich schon einmal überlegt, wie viel Schadstoff die Produktion eines Autos generiert, noch bevor es auch nur einen einzigen Meter (drei Fuß) weit gefahren ist, auch wenn es statt der lebensbedrohlichen Suppe im Tank eine mordsmäßig schwere Öko-Batterie durch Gottes schöne Natur bugsieren soll? Das habt ihr euch noch nicht überlegt? Solltet ihr aber! Weil wir uns nämlich vor lauter Sorge um den bösen Schadstoffausstoß, der mit der ersten Entwicklungsminute eines neuen Modells schon dadurch beginnt, daß der Ingenieur zur Arbeit fahren muß, überlegt haben, wieviel Schadstoff bei der Produktion einer einzigen Tesla-Batterie anfällt. Der liegt um das Siebzehnfache über demjenigen, was ein kleiner Mercedes-Diesel in acht Jahren durchschnittlichen Fahrbetriebs in die frische und grüne Atemluft entläßt.

Weil wir nun zu der unumstößlichen Gewißheit gelangt sind, daß eure Tesla-Schleudern die mit Abstand größten Schadstoffverursacher unter den Autos überhaupt sind – und die Mengen an reinstem Quellwasser, die man braucht, um eine eurer schlampig produzierten Hochspannungskisten im sehr wahrscheinlichen Brandfalle zu löschen, überdies alles übersteigen, was man unter hydrologischer Ressourcenschonung zu verstehen hätte -, denken wir bedauerlicherweise darüber nach, euer summendes Gelumpe nicht länger mehr zu importieren.  Im vollsten Vertrauen auf eure ungeteilte Solidarität beim Kampf gegen den Schadstoff verbleiben wir – mit den allerökologischsten Grüßen an die amerikanische Umwelt – Eure liebe Buntes-Regierung aus Dieseldeutschland.

Was aber passiert stattdessen? Deutsche Politiker und deutsche Medien holen sich umweltverträglich einen Öko-Selbstlegitimatorischen runter und verschenken die dabei entstehende, energiehaltige Reibungswärme ans Ausland, weil sie in ein überlastetes, nationales Stromnetz partout nicht mehr einzuspeisen ist.

„Dieselskandal“ – was für ein hanebüchener Schwachsinn!

 

 

 

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