Der zweite Tod des Vergewaltigungsopfers Susanne Preusker

Foto: Screenshot/Youtube
Foto: Screenshot/Youtube

Prominentes Vergewaltigungsopfer und „Kuschel-Justizopfer“ Susanne Preusker nahm sich das Leben! Ein Nachruf – besser wäre ein Nachruf auf diese Justiz

Von Klaus Lelek

Susanne Preusker (58), ehemalige Gefängnispsychologin der JVA Straubing ist in mehrfacher Hinsicht ein Opfer. Sie ist Opfer eines perversen Frauenmörders, der sie im April 2009 mit einem selbst gebastelten Messer bewaffnet in ihrem Büro als Geisel nahm, sie sieben Stunden lang quälte und vergewaltigte. Sie ist das Opfer einer Kuschel-Justiz, die einen inhaftierten Schwerverbrecher, der bereits einen Justizvollzugsbeamten als Geisel genommen hatte, unbegleitet, unbeobachtet und unbewacht zu der Frau vordringen lies. Und sie ist last not least Opfer ihres Berufsstandes geworden, der glaubt, mit Gesprächen über verkorkste Kindheiten, Wichsphantasien und Aufmerksamkeitsdefizite, zu einer Art von liebevollen Ersatzmutter zu werden, die Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen, krankhaften perversen Trieben und zerstörerischen mörderischen Instinkten zu warmherzigen, liebevollen Wesen zu erziehen. Der Mensch als eine von Viren befallene Festplatte, die man nur löschen und dann neu formatieren braucht. Oder wie eine Tafel, die als „Tabula rasa“ von verkorksten Müttern und lieblosen Vätern vollgekritzelt wird, bis die liebe Psychologin kommt und sie neu beschriftet. Der Psychologe als neuer Prometheus, als Schöpfer neuer geläuterter Wesen, als Baumeister „psychologischer Replikanten“ oder eher als Kreateur von Frankenstein. Shellys Monster verfolgt seinen größenwahnsinnigen Erschaffer bis ins Nordpolarmeer, und in der modernen Variante „Blade Runner“ drückt Replikant Roy seinem „Vater“ Sebastian die Brillengläser in die Augenhöhle. Eine Schlüsselszene im Film, die für die „Blindheit“ und „Verblendung“ einer ganzen Branche steht.

Ähnliches passierte auch im April 2009, als sich der Sexualstraftäter Roland Kahl unter dem Vorwand zu telefonieren ins Büro der Psychologin schlich. Was dann über sieben Stunden lang folgte, war eine Erniedrigung und Zerstörung ihrer Persönlichkeit. Sie hatte sich in Sicherheit gewiegt, da sie den Mann bereits vier Jahre betreut hatte. Eine verhängnisvolle Selbstüberschätzung. Das gleiche gilt für die gesamte JVA, die laut Wikipedia als „Hochsicherheitsgefängnis“ eingestuft wird. Wieso wurde die Frau erst nach sieben Stunden schlimmsten Martyriums von der Polizei befreit?! Gab es ihrem Büro keine Überwachungskameras? Keine Alarmanlage? Hat sie am Ende aus „Täterschutzgründen“ um das Vertrauen ihrer Klienten nicht zu verlieren, selbst auf eine solche Sicherheitsmaßnahme verzichtet?

Und dann die Hauptfrage: Wieso wird ein Sexualstraftäter und Frauenmörder, der bereits über dreißig Jahre einsitzt, überhaupt noch therapiert? Ist ein Justizsystem, das einen solchen austherapierten Fall überhaupt noch einer psychologischen Betreuung unterzieht nicht selbst therapiebedürftig? Weil es an absoluter Grandiosität und Allmachtsphantasien leidet! Sich gottgleich glaubt, dabei aber die moralisch ethische Frage nach „Gut und Böse“ und vor allem „Schuld und Sühne“ mit Entrüstung von sich weist. Diese Begriffe haben in der linksverdrehten Psychologie der freudschen Dialektik noch nie existiert, und in der Justiz existieren sie schon lange nicht mehr. In Amerika hätte Kahl nicht einmal unbeaufsichtigt auf Klo gehen können, wäre mit Fußfesseln und Handschellen durch die Gänge geschlichen. Und er hätte bereits nach dem Frauenmord gar keine Psychologin mehr gebraucht, weil er eh nie wieder aus dem Gefängnis entlassen worden wäre. Strafe als Sühne für eine Schuld. Doch Nomen est Omen. Die JVA ist keine Strafanstalt. Sondern eine Justiz-Vollzugs-Anstalt. Hier liegt des Pudels Kern.

Nach dem traumatischen Ereignis war Susanne Preusker berufsunfähig. Sie versuchte ihr Martyrium mit dem Buch „Sieben Stunden im April“ zu verarbeiten. Wurde in Talkshows herumgereicht. Damit wurde sie zum weiteren Mal Opfer ihrer Täuschung. Denn ein krankes System, kann man weder durch Bücher noch durch Schwatzrunden zur besten Sendezeit verändern. Mehr als eine halbe Stunde Mitleid, oder besser „Betroffenheit“ sind da nicht drin. Im Gegenteil: Gewalt gegen Justizbeamte, Polizisten, Feuerwehr und auch klinisches Personal haben seit 2011 und erst recht nach der „Flüchtlingswelle“ rapide zugenommen. Spätestens nach drei Jahren landen solche Bücher auf den Wühltischen von Großbuchhandlungen.

Was bleibt? Drei Worte bleiben, die Preusker ausgerechnet in einem Interview mit dem schlimmsten gleichgeschalteten ARD Sender, dem WDR, sagte: „Scheißknast! Scheißbüro! Beschissener Typ!“ – Aber eigentlich hätte sie noch „beschissene Justiz“ und „beschissene Gesetze“ oder „beschissenes Regierung“ dranhängen müssen. Denn genau diese Dinge haben zu den verhängnisvollen „sieben Stunden im April“ geführt. „Am Dienstag den 13. Februar hat sich Susanne Preusker entschieden aus dem Leben zu scheiden“, teilte die Familie mehreren Tageszeitungen mit. Ein Tod, der mich wütend und traurig macht, weil er den ganzen Zynismus eines Gutmenschwahns aufzeigt, einen verschlingenden Moloch dem jeden Tag Menschen geopfert werden. Geopfert auf dem Altar linksgrüner Lebenslügen.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.