Lehrer im schwedischen No-Go-Bezirk: „Du darfst den Schülern nie den Rücken zudrehen!“

(Symbolfoto: Durch Monkey Business Images/Shutterstock
Neulich auf dem Schulhof (Symbolfoto: Durch Monkey Business Images/Shutterstock)

Mikael ist Lehrer und arbeitet in den sogenannten Problembezirken, den Vorstädten mit hohem Ausländeranteil in Göteborg. Er liebt seinen Beruf doch für ihn ist die Schule verloren: „Noch fünf Jahre, dann geht der langsame Einsturz in den kompletten Zusammenbruch über“, glaubt er.

von Marilla Slominski

In den multikulturellen Schulen gehören Gewalt und sogar Vergewaltigungen mittlerweile zum Alltag, berichtet der schwedische Lehrer.

„Ich wurde niedergeschlagen, bedroht, mein Auto wurde zerstört. Ich hatte Schüler, die entführt und geschlagen wurden oder sich prostituiert haben. Schüler werden sogar in der Unterstufe und Mittelschule ausgeraubt. Ich war in Schulen, die in den Mauern Löcher hatten.“

Er erzählt seine Geschichte einem Reporter von Samtiden, in einem Café in Göteborg. Michael ist im mittleren Alter und macht einen stabilen und harten Eindruck. Er stehe zu  seiner Geschichte, möchte aber trotzdem anonym bleiben: „Ich habe eine Familie, die ich schützen muss.“

Mikael hat Karriere in der Wirtschaft gemacht, bevor er sich zum Lehrer ausbilden ließ. Seit 10 Jahren arbeitet er nun in den berüchtigten Vorstädten Göteborgs mit ihren No-Go-Zonen. Eine davon ist Angered, dort herrscht ein mächtiger krimineller Clan. „die kriminelle Welt hat inzwischen die Schulen erobert. Die Polizei greift nur selten ein. Kommt sie doch einmal, werden die Beamten angegriffen. „40 Leute sind auf das Polizeiauto losgegangen und darauf rumgesprungen. Sie wissen, sie haben nichts zu befürchten“, schildert Mikael so einen Einsatz aus der Vergangenheit.

„Es ist schrecklich. du musst eine Psyche aus Stahl haben. Ich weiß nicht, wieviele weinende Kollegen sich schon getröstet habe. Psychologen melden sich schon nach kurzer Zeit krank. Es herrscht Chaos. Die Schüler kämpfen, schreien und verkünden „ich werde dich töten“. Mädchen müssten beim Toilettengang Angst haben, vergewaltigt zu werden. Die Lehrer würden durch den ständigen Stress unter posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) leiden.

Schüler beschäftigen sich während des Unterrichts mit IS-Propaganda, viele von ihnen kämen aus sogenannten Salafisten-Elternhäusern.

„Die schwedischen Regeln und Gesetze gelten in diesen Bereichen nicht. Es herrscht das Gesetz des Clans und des Stärkeren, in der Kultur, die hier angekommen ist,  geht es nicht um Gerechtigkeit“, erzählt der Lehrer, der versucht, das Vertrauen seiner Schüler zu bekommen. Nur so würden sie ihm auch mal erzählen, wo eine Waffe versteckt sei. „Manchmal umarmen wir Schüler, um zu sehen, ob sie eine Sicherheitsweste tragen oder eine Waffe bei sich haben und sie bitten, nach Hause zu gehen“, so Michael.

Im Fall von Konflikten würden sich sehr schnell große Gruppen bilden. „Du darfst nie Partei ergreifen oder ihnen den Rücken zudrehen“, sei die Regel Nummer eins in so einer Situation. Michael, der schon oft bedroht wurde, zeigt seine Narben, die er ihm nach Messerangriffen geblieben sind. er hat inzwischen seine eigenen Überlebensstrategien entwickelt. Wird er bedroht, droht er noch schlimmer zurück: „Ich nehme mir z.B. Szenen aus Games of Thrones und beschreibe ihnen, was ich mit ihnen machen werden. Ich rede wie ein Psychopath oder ein Mafia-Mitglied von Zerfetzen und Zerhacken, damit ich Eindruck mache. Es geht darum, ernst genommen zu werden“, weiß Mikael. „Ich mag keine Gewalt, aber du musst zeigen, dass du keine Angst hast. Viele Einwanderer glauben, dass Schweden schmutzig sind und verachten uns, weil wir nicht kämpfen.

Obwohl er manchmal schwer schlafen kann, habe er nur ein paar Mal wirklich Angst bekommen. Es seien nicht nur die Jungen, die aggressiv sind. Auch die Migranten-Mädchen würden Jagd auf weiße Mitschülerinnen machen und sie schlagen, bedrohen, belästigen oder ihnen die Hemden ausziehen und das Ganze filmen um sie zu demütigen.

In Klassen, in denen die Hälfte der Schüler Migranten und die andere Hälfte Einheimische seien, sei kein Unterricht mehr möglich. Viele der Einwanderer-Kinder seien Analphabeten und kämen aus großen Familien mit völlig anderen Sozialstrukturen. Die kulturellen Unterschiede seien riesig. „Die Schüler kommen ohne das richtige Unterrichtsmaterial, schreien, werfen Zeug durch die Gegend. Ich sage ihnen ganz klar, dass es nach meinen Regeln läuft oder ich sie rausschmeiße. Das funktioniert meistens. Die Kinder sind Kadaver-Gehorsam gewöhnt. Spreche ich mit den Vätern, sagen sie, wenn es Probleme gibt, soll ich ihre Kinder einfach schlagen“, berichtet Michael. Alle würden in dieser Situation nur verlieren. Einwanderer-Kinder, die sich eigentlich in Schweden einleben wollten, genauso wie die schwedischen Kinder, die keine anständige Schulbildung mehr erhielten.

Immer wieder führe das islamische Freitagsgebet zum Streit. Die Schüler würden ihr Ansehen verlieren, wenn sie nicht den Unterricht verlassen und zum Beten in die Moschee gehen. „Einmal wartete ein älterer Moslem in islamischer Kleidung vor der Schule und forderte die Mädchen auf, sich zu verschleiern. Danach waren sie es.“

An manchen Schulen gibt es bereits 60 Prozent Neuankömmlinge. Mindestens zehn Schulen in Göteborg sollen aufgrund von Drohungen und Missbrauch geschlossen werden.

Mikael möchte den Leuten sagen, dass sie aufwachen sollen: „Die Leute haben keine Ahnung, wie es heute in der Schule ist. Sie denken an ihre eigene Schulezeit und gehen davon aus, dass es noch so ist.“  Mikael sieht drei gesellschaftliche Gruppen, die sich in zunehmendem Konflikt befinden: Einwanderer, Neuankömmlinge und Schweden, die in den kommenden Jahren aneinandergeraten werden.

Er selbst will durchhalten und versuchen, seinen Schülern etwas beizubringen. Durch seine klare Haltung werde er von vielen akzeptiert und es gäbe auch schöne Momente: „Du bist blonder als wir, hat mal eine Schüler gesagt, dass war als Kompliment gemeint und ich habe mich sehr darüber gefreut“.

Trotz allem: „Wenn jemand Allahu Akbar schreit, musst du sofort die Führung übernehmen. Du musst der General sein,“ hat der Schwede Mikael in den Jahren als Lehrer gelernt.

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