Wegen Folter und Ermordung von Hausmädchen – Philippinen verhängen Arbeitsverbot für Kuwait

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Das ermordete philippinische Dienstmädchen Joanna Daniela Demafelis (screenshot Facebook)

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat für seine Bürger ein Arbeitsverbot für Kuwait verhängt, nachdem immer mehr Berichte über Missbrauch, Ausbeutung der dort lebenden Phillipiner bekannt geworden sind. Vor einer Woche tauchten ausserdem Fotos von einem ermordeten Dienstmädchen in einer Gefriertruhe auf.

Von Marilla Slominski

Der Arbeitsminister  Silvestre Bello verkündete am Montag den „totalen Bann“ für neue Arbeitskräfte, die sich auf den Weg nach Kuwait machen wollen. Die Behörden haben nicht ausgeschlossen, dass diese Maßnahme auch für bereits bestehende Arbeitsverträge und Genehmigungen gilt.

„Nach einer Reihe von Berichen über Missbrauch und Todesfälle unter philippinischen Angestellen, haben wir und uns zu einem Verbot entschieden, dass ab sofort gilt“, gab Silvestre Bello bekannt.

Am vergangenen Freitag war in einem Gefrierschrank die Leiche der jungen Joanna Daniela Demafelis gefunden worden, die 2014 zum arbeiten nach Kuwait gegangen war. Sie arbeitete als Dienstmädchen im kuwaitischen Bezirk Hawally, der von Arabern bewohnt wird. „Wir haben nicht gewußt, dass sie mißhandelt wurde“, erklärte ihre entsetzte Familie nach dem Mord. Dreimal im Jahr hätten sie miteinander telefoniert und Joanna habe immer gesagt, dass es ihr gut gehe, so ihre Angehörigen. Das letzte Mal hätten sie 2016 miteinander gesprochen. Die junge Frau wollte in diesem Jahr nach Hause zurückkehren. Es wird davon ausgegangen, dass ihre Leiche bereits ein Jahr in dem Tiefkühlschrank des  Appartements gelegen hat. Der Körper der 26-Jährigen wies zahlreiche Folterspuren auf. Nach ersten Angaben der Behörden, sei sie erdrosselt worden.

Interpol hat Ermittlungen gegen ihre Arbeitgeber, ein libanesische-syrisches Pärchen, aufgenommen. Präsident Duarte hat angedroht, das Arbeitsverbot auf den gesamten Nahen Osten ausweiten zu wollen. Insgesamt werden weitere sieben mutmaßliche Mordfälle untersucht.

Unterdessen soll das philippinische Außenministerium in Zusammenarbeit mit den kuweitischen Behörden begonnen haben, die Rückführung von 10.000 Bürgern vorzubereiten.

250.000 der rund 2 Millionen Ausländer, die in dem islamischen Golfstaat arbeiten, sind von den Philippinen. Viele von ihnen arbeiten als Dienstmädchen in reichen Haushalten.

 

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