Falsch programmiert: Der Quellcode des Buntioten-UNIX

Foto: Durch Sergei Bachlakov/Shutterstock
Auch diese Menschen haben nicht unbedingt von der Völkerwanderung profitiert (Foto: Durch Sergei Bachlakov/Shutterstock)

Der Debattenrahmen

Ausgangspunkt der nachfolgenden Überlegungen ist ein Text des Phoenix-Reporters Claudius Crönert, der am (04.2.2018) in dem Portal „PI-News“ veröffentlicht wurde:
Was mich als Kommentator der Curio-Rede sprachlos gemacht hat!“  Phoenix-Reporter antwortet PI-NEWS

Von Burkhardt Brinkmann

Dieser Text kam nicht aus heiterem Himmel; er war Teil eines Debattenstrangs mit folgenden Stationen:

  1. Ausgangspunkt war eine Rede, die der AfD-MdB Gottfried Curio (HomepageWikipedia-EintragBundestags-Webseite) am 02.02.2018 im Bundestag gehalten hatte. Worum es in der Sache ging, fasst der FOCUS gut zusammen: „Seit dem 20. Dezember 2014 können Kinder ausländischer Eltern beide Staatsangehörigkeiten behalten, wenn sie hier aufgewachsen sind. Nur wer nicht in Deutschland aufgewachsen ist, muss sich nach Vollendung des 21. Lebensjahres grundsätzlich zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsangehörigkeit entscheiden. Die AfD setzt sich dafür ein, dass sich Kinder von Zuwanderern künftig wieder zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und dem Pass des Herkunftslandes der Eltern entscheiden müssen.“ Bereits während der Rede hatten Abgeordnete anderer Parteien an einigen Formulierungen Anstoß genommen und Radau gemacht. (Insbesondere Anton Hofreiter hat sich dabei „hervorgetan“; das ist jener Intelligenzgrüne, der unbegrenzt Immiggressoren ins Land lassen will, aber gleichzeitig in Bayern gegen Flächenfraß wettert und mit einem Bürgerbegehren die Ausweisung von neuem Bauland dramatisch einschränken will.) Eine Reihe Anstands-WauWaus und AfD-Hasser griff diesen Anstoß in den Medien dankbar auf. Für nähere Einzelheiten vgl. die einschlägigen Kapitel in meinem Blott „Lumpenjournalismus im Konsensfaschismus: Beispiele von dpa, T-Online, Focus und Frankfurter Rundschau“ vom 12.02.2018.)
  2. Auch Claudius Crönert hatte, in diesem TV-Bericht, einen negativen Kommentar zur Rede abgegeben.
  3. Diesen Kommentar kritisierte, vor allem wegen der fehlenden Begründung, PI-News am 03.02.2018 u. d. T. „Phoenix-Reporter: Weltbild von Curio ‚fremd und eigenartig‘. Crönert gibt den Volkserzieher„.

Danach gab es noch einige Folgekommentare gegen Crönert. Die haben zwar für meinen eigenen Artikel keine Relevanz, doch nehme ich sie hier informationshalber auf:

 

Die Crönert-Offenbarung als „Quellcode des Buntioten-UNIX“

Mit der Formulierung „Bestandteil jeder Talkshow“ weist der letzte Kommentator auf jenen  Aspekt voraus, der mich zu einer näheren Analyse des Crönert-Textes bewogen haben.
Es handelt sich dabei nämlich um TYPISCHE Argumente, wie sie immer wieder von den Buntfanatikern zur Begründung bzw. Rechtfertigung der Hinnahme der Massenimmiggression vorgetragen werden. [Zu meinem Begriff s. „Immiggression„]

Der Text ist also gewissermaßen eine Offenlegung dessen, was die Buntioten im Innersten zu ihrer immiggressionsfanatischen Positionierung antreibt; es geht hier nicht einfach um Argumente, die (mit mehr oder weniger Überzeugung) in der Debatte verwendet werden; hier wird unmittelbar (wenn auch mit gewissen bezeichnenden Auslassungen; aber die lassen sich erschließen) die Denkweise dieser Bürger sichtbar.
IT-technisch würde man sagen, dass die Buntbratzen hier den Quellcode ihres mentalen Betriebssystems offenlegen. 😊

Sichtbare Struktur und verschleierter Hintergrund

Im Kern reduzieren sich die Ausführungen Crönerts für die Hinnahme bzw. gegen die Ablehnung der Massenimmiggression auf ZWEI Argumente :

  1. ‚Einwanderung ist immer ein Segen‘ und
  2. ‚Die negativen Aspekte sind demgegenüber zu vernachlässigen‘.
Der „Trick“ dabei ist nun, dass diese Argumente zwar hinter allen Punkten stehen, die Crönert vorbringt; dass er sie aber niemals explizit formuliert. Er jubelt sie seinen Lesern sozusagen „subkutan“ unter. Damit entziehen sie sich jedoch einer Nachprüfung und rationalen Kritik (etwa in Debatten, wie der Philosoph Jürgen Habermas sie sich erträumt, und wie er sie für eine wahrhaft demokratische Gesellschaft für unerlässlich hält); sie werden schlicht als selbstverständlich mitgedacht – aber eben nicht reflektiert.

Dieses „Unterjubeln“ wäre eine infame Strategie, WENN es denn überhaupt eine bewusste Strategie wäre. Doch genau das glaube ich nicht.
Vielmehr bin ich überzeugt, dass der Text eine recht präzise Widerspiegelung des Bewusstseinszustandes darstellt: Hier denjenigen Crönerts, aber auch ganz allgemein den der Buntioten.

Die (recht zahlreichen) Argumente werden gesucht bzw. konstruiert und sozusagen auf der Habenseite der Massenimmiggression „eingebucht“. Ob man deren scheinbar positiven Gehalt auch umkehren könnte, ob es Gegenbeispiele gibt, ob sich Widersprüche auftun: All diese Fragen werden unter den Teppich gekehrt – in der öffentlichen Debatte ebenso, wie im eigenen Denken.

Bei Marx bestimmt das Sein das Bewusstsein; bei den Buntbratzen wird es von einer a priori-Entscheidung pro Massenimmiggression vorstrukturiert. Und zugleich gegen rationale Gegenargumente – und damit allerdings auch gegen einen demokratischen Diskurs – isoliert. Die Immiggressionsfanatiker bauen in ihrem Geist sozusagen einen (wie sie selber das sehen würden) „antirassistischen Schutzwall“ auf – und lassen keinerlei Gegenargumente mehr durch.

 

Detailanalyse von Crönerts Argumenten

Vorbemerkung: Den Kern des jeweiligen Arguments habe ich durch Fettschrift hervorgehoben.

Meiner Meinung nach kann man zu den meisten politischen Fragen unterschiedlicher, auch gegenteiliger Meinung sein und das jeweils gut argumentieren. Was mich als Kommentator einigermaßen sprachlos gemacht hat, war denn auch nicht der Inhalt der Rede des Abgeordneten Curio, sondern seine Wortwahl (‚feindliche Übernahme‘)“
Nun, die Charakterisierung der Massenimmiggression halte ich selber zwar IM ERGEBNIS für zutreffend, jedoch in der Ablaufvorstellung nicht für präzise. Es natürlich nicht so, dass die Eindringlinge (die große Masse, einzelne Terroristen ausgenommen) hier mit feindseligen Gefühlen gegen uns und mit der ABSICHT einfallen würden unsere Kultur zu zerstören und ihre eigene hier zu etablieren. Aber aufgrund der sozialen Dynamiken ist ein solches ERGEBNIS äußerst wahrscheinlich, wenn wir weiterhin islamischen „Flüchtlinge“ in größerem Umfang Zutritt in unser Land gewähren.
Übrigens liefert die Geschichte mindestens ein Beispiel für eine scheinbar friedliche Einwanderung, die aber nicht nur auf eine „feindliche Übernahme“ hinauslief, sondern ganz bewusst mit dieser Absicht betrieben wurde: Israel.
Dort sind die Juden in der Absicht eingesickert, ihren eigenen Staat zu gründen, der selbstverständlich eine jüdische Identität haben würde (und gewährleisten sollte). Da das Land unter britischer Verwaltung stand, konnten sich die Araber nicht so zur Wehr setzen, wie sie das bei politischer Selbständigkeit zweifellos getan hätten.
Das Ergebnis ist bekannt. (Aber natürlich darf man das eine Unrecht nicht durch neues Unrecht – eine hypothetische Vertreibung der Juden – auslöschen; zumal ja auch die Landnahme der Europäer in Australien, den USA usw. weitgehend unrechtmäßig und gegen den Willen der Einheimischen erfolgte.)

„… und die Diffamierung von Frau Özuguz [recte: Özoguz], eine Frau, die ein Beispiel dafür ist, wie weit es viele Leute in unserer Gesellschaft gebracht haben, deren Eltern oder Großeltern aus anderen Ländern stammten„.
Hier fließt ihm unterschwellig ein Autoritätsargument ein: ‚Wenn eine Person mit Migrantenhintergrund es so weit gebracht hat wie die Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, dann beweist das per se ein hohes Maß an Integration in die aufnehmende Gesellschaft‘.
Eben das ist freilich bei dieser Dame äußerst fraglich. Sie verneint die Existenz einer deutschen Kultur, und auch, wenn sie diese Behauptung lediglich (einem Deutschen) nachgeplappert hat, gibt es substantielle Anhaltspunkte dafür, dass sie eine Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft geradezu verhindern und letztlich einer Islamisierung unserer Gesellschaft Vorschub leisten will. Die Details kann ich an dieser Stelle naturgemäß nicht erörtern; das hatte ich in aller Ausführlichkeit in meinem Blott „Fischer, Freisler, Özoguz: Deutschland mit dem Strafrechtsknüppel in die Islamisierung prügeln?“ getan, und dort in dem Kapitel „Wen will die Staatsministerin Özoguz integrieren: Die Einwanderer in unsere Gesellschaft – oder uns in die rückständige Islamkultur?„. (Da ich versuche, möglichst beweiskräftig zu argumentieren und alle denkbaren Varianten durchzudeklinieren, ist auch dieses Kapitel, schonend gesagt, ein wenig länger geraten. 😉

Menschen sind in ihrer Geschichte immer gewandert, sonst hätte sich der Homo Sapiens nicht ausgebreitet, sonst wäre England nicht von Angeln, Sachsen und Normannen besiedelt worden und die USA, Australien und Neuseeland nicht von Europäern.“
Das Gesagte ist richtig; das stillschweigend Mitgedachte nicht. Und das gar nicht Bedachte sollte man ebenfalls nicht übersehen.
Mitgedacht ist natürlich, dass Wanderungsbewegungen gut, notwendig und unvermeidbar sind. Alles das ist NICHT der Fall:

  • Dass die Ausbreitung der Europäer in die beiden Amerikas und in andere Weltteile für die einheimische Bevölkerung gut gewesen sei, würde Crönert wohl nicht einmal selber behaupten.
  • Und dass die Vorbewohner in England die Angeln und Sachsen, sowie später die Normannen, mit Begeisterung aufgenommen hätten, wohl auch nicht.
  • Dass die außereuropäischen Völker der Kolonialisierung durch die Europäer nichts gewachsen waren bedeutet nicht, dass alle Wanderungsbestrebungen erfolgreich gewesen wären. Von Zeit zu Zeit sind die mongolischen Völker in China eingefallen; zu anderen Zeiten konnten sie aber auch abgewehrt werden. Das römische Reich hat dem Populationsdruck der Germanen usw. über lange Zeit standgehalten. Auch die Römer, die unser Germanien mit ihrer weitaus höher entwickelten Kultur beglücken wollten und bei der friedlichen Durchdringung schon vorangekommen waren (Beispiel:  Römische Stadt im heutigen Waldgirmes) wurden von Arminius gestoppt. Ob das gut oder schlecht war, ist hier nicht der Punkt; entscheidend ist, dass es durchaus historische Beispiele für Fälle gibt, in denen Völker das – friedliche oder kriegerische – Eindringen anderer Völker bzw. Zivilisationen gestoppt haben.
  • Als die Römer das (nach heutiger Einschätzung keineswegs ausschließlich kriegerische!) Vordringen bzw. Eindringen der Germanen nicht mehr stoppen konnten, ging ihre hochentwickelte Zivilisation zugrunde und breitete sich die Nacht einer kulturellen Barbarei aus. Im großen historischen Rückblick betrachtet, dürfte das ein Segen gewesen sein, für die Weiterentwicklung der Menschheit. Denn die römische Zivilisation war erstarrt und hätte sich sicherlich niemals zu einer wissenschaftlich-technischen Gesellschaft moderner Art entwickelt. Aber einen derartigen zivilisatorischen Zusammenbruch, wie er damals stattfand, möchte wohl keiner von uns erleben. Es würden ihn auch nicht viele überleben – von uns ebenso wenig, wie von den Eindringlingen.

Natürlich verändert Zuwanderung die Kultur eines Landes.“
Dass Crönert das eingesteht, ist schon mal begrüßenswert. Allerdings gibt es sehr unterschiedliche Grade von Veränderung: Die Neger haben die Jazzmusik in den USA geschaffen, und damit durchaus einen substantiellen Beitrag zur amerikanischen Kultur geleistet. Aber wenn man die ganze Breite dessen betrachtet, was den hier maßgeblichen ANTHROPOLOGISCHEN Kulturbegriff angeht (bei dem die Hochkultur – Wissenschaft und Kunst -, die einem bei „Kultur“ spontan als Erstes in den Sinn kommt, nur einen sehr kleinen Teil erfasst), dann war das kein Beitrag, der das Wesen der amerikanischen Kultur stark beeinflusst oder gar geprägt hätte.

Oft entsteht so etwas ganz Neues. Die Popmusik etwa ist in ihrem Ursprung eine Mischung der Musiken unterschiedlichster Herkunftsländer.“
Hier geht es um Kunst im weitesten Sinne, die aber für die Kultur im anthropologischen Sinne nur ein nettes Sahnehäubchen ist. Ohnehin gibt es keinerlei Garantie, dass aus einer lustigen Völkermischung eine kraftvolle Kultur oder Kunst emporwachsen müsste, und dass so etwas „oft“ geschieht, bezweifle ich stark.
Und selbst wenn man eine solche Möglichkeit nicht ausschließen will, wäre immer noch eine Kosten-Nutzen-Rechnung vorzunehmen: Lohnt es sich für die deutschen Steuersklaven, jedes Jahr 40 oder 50 Milliarden Euro für Eindringlinge herauszuwerfen, damit vielleicht eine etwas andere Art von Musik entsteht? Zugegeben: Der deutsche Schlager ist erbärmlich schlecht. Aber solche Summen ist seine Bekämpfung – mit fragwürdigem Erfolg – dann doch nicht wert. 😊

Kultur ist nichts Statisches, sondern lebt und verändert sich immerzu

Ja; aber das tut sie auch ohne Immiggressoren. Es kann natürlich sein, dass eine Kultur erschlafft und „frisches Blut“ ihr gut tut. Nur ist von Einwanderern aus rückständigen Kulturen nicht zu erwarten, dass die das künstlerische, oder gar das wissenschaftlich-technische Niveau unserer Kultur anheben werden. Dies umso weniger, wenn sie in solchen Massen bei uns einfallen, dass sie sich in Parallelgesellschaften abschotten können (und, s. o., von einer passdeutschen „Integrationsbeauftragten“ darin sogar bestärkt werden!). Eher ist zu erwarten, dass unsere Kultur, und darin nicht zuletzt der wissenschaftlich-technische Bereich, den Bach runtergeht und schleichend auf ein primitiveres Niveau herabsinkt.
„….. das gilt auch für die deutsche, die nicht mehr die ist von vor 100 Jahren oder 200 Jahren. Das lässt sich leicht überprüfen, wenn man zum Beispiel Romane aus dieser Zeit liest.“
Richtig: Und das alles geschah, ohne dass Immiggressoren daran einen wesentlichen Anteil gehabt hätten. Wesentlich ist allerdings ein breiter und offener Austausch mit anderen Völkern und Kulturen; ohne diesen hätte es diese Veränderungen so nicht gegeben.
Aber dafür müssen wir nicht Millionen rückständiger Fremdkultureller in unser Land einfallen lassen – und haben das tatsächlich in unserer ganzen Geschichte auch niemals getan!

 

„Für das Jahr 2015 entspricht die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, etwa einem Prozent der Bevölkerung, nicht mehr.“

Hier haben wir es zur Abwechslung einmal nicht mit einem Begeisterungsargument zu tun, sondern sollen beschwichtigt werden: ‚Nur ein kleines Prozentchen: Was ist das schon?‘

Mit der gleichen Masche wollen uns die gegenwärtigen Machthaber ja auch eine gigantische Fortsetzung der Massenimmiggression „verkaufen“: Weil ja „nur“ noch 200.000 pro Jahr hier einfallen sollen (sofern die Eindringlinge sich an deutsche Koalitionsvereinbarungen gebunden fühlen, die nicht einmal die eine der beiden Vertragsparteien selber ernst nimmt).

Die abgefeimte Schurkerei bei solchen Zahlenspielen besteht darin, dass sie den Lesern Scheuklappen anzulegen versuchen und seinen Blick auf ein einzelnes Jahr zu beschränken versuchen.

  • Dass bereits „nur“ ein Prozent eine gewaltige finanzielle Mehrbelastung für die germanischen Steuersklaven nach sich zieht und dass die für die Eindringlinge aufzuwendenden Summen den Bürgern und/oder für andere notwendige Staatsausgaben fehlt: Kein Thema für Immiggressionsfanatiker.
  • Und dass sich solche Jahreszahlen bereits in relativ kurzen Zeiträumen wie z. B. einer Dekade zu gigantischen Summen aufaddieren: Daran mögen teddybärwerfende Bahnhofsklatscher nicht denken; das würde ihnen die gute Laune verderben.
  • Dass dann noch   a) der Familiennachzug hinzukommt und    b) dass die Nachkommen dieser Eindringlinge mit hoher Wahrscheinlichkeit weitgehend NICHT in die Mehrheitsgesellschaft integriert sein werden: Das wäre aus Buntiotensicht wohl schon eine rassistische Unterstellung. Auch wenn das schon jetzt, bei sehr viel geringeren Zahlen, empirisch vielfältig nachweisbar ist.
  • Welche dramatischen Folgen das   a) finanziell und   b) kulturell hat, daran verschwenden Buntfanatiker keinen Gedanken; das würde ihnen den Schlaf rauben. Und damit deren Hauptbeschäftigung.

Gleichwohl behauptet niemand, den ich kenne, die Zuwanderung sei einfach zu bewältigen. Die Frage ist: Wo schaut man hin?
Wenn man ein Problem zu bewältigen hat, schaut man üblicher Weise auf dieses Problem. Nicht so die Buntbratzen: Die schauen in die Geschichte und kramen dort Scheinanalogien hervor, von denen Eugen Prinz in der letzten PI-Kritik treffend sagt: „Der Vergleich von protestantischen Hugenotten mit den Muslimen hinkt nicht nur, der fährt im Rollstuhl.“

Deutschland – bzw. vor 1871 die deutschen Länder – hat immer von Immigration profitiert
Ja: Aber Deutschland hat in der Vergangenheit, soweit es um größere Menschenbewegungen handelte, auch immer nur Einwanderung zugelassen, von der es voraussichtlich profitieren würde! Während jetzt nicht WIR entscheiden, wer kommt, sondern die Eindringlinge ihre Reiseziele danach selektieren, in welchem europäischen Land sie die meiste Stütze bekommen.

ob das die Gastarbeiter in den ersten Jahrzehnten der damaligen Bundesrepublik waren, die oftmals aus Osteuropa stammenden Arbeiter in der Gründerzeit
Das waren freilich in den meisten Fällen Einwanderer aus   a) christlichen und   b) europäischen Kulturen. Also keine Fremdreligiösen und Fremdkulturellen. Bzw., soweit das bei den islamischen Gastarbeitern anders war, tut sich gerade die 2. und 3. Generation mit der Integration in die deutsche Kultur ausgesprochen schwer.
Vor allem aber konnten diese Einwanderer auf dem damaligen technologischen Niveau nach mehr oder weniger kurzer Anlernzeit problemlos in den Arbeitsprozess integriert werden. Das ist heute nicht mehr der Fall; die Immiggressoren werden, mangels Qualifikation (teilweise auch mangels Qualifikationsbereitschaft) über Jahre und Jahrzehnte den „schon länger hier lebenden“ Arbeitssklaven auf der Tasche liegen.

oder die Hugenotten in der Zeit um 1700. Die hugenottische Migration wird ja vielfach als besonders gelungen bezeichnet, dabei haben die Hugenotten etwa 100 Jahre lang in Parallelgesellschaften gelebt und hatten ihre Schulen, ihre Krankenhäuser, selbstverständlich ihre Kirchen und haben die Sprache ihrer französischen Heimat gesprochen. Warum ist das heute so unbekannt? Weil es keine Rolle mehr spielt
Mir ist das keineswegs unbekannt; ich weiß das schon deshalb, weil ich lange in Wächtersbach gewohnt habe, dessen heutiger Ortsteil Waldensberg, eine (zwar nicht Hugenotten-, aber) Waldenserkolonie war. Auch die haben lange Zeit noch ihr heimisches Französisch gesprochen.
Die Hugenotten kamen aus einer Kultur, die unserer damals voraus war. Deswegen waren sie als Ansiedler ja auch begehrt. Außerdem war Deutschland damals noch teilweise durch die Folgen des 30jährigen Krieges entvölkert. Und Französisch war auch in Deutschland die Sprache der herrschenden Feudalschicht; da machte es wenig aus, bzw. war für die Arbeitsbeschaffung (Erzieher usw.) sogar ein Vorteil, wenn man Französisch sprach.

Auffällig ist das Fehlen der Heimatvertriebenen und der Russlanddeutschen, die sonst ebenfalls freudestrahlend als Beispiele für eine gelungene Integration von Einwanderern herbeigeschleppt werden.
Aber vor dieser Spitzenleistung des Intelligenz-Buntiotismus ist Crönert dann wohl doch zurückgeschreckt.

Unsere Welt ist heute eine andere geworden, klar.“
Eben! Aber, wie oben gezeigt: Auch schon in der Vergangenheit war die Migration keineswegs immer ein Segen! Und irgendwelche Schlussfolgerungen zieht der Autor aus dieser Erkenntnis, die letztlich ja auf eine Nicht-Vergleichbarkeit der gegenwärtigen Immiggression mit historischen Schein-Parallelen hinausläuft, nicht. Das ist eine pure captatio benevolentiae, vergleichbar etwa mit den Phrasen deutscher Politiker, dass den Bürgern aus der Massenimmiggression selbstverständlich keine Nachteile entstehen dürften.

Aber ein paar Widersprüche bleiben auch in der Argumentation derer, die so vehement gegen die Zuwanderung eintreten. Zum Beispiel: Warum ist die Gegnerschaft gegen Ausländer gerade in den Regionen und Bundesländern so groß, in denen kaum Migranten leben? Haben die anderen etwa festgestellt, dass ein Zusammenleben durchaus möglich ist?“
Der bereits oben zitierte Eugen Prinz versteht dieses Argument so, wie es in den meisten Fällen tatsächlich vorgetragen wird: Als Vorwurf gegen die „Ossis“, dass sie keinen validen Grund hätten, gegen die Immiggressionspolitik der Regierung zu protestieren. Und antwortet:
Die Menschen in den neuen Bundesländern haben das mahnende Beispiel der Stadtstaaten Berlin und Bremen und des Bundeslandes Nordrhein Westfalen ….. vor Augen haben und wollen nicht, dass es bei ihnen auch so wird.“
Das ist absolut richtig (als Fakt wie als „Rechtfertigung); aber Crönerts Argumentation ist hier grundsätzlicher (und eher vom Typ „Beschwichtigungsargument“): ‚Es ist doch empirisch nachgewiesen, dass das Zusammenleben mit den Flüchtlingen funktioniert‘.
Das ist zum einen teilweise falsch: Es gibt durchaus Gegenden mit Konflikten. Und zum anderen neben der Sache, weil die Eingewanderten eben in ihren eigenen Parallelgesellschaften leben. Dann funktioniert das Zusammenleben nur so lange, wie die nicht allzu groß werden – und allzu fordernd.
Außerdem erfolgt dieses schöne Zusammenleben materiell weitgehend auf Kosten der schon länger hier Lebenden, und auch das ist ein valider Grund, von den Berliner Machthabern endlich einmal den rigorosen Schutz unserer Landesgrenzen einzufordern.

Oder die Tatsache, dass wir alle sehr davon profitieren, dass Grenzen oftmals keine Hürden mehr darstellen, im deutschen Export, aber auch in der importierten Technik, mit der wir täglich umgehen, bei der vergleichsweise günstigen Kleidung, die wir tragen, oder bei unserem Morgenkaffee.
Nur für Menschen ist an der Grenze Halt. Nein, nicht für alle Menschen – wer unseren weinroten Pass hat, kann überall hinreisen.
Hier haben wir es mit einer irrationalen Kontamination von zwei völlig inkomparablen Aussagen zu tun, bzw. wird wiederum subkutan ein Kausalzusammenhang suggeriert, der gar nicht besteht: Dass offene Grenzen für Güter und Dienstleistungen (im Prinzip) gut sind, sagt rein gar nichts darüber aus, ob das auch für grenzenlose Menschenbewegungen gilt. Dass das nicht der Fall ist, kann man mit einem Gedankenexperiment leicht nachvollziehen: Wenn es nirgends einen Schutz der Grenzen gäbe, dann hätten wir morgen die Elenden aus aller Herren Länder im Haus; eine Million pro Jahr würde uns dann als eine paradiesisch niedrige Zahl erscheinen.
Um solche (rationalen) Überlegungen gar nicht erst aufkommen zu lassen, drückt Crönert auf die Tränen- oder Vorwurfsdrüse: WIR dürfen überall hin, wollen aber selber nicht alle bei uns reinlassen: Was sind wir doch so böse!
Dass WIR unsere Auslandsaufenthalte bezahlen, während wir die Immiggressoren bezahlen müssen, ist nur ein Teil jenes „Rollstuhls“, zu dem der hinkende Vergleich hier verkommen ist.

Es gibt keine Statistiken, die höhere Kriminalitätsraten bei Zuwanderern belegen.“
Das ist schlicht falsch. Wikipedia zu „Ausländerkriminalität„: „Im statistischen Vergleich zeigt sich, dass der Anteil der Ausländer, die einer Straftat verdächtigt werden, in der polizeilichen Kriminalstatistik deutlich höher ist, als es entsprechend ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung zu erwarten wäre.“
Im Übrigen hatte der momentan Noch-Bundesinnenminister de Maizière das Bundeskriminalamt (BKA) beauftragt, vierteljährlich eine Auswertung „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ zu erstellen. Dem Volk wird diese Ausarbeitung lediglich in einer verkürzten Fassung („Kernaussagen„), also mutmaßlich mit Unterdrückung aller nicht genehmen Aspekte, vorgesetzt. Das hatte ich bereits in meinem Blott „Wie Pinocchiominister Thomas de Maizière und die Kollaborateure der linksgrün versifften Systempresse das Volk über die Flüchtlingskriminalität täuschen“ vom 15.01.2016 thematisiert; geändert hat sich die Verschleierungspolitik seitdem nicht. Man muss also vermuten, dass auch detailliertere Spezialuntersuchungen (im Vergleich zur allgemeinen Kriminalitätsstatistik) zu verheerenden Ergebnissen kommen.

Das weiß Crönert natürlich sehr gut; er baut vor, indem er eine angeblich in der Realität gar nicht feststellbare erhöhte Ausländerkriminalität als Fiktion durchspielt. Und bringt die von den einschlägig bekannten Verharmlosern (führend ist wohl der Kriminologe Christian Pfeiffer) bekannten soziologischen Beschwichtigungsargumente:

Natürlich kann man sofort vermuten, entsprechende Zahlen würden unter Verschluss gehalten. Aber wenn wir mal für einen Moment auf diesen Reflex verzichten, dann könnten wir uns öffnen für den Gedanken, dass Kriminalität in vielen Fällen zu tun hat mit Beschäftigung und mit den Chancen, die eine Gesellschaft anbietet. Dann ergibt sich ein anderes Bild, dann wird nämlich ein Mensch nicht mehr kriminell wegen seiner Herkunft oder Religion„.
Nun: Die maghrebinischen „Antänzer“ in Köln usw. SIND kriminell wegen ihrer Herkunft, und dass die Macho-Kultur der Muslime, die selbstverständlich in einem engen Zusammenhang mit der islamischen Religion steht, in deren eigenen Augen Übergriffe gegen Frauen als Kavaliersdelikte erscheinen lässt, hat sowohl mit Herkunft als auch mit Religion zu tun. Davon abgesehen ist es für die Opfer herzlich gleichgültig, aus welchen Gründen die Kriminellen gehandelt haben: Hätte das merkelsche Schurkenregime sie aus unserem Land herausgehalten, wären diese Bürger keine Kriminalitätsopfer geworden! Wohingegen Crönert gewissermaßen dem Opfer selber die Schuld zuweist: ‚Hättest du dafür gesorgt, dass die Politik den Immiggressoren bessere Chancen bietet, hätten die armen Teufel dich nicht überfallen müssen‘.
Buntiotenlogik halt, wie man sie vor allem von den Intelligenzgrünen kennt – zu denen Crönert, wer weiß, ja vielleicht auch selber gehört oder tendiert.

Am Schluss verfällt Crönert vollends in jenen problemverschleiernden, salbadernden Pfaffenton, den er bereits bei seiner Grenz-Jeremiade angeschlagen hatte:

Meiner Meinung nach stellt sich in unserem Land die Frage, wie wir unsere politischen Auseinandersetzungen führen wollen. Für mich zumindest ist politische Gegnerschaft noch lange keine persönliche Feindschaft. Ich möchte niemanden diffamieren und meinen
Blick in die Zukunft auch nicht von Angst bestimmen lassen. Inhaltlich kann man das Trennende betonenoder das Verbindende.  Ich habe mich für Letzteres entschiede
n.“

Hier führt Crönert zunächst einmal die „Angst“ ein, welche die Buntfanatiker in so ziemlich allen Debatten den Immiggressionsgegnern unterzuschieben suchen.
Ein Argument ist das natürlich nicht; das ist eine agitative Emotionsattacke: ‚Schaut her, diese Angsthasen; wir dagegen, wir sind mutige Helden‘. Dabei beschränkt sich das Heldentum auf die Fähigkeit, den Kopf gaaaaanz tief in den Sand zu stecken. Und diejenigen, die sich – begründet – Sorgen um die Zukunft machen, auf dümmstmögliche Weise zu diskreditieren.

Ansonsten bleibt unklar, was uns der Dichter mit seinen wolkigen Worten sagen wollte. Denn dass er nach einer gemeinsamen Basis mit den Immiggressionsgegnern, mit dem AfD-MdB Gottfried Curio oder gar mit der AfD suchen würde, steht (aus Sicht seines brötchenspendenden Staatssenders) wohl nicht zu „befürchten“.
Und dass die Konsensfaschisten (Begriffsdefinition) untereinander das Verbindende betonen und das Trennende hintanstellen: Das wissen wir sowieso; aus eben diesem Grunde nennen wir die ja auch „Konsensfaschisten“.

Vielleicht bezieht er sich aber auch auf die Immiggressoren, mit denen er sich solidarisch fühlt und das Verbindende sucht. Nun: EIN Verbindendes gibt es dort für ihn allemal: Die Mitarbeiter von Staatssendern werden ebenso aus Mitteln finanziert, welche das Regime dem Volk gewaltsam [erweiterter Gewaltbegriff; ich bin generationsmäßig ein „68er"!] abpresst, wie die Immiggressoren.

„Falsch programmiert“

Vor 50 Jahren, also 1968, hat Karl Steinbuch sein Werk „Falsch programmiert“ veröffentlicht (damalige Rezension im SPIEGEL). Genützt hat es nichts. Denn mehr noch als damals hat heute die von ihm attackierte „Hinterwelt“ die Welt übernommen …..

Wandere aus, solange es noch geht!
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