#120db gegen Spiegel: Warum Frauenrechte jetzt „rechts“ sind

Das ist euer Verdienst, liebe Linke: Frauenrechte sind jetzt "rechts"

Margarete Stokowski hat für Spiegel Online über #120db geschrieben. Unter der Überschrift „Feminismus: Warum Rechte nicht gegen sexuelle Gewalt aufrufen können“ (inzwischen geändert) spricht sie konservativen jungen Frauen das Recht auf sexuelle Selbstbehauptung ab. Eine Replik

von #120db

Eigentlich ist es schon lästig geworden, überhaupt noch zu diskutieren: In den letzten Wochen hat die „120 Dezibel“-Kampagne viel Staub aufgewirbelt, mehrere tausend Mal wurde das Kampagnenvideo geteilt, unzählige Reaktionen gingen ein. Wenn man die Kommentarspalten auf Facebook durchscrollt, bekommt man den Eindruck, es gäbe kein Argument mehr, das in der Debatte um die „120 Dezibel“-Initiative nicht geäußert worden wäre, egal, ob von kritischen Stimmen oder Verteidigern der Sache. Dementsprechend schwer fällt es, immer und immer wieder mit denselben Statistiken und Argumenten gegen die immer selben Vorwürfe und Denunziationen anzureden. Für solche Fälle gibt es den FAQ-Bereich auf der Website – wo der letzte Abschnitt gar keine „oft gefragte Frage“ mehr, sondern „oft angeführte Vorwürfe“ sind. Aus gutem Grund.

Eine, die das #120db-Video auch gesehen hat, ist Margarete Stokowski. Bei der Spiegel-Online-Kolumnistin, Ex-„taz“-Mitarbeiterin und selbsternannten Expertin, immer wenn es um Feminismus, Sex oder Frauen geht, ist natürlich schon klar, woher der Wind weht, wenn sie sich zu #120db äußern möchte. Auch das „Nazi-Braut“-Titelbild zeigt deutlich, in welchem Schubladendenken die befreite Frau und Autorin gefangen ist.

Das ist auch das eigentliche Problem, das den Beitrag Margaretes durchzieht: Man merkt nur allzu deutlich, dass sie hier mit aller Macht versucht, Argumente für ihre These zu finden, um das eigene Ideologiegerüst nicht ins Wanken geraten zu lassen. Nun ist es prinzipiell kein Problem, wenn Margarete gern den Begriff „Feminismus“ für sich haben möchte und erklärt, dass „Rechte“ gar keine Feministen sein können. Dabei will #120db keine Diskussion um den Begriff „Feminismus“ anstoßen und erst recht keine über die Ansichten einer Autorin, die tatsächlich glaubt, mit ihren zeitgeistkonformen Ansichten irgendwogegen aufzubegehren. Dementsprechend dünn ist die Faktenlage, die Margarete für ihre Argumentation heranzieht. Wie auch im Rahmen von #120db schon oft gesagt: Die Richtigkeit des Faktums, dass die absolute Zahl der „deutschen“ Täter größer ist als die der zugewanderten Täter, wird durch #120db genauso wenig angezweifelt wie eine „Hauptgefahr“ durch Flüchtlinge konstruiert wird.

Aber allein das Verhalten von Margarete und ihres gleichgesinnten Anhangs belegt schon eindrucksvoll, wie sehr dieses Land eine Sensibilisierung beim Thema „importierte Gewalt“ nötig hat. Denn das tatsächliche, faktisch belegte Hauptargument von #120db wird von der „Spon“-Kolumnisten entweder bewusst ignoriert oder bei ihrer oberflächlichen und rein emotional motivierten Recherche übersehen. Besonders schockierend ist doch die Tatsache, dass sich politische Menschen, die vorgeben, sich für Frauenrechte einzusetzen, den Fakten, die ein Ansteigen von Gewalt gegen Frauen (in Ausmaß und Brutalität) dokumentieren, vollkommen verschließen. Klar kann man so zynisch sein und immer wieder betonen, in welchem Umfeld diese und jene Gewalttaten eher passieren, aber man muss schon mehr als zynisch sein, um in einer überhandnehmenden Zuwanderung aus frauenfeindlichen Kulturen keine Gefahr für Frauen in Deutschland zu sehen.

Geschenkt, dass Margarete in ihren Artikel noch die Worthülsen „völkisch“ und „nationalistisch“ hineinmischt. Geschenkt, dass natürlich nochmal auf die Identitäre Bewegung verwiesen wird. Geschenkt, dass über die Frauenquote in der AfD philosophiert wird – das sind nur hilflose letzte Kontaminationsversuche. Das meiste wurde ohnehin schon tausendmal gesagt und geschrieben. Aber manche Kommentare von Margarete Stokowski kann man einfach nicht stehenlassen.

 

Sind wir Feministinnen? Caroline Sommerfeld hat in „Sezession“ auf Julian Dörr von der Süddeutschen Zeitung geantwortet.

 

 

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