“Nazi! Ich bring dich um!”

Foto: Durch Rainer Fuhrmann/Shutterstock
Polizisten gerieten zwischen die Fronten. Foto: Durch Rainer Fuhrmann/Shutterstock

Brutale Attacke an Fasching: Jetzt ist auch Wehrheim im Hinter Taunus in der Lebenswirklichkeit angekommen

Von Klaus Lelek

Polizeiberichte aus der ländlichen Provinz des Hoch und Hinter Taunus lesen sich manchmal wie eine moderne Fassung von Kleists „zerbrochener Krug“. Da wird Buntmetall gestohlen und mit einem grüngelbmetallic-farbigen Renault Clio mit dem Kennzeichen DIZ-KF-268 abtransportiert, der aus der allerletzten Ecke von Rheinland-Pfalz, nämlich aus Diez stammt. Da können die Polizisten jetzt gleich beim Ausladen helfen. Jemand schneidet einen Maschendrahtzaun durch, oder malt ein Graffiti an die Hauswand. Aber dann passieren plötzlich Dinge, die man eher vom Berliner Alexanderplatz kennt oder aus Duisburg Marxloh. So wurden nach dem Fastnachtsumzug in Wehrheim die Eltern einer dreijährigen Tochter von einer „Männergruppe“ brutal attackiert. Der Mann sogar zusammengetreten, die Mutter bekam einen Faustschlag ins Gesicht. Und bei einer Fastnachtsitzung am Samstag im Bürgerhaus wurden Frauen gleichfalls von einer „Männergruppe“ bedrängt. Wer diese Männergruppen sind, darüber schweigt sich sowohl die gleichgeschaltete Presse als auch die Polizei aus.

Polizeisprecher Markus Hoffmann vom Polizeipräsidium Westhessen spricht laut FNP, Lokalausgabe Taunuszeitung, von einer „offenen Gemengenlage“. Tatsache ist, dass es auf Veranstaltung im Bürgerhaus zu einem „Handgemenge“ kam, in dessen Verlauf einer aus der Gruppe der „Bedränger“ einer 21jährigen an den Po griff. Und das alles am Ende in einer „handfesten Auseinandersetzung“ endete. Aber wie beim zerbrochenen Krug scheint sich am nächsten Tag niemand mehr genau an die Täter zu erinnern. Oder besser gesagt an ihr äußeres Erscheinungsbild. Waren es Deutsche? Einheimische? Jugendliche mit Migrationshintergrund? Kamen sie aus den Nachbargemeinden oder gar aus Frankfurt?

Es ist eine „Bewertung nötig“ schreibt die FNP. Wie wäre es erst mal mit einer vernünftigen Beschreibung der Täter? Woher kommt jemand, der den Vater einer Dreijährigen erst als „Nazi!“ beschimpft und dann „Ich bring dich um!“ dranhängt? Bevor er ihm brutal niederschlägt und dann mit seinen Kumpels zusammentritt. Und sogar noch der Frau in Gesicht schlägt. In welchem Kulturkreis werden Frauen bei jeder Kleinigkeit verprügelt?

Mir schwant da was! Auch die Drohung „Nazi! Ich bring dich um!“ erscheint mir wie eine Zauberformel.  So wie „Ficki-Ficki“ oder „Allahu akbar“ oder wie wär´s mit „Scheißdeutscher!“ Das klingt irgendwie „Erdoganisch“ und scheint nicht aus unserem Kulturkreis zu kommen. Jedenfalls wäre es höchst seltsam, wenn ein einheimischer Wehrheimer zu einem anderen gleichfalls Einheimischen „Nazi!“ sagen würde. Geschweige denn die Morddrohung „ich bring dich um!“ über die Lippen bringt. Könnte diese Zauberformel direkt zum Umfeld der Täter führen?

Interessant, dass sich die FNP nicht zur im Polizeibericht genannten Beschimpfungsformel äußert. Dafür kommt, wie bei Hofberichterstattern üblich, der Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) zu Wort. Der ist „tief enttäuscht“, heißt es am Anfang des Artikels, der mit der Überschrift „Wut und Unverständnis“ aufwartet. Und dann folgt der übliche Sermon, den man wie in Köln und anderswo immer nach solchen Attacken und Übergriffen hört: Nun sei die Kommune gefragt… „Die Vorfälle müssen auch von uns nachbereitet werden. Ich werde neben den Informationsaustausch mit meinen Mitarbeitern des Ordnungsamtes und dem Austausch mit den Vereinsvertretern auch das Gespräch mit der Polizei suchen.“ Das letzte wäre wohl am Sinnvollsten. Ironie off. Und dann noch ein schönes Schlusswort, dass von Mutti Merkel stammen könnte: „Wir Wehrheimer werden uns durch solche Vorfälle unser hervorragendes Vereinsleben und ein friedliches Miteinander nicht kaputt machen lassen“. Wehrheim bleibt bunt. Könnte man noch hinten dransetzen. Amen. Apropos „Amen“. Bei der Fastnachtveranstaltung gab es auch einen Raub. ES WURDE EIN GEBETBUCH GESTOHLEN: (es war doch hoffentlich kein Koran)

So nun sind wir wieder beim „Zerbrochenen Krug“ angelangt. Für den werten Leser wie immer einen kleinen Ausschnitt des Polizeiberichtes, damit es nicht heißt, der Taunuswolf hat sich diese dramatische Provinzposse ausgedacht, und versucht das jetzt als Face unter die Leute zu bringen:

Sachverhalt: Nach Beendigung des Fastnachtsumzuges in Wehrheim stießen sich ein 19-jähriger und ein 17-jähriger Beschuldigter gegenseitig aus Übermut. Dabei fiel ein Beschuldigter gegen die dreijährige Tochter des Geschädigten. Dieser sprach daraufhin die Beschuldigten an und wurde nach Beschimpfungen mit “Nazi” und der Bedrohung “ich bring dich um” seitens des Beschuldigten sogleich von ihm mit Faustschlägen gegen den Kopf angegriffen, so dass er zu Boden stürzte. Anschließend traten mehrere Personen, darunter die Beschuldigten auf den Geschädigten ein. Weitere Täter, der von den Geschädigten benannten Personengruppe von ca. 8 – 10 Personen, konnten weder Zeugen noch die Geschädigten konkret nicht benennen. Der Geschädigte wurde leicht verletzt. Bei dem Versuch, ihrem Lebensgefährten zu helfen, erhielt die Geschädigte von dem 19-Jährigen einen Schlag ins Gesicht und wurde leicht an der Unterlippe verletzt.

Härte des Gesetzes für altes Polizeikennzeichen auf Faschingsparty

Wehrheim im Hinter Taunus ist in der Lebenswirklichkeit abgekommen. Doch nicht überall sind die Bürger so couragiert wie in Cottbus. Sie sind nur „tief enttäuscht“….   Die Polizei wiederum, die in den beschriebenen Fällen von einer „offenen Gemengenlage“ faselt, versteht bei anderen Anlässen keinen Spaß, wenn jemand auf der Faschingsparty zum Beispiel ein „altes Polizeiabzeichen“ am Pullover trägt:

Sachverhalt: Der 20-jährige Beschuldigte trug im Rahmen einer Faschingsfeier ein echtes, älteres Hoheitsärmelabzeichen der Hessischen Polizei. Dieses war auf einem blauen Strickpullover, ähnlich der Originaluniform, aufgebracht. Zudem trug der Beschuldigte eine Weste, ähnlich der polizeilichen Schutzwesten, mit der Brust- und Rückenaufschrift “POLIZEI”. Ebenso trug der Beschuldigte einen Gürtel, ähnlich der Einsatzkoppel, mit sichtbaren Handfesseln. Im Rahmen der Veranstaltung sprach der dort eingesetzte Sicherheitsdienst die dort eingesetzten Polizeibeamten an. Der Sicherheitsdienst fragte, ob der Beschuldigte zu den Beamten gehören würde, da er nach Aussage des Sicherheitsdienstes mit einem echten Polizeibeamten zu verwechseln wäre.

Die Polizei Usingen weist anlässlich dieses Falles darauf hin, dass das Tragen von täuschend echten Uniformteilen der Polizei durch Unbefugte das Vertrauen von Bürgern insbesondere in Notlagen erschüttert und es zu unnötigen Missverständnissen führen kann.

Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet und das Uniformteil sichergestellt.

Hat jemand noch Fragen zum Zustand dieses Landes? Braucht man um kabarettistisch oder satirisch tätig zu werden nur noch solche Berichte veröffentlichen? Da hat sich jemand an Fasching als Polizist verkleidet und wird juristisch verfolgt. Das gabs nicht mal in der Nazizeit! Aber ich will schon mal eine Wette abschließen. Die Sache mit dem Polizeiabzeichen wird härter bestraft als die Morddrohung samt gefährlicher Körperverletzung!     

http://www.kreisblatt.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Wut-und-Unverstaendnis-nach-Zwischenfaellen-am-Fastnachtssamstag;art48706,2906120

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50152/3864424

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