Ist Angela tatsächlich keine „Nutte“?

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In der linksradikalen „Berliner Zeitung“ darf sich ein linksradikaler Götz Aly mal wieder über die nicht linksradikale, also böse AfD auslassen. Ganz besonders stinkig ist er über den Politiker Peter Boehringer, der es gewagt hat, seine Heiligkeit, Angela Merkel zu verunglimpfen. Aly schreibt:

…Wenn es in Deutschland heute eine versiffte Ekelecke gibt, dann in der AfD. Es ist widerlich, dass der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag, der AfD-Mann Peter Boehringer, nach neuesten Erkenntnissen am 9. Januar 2016 eine Rundmail verschickt hat, in der steht: „Die Merkelnutte lässt jeden rein, sie schafft das. (…) Dumm nur, dass es unser Volkskörper ist, der hier gewaltsam penetriert wird.“

Diese Sprache ist nicht nur verletzend, wie manche beschwichtigend schreiben, sie ist neonazistisch. Der Gewaltrüpel Boehringer muss seines Vorsitzes enthoben werden. Gewählt wurde er übrigens mit den Stimmen der FDP; nur Die Linke lehnte ihn ab; CDU, CSU, SPD und Grüne enthielten sich. Es geht in diesem Fall nicht allein um die Person Angela Merkel, sondern um die Würde der Bundesregierung und des Bundestages…

Für den linksradikalen Merkel-Verehrer Götz Aly ist Boehringer ein Mann mit gewaltgeilen Männerfantasien – so kann auch nur ein spießiger, verklemmter Reaktionär schreiben.

Denn was soll die ganze Aufregung. Auf „Wikipedia“ lesen wir zu diesem „Skandal“:

In der Soldatensprache der 1930er Jahre finden sich zum Beispiel „wie eine Nutte in Feuerstellung liegen“ für einen Mann, der „in Rückenlage mit gespreizten Beinen“ liegt oder „sitzen wie eine (vollgeile) Nutte in Lauerstellung“ für „sehr unanständig sitzen“.

Ebenfalls aus den 1930er Jahren stammt der Ausdruck „schiefe Nutte“, der die unehrliche oder unaufrichtige Prostituierte bezeichnet. In dieser Zeit entstand auch die Redensart „stinken wie eine Nutte“, mit dem auf den Geruch nach einem billigen Parfüm angespielt wird; ähnlich auch das Kompositum „Nuttendiesel“ für ein übel riechendes Parfüm.

Die Komposita folgen alle dem Schema, ein Substantiv mit dem Wort „Nutte“ zu verbinden, um die mit dem Substantiv bezeichnete Person herabzuwürdigen. Zum Beispiel „Filmnutte“ (etwa ab 1920) für eine Frau, die als Gegenleistung für eine Rolle in einem Film zum Geschlechtsverkehr bereit ist; analog die „Theater-Nutte“ (etwa ab 1925) für eine „Schauspielerin mit geringem Bühnentalent, aber tüchtig in der Nutzanwendung ihrer körperlichen Reize“. Bereits aus den 1930er Jahren stammt die „Windsnutte“ für eine „beischlafwillige Motorradmitfahrerin“.

Eine Fülle von Komposita entstammt den Orten, an denen Prostituierte auf ihre Freier warten: so zum Beispiel die „Abrufnutte“ (etwa ab 1958) für das Callgirl. In den 1960er Jahren entstanden aus dem Bereich der Straßenprostitution stammende Begriffe wie „Autonutte“, die zu einem Freier in das Auto steigt, „Benzinnutte“, die ihr Gewerbe in ihrem eigenen Wagen ausübt, oder allgemein die „Zwanzigmarknutte“ für eine Frau, die auf dem Straßenstrich arbeitet.

Auf die Art der Bezahlung spielt beispielsweise die „Naturaliennutte“ (ab etwa 1925) an, die gegen Bezahlung in Naturalien arbeitet.

Der Begriff „Nutte“ ist also lediglich eine umgangssprachliche Beschreibung für eine Prostituierten, die je nach Gelegenheit auch auf andere Personen übertragen wird. Aber Aly hat das Entscheidende gar nicht bemerkt. Boehringer hat hier nämlich etwas verwechselt. Eine „Merkelnutte“ ist eine Frau, die sich für die Kanzlerin verkauft (prostituiert) und davon gibt es im Umkreis von Angela jede Menge, nur nicht Angela selbst, für die würde vielleicht der Begriff „Zuhälterin“ besser passen. Aber das wäre natürlich herabwürdigend.

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