Heimat ist ein Schreckenswort für Globalisten

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Seehofer ist in der verkehrten Partei (Foto: Collage)

Markus Söder verdankt seinen bevorstehenden Aufstieg zum bayrischen Ministerpräsidenten auch dem Umstand, nicht nur Finanzminister, sondern zudem Heimatminister im Freistaat zu sein. Diese Funktion hat der Franke bestens genutzt, um all möglichen Orte und Winkel Bayerns zu besuchen und sich dort Anhang zu sichern.

Ob dem müden, von Söder nach Berlin verdrängten Horst Seehofer als künftig bundesweit tätigem Heimatminister ähnlicher Erfolg beschieden sein wird, darf sehr bezweifelt werden. Aber für einigen Wirbel hat seine neue Aufgabe bereits gesorgt.

Vor allen die in Deutschland zahlreich vertretenen Globalisten, Universalisten, Internationalisten, also die aus ideologischen Gründen Heimatlosen und Heimatverächter, reagieren gereizt oder aggressiv ironisch. Und einige Migranten, die ihre alte Heimat verlassen haben, aber ihre neuen Lebenskreis nicht als Heimat betrachten mögen, geben sich besorgt, denn sie fürchten mal wieder Ausgrenzung  aus der Heimat der Deutschen, in der es sich laut der Merkel-Partei „gut und gerne leben“ lässt.
Collage: PI News
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Heimat am „rechten Rand“

Gut und gerne leben in Deutschland vor allem die Leser der Wochenzeitung „Die Zeit“, denn die allermeisten dieser Leser haben als beruflich etablierte Akademiker ein sehr auskömmliches Einkommen, das in der Heimat Deutschland verdient wird. Viele dieser Leser haben irritiert und mit Protest auf den “Zeit“-Artikel eines Daniel Schreiber reagiert, der die Überschrift trug: „Deutschland soll werden, wie es nie war“. Wem diese Aussage etwas rätselhaft erschien, dem wurde gleich klar gemacht: „‘Heimat‘ ist kein politisch unschuldiger Begriff, daran ändert auch ein Ministerium nichts. Wir sollten das Wort dem rechten Rand überlassen.“

Man musste den folgenden Text gar nicht mehr lesen, um bereits zu wissen: Herr Schreiber, Jahrgang 1977, aus Mecklenburg stammend, in Berlin lebend, hat ein Problem mit der Heimat und mit Seehofers neuer Nebentätigkeit. Wer den Text trotzdem liest, weiß bald, dass Herr Schreiber auch ein Problem mit Trump, Russland, Brexit, der Türkei, Polen, Ungarn, Österreich, Seehofer und selbstverständlich auch der AfD hat.

Selbst die längst untergegangene DDR, in der er seine Kindheit verbrachte, entkommt nicht seiner Kritik, „diente“ der „Heimatkunde“-Unterricht dort laut Herrn Schreiber doch der „ideologischen  Indoktrination“. Es ist übrigens immer besonders belustigend, wenn vor ideologischer Indoktrination geradezu berstende Schreiber wie Herr Schreiber, das anklagen, wovon sie, nur in anderer Variation, selbst unheilbar infiziert sind.

Nun gehört es zu den demokratischen Freiheitsrechten hierzulande, den Begriff „Heimat“ nicht zu lieben, ja ihn sogar zu hassen. Doch Herr Schreiber will sich damit nicht zufrieden geben, sondern hat an die „Zeit“-Leser ganz im Ungeiste der „Politischen Korrektheit“ appelliert: „Wir sollten das Wort dem rechten Rand überlassen.“ Die überaus zahlreichen Leserzuschriften lassen allerdings vermuten, dass entweder viele dieser Leser den Begriff „Heimat“ keineswegs dem „rechten Rand überlassen“ wollen oder aber gar selbst zu diesem gezählt werden müssen.

Heimat und Identität

Die Reaktion der „Zeit“-Konsumenten, die meist bürgerlich-liberal bis grün-linksliberal eingestellt sind, lässt erkennen, dass sich selbst im bunten Deutschland nicht jede Attacke auf die begriffliche Identität des Volkes mit Erfolg reiten lässt. Zu dieser Identität gehört der sehr deutsche, auch im Ausland bekannte Begriff „Heimat“ untrennbar.  Schon im „Bilder-Conversation-Lexikon für das deutsche Volk“ von 1838 stand:

„Heimat nennt man das Land, wo man geboren ist. Jeder Mensch fühlt in seiner Brust ein mächtiges Gefühl, in welchem er seine Kindheit und Jugendzeit verlebte“.

Auch wenn dieses Gefühl bei Herrn Schreiber und seinen zahlreichen Brüdern und Schwestern im Geiste ausgetrieben oder tot ist – für die überwältigende Masse der Deutschen ist und bleibt Heimat ein positives, schönes, vertrautes Wort. Und noch immer bekommen auch unter den extrem reiselustigen Landsleuten die allermeisten in der Ferne irgendwann jenes Heimweh, welches es ohne Heimatgefühl nicht geben könnte.

Es mag durchaus sein, dass es weder Seehofer noch die künftige Bundesregierung wirklich ernst meint mit dem Heimatministerium. Doch glaubt irgendjemand, es wäre davon überhaupt die Rede ohne den Wahlerfolg der AfD und dem zunehmenden Widerstand gegen Überfremdung und Entwurzelung? Der freiwillig heimatlose, doch in Wahrheit an seiner Heimat aus sehr individuellen Gründen leidende Herr Schreiber hat nicht ohne Grund Alarm für seinesgleichen geschlagen. Doch spricht erfreulich viel dafür, dass der Begriff Heimat und das Bedürfnis nach ihr viel länger existierten werden als diejenigen, die ihn an den „rechten Rand“ verbannen wollen.

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