Irak: „Allmächt, die Uschi kommt …“

Foto: Wikipedia/ Von Dirk Vorderstraße - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34048622
Frau mit Herz: Ursula von der Leyen (Foto: Wikipedia/ Von Dirk Vorderstraße - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34048622

Ursula von der Leyen, ihres Zeichens geschäftsführende Bundesverteidigungsministerin, ist in den Irak gereist, um mit der dortigen Zentralregierung das weitere Vorgehen gegen den IS zu besprechen. MSN meldet nicht, wie man sich das vorstellen muß. Die informative Ergänzung.

von Max Erdinger

Irgendwie stellt man sich natürlich vor, wie das aussieht, wenn sich hochrangige Vertreter der irakischen Zentralregierung mit der Frau von der Leyen treffen, um militärische Fachgespräche zu führen. Pressebilder von Treffen dieses Typs gibt es zuhauf. Teetischchen, Handshake, gut frisiert lächeln, freundlich rüberkommen und so weiter. Wovon es keine Bilder gibt, das ist der Moment, in welchem dem Leidtragenden unter den Militärexperten der irakischen Zentralregierung mitgeteilt wird, daß er nächstens Besuch von Ursula von der Leyen erhalten wird. Das ist schade. Das wären bestimmt lustige Bilder.

Laith, 39,  ist Postbote beim Militär der irakischen Zentralregierung. Er überbringt dem stellvertretenden Ersatzvizekommandeur Haias, 57, (MSN: „hochrangiger Vertreter“) die Schreckensbotschaft.

Laith: „Bei Allah, Haias, die gefönte Grinsgrimasse aus Deutschland kommt nächste Woche hier angeflogen, um uns wieder den letzten Nerv zu rauben mit ihrem oberlehrerinnenhaften Geschwätz von der gendergerechten Bekämpfung des Feindes.

Haias: „Leck´mich am Arsch. Ich werde wieder lächeln müssen. Ich mach´krank. Muß das sein?“

Laith: „Ja, sie kommt wirklich. Keine Verschonung. Ich habe den Brief selbst gelesen.

Haias: „Du sollst nicht immer meine Briefe lesen, Laith. Du bist nur der Postbote.

Laith: „Ja, tut mir leid. Bei Allah, bin isch halt neugierig.

Haias: „Womit kommt sie denn dieses Mal? Mit dem Fahrrad? Von ihren Fluggeräten geht doch keines mehr. Nicht daß das wieder so ein Mediendesaster wird wie letztes Mal, als wir sie an der Küste erst orten und dann abholen mussten, weil sie einem syrischen Schlauchbootnavigator ihrer komischen Marine vertraut hatte, um ein Zeichen zu setzen, während die ganze Medienmeute 100 Kilometer weiter westlich gewartet hat.

Laith: „Ja, nochmal können wir nicht auf Archivbilder fürs Fernsehen zurückgreifen. Die hat beim letzten Mal schon viel zu jung ausgesehen. Irgendwann merkt noch jemand, daß die bei ihren Besuchen hier immer dieselbe Frisur und dasselbe Alter hat.

Haias: „Meinst du, wir könnten ihr einreden, daß es besser für uns alle wäre, wenn sie ihre eigenartigen Jungs wieder mit nachhause nimmt? Wir hätten insgesamt zwölf Gewehre mehr, wenn die weg wären, weil wir ihnen die Gewehre nicht mehr leihen müssten. Selber haben sie ja nicht genug. Und was die damit sinnlos unsere Munition verballern, das geht ja auf keine Kuhhaut. Bloß, weil sie Alarmisten sind. Wir hätten ja den IS ganz gut im Griff, wenn wir uns nicht dauernd mit seiner gendergerechten Behandlung auseinandersetzen – und den deutschen Jungs unsere Gewehre nicht geben müssten.

Laith: „Ja, weißt du noch, neulich? Da hätten wir einmal ihre Unterstützung gebraucht, als sie ein Schlagloch an der Front ausbessern sollten – und dann sind sie wegen der Umwelt nicht gekommen. Weil beim einzigen VW-Bus mit orangefarbenen Rundumleuchten, den sie noch hatten, die AU abgelaufen war und die Ölwannendichtung feucht gewesen ist. Aber unsere Gewehre hatten sie.

Haias: „Na ja, vielleicht hat sie dieses Mai wenigstens ihren Mann dabei, den Hendricks. Mit dem könnte man vielleicht mal ein paar vernünftige Sätze reden.

Laith: „Die ist nicht wirklich mit Jimmy Hendrix verheiratet, oder?

Haias: „Da sieht man mal wieder, warum du nur der Postbote bist: Jimmy Hendrix ist schon seit 48 Jahren tot. Der Mann von der Grinsgrimasse heißt Barbara mit Vornamen. Mit dem ist sie, glaube ich, verheiratet. Jedenfalls hat einer von den Zentralregierungsräten letztes Jahr seine Hand geschüttelt. Das muß ihr Mann sein.

Laith: „Ah, ich weiß, wen du meinst. Nein, der ist es nicht. Postboten sind nicht so dumm, wie du glaubst. Der Hendricks war gar kein Mann. Sonst hätten sie dem Zentralregierungsrat nicht die Flossen amputiert dafür, daß er dem Hendricks die Hand geschüttelt hat. Ich wusste nur nicht, wie die Frau aus Funny Germany hieß, welcher der entflosste Zentralregierungsrat irrtümlich die Hand geschüttelt hatte.

Haias: „Man muß die Dinge, glaube ich, manchmal ein bißchen positiv sehen, Laith. Wenn die nächste Woche mit dem Fahrrad und ohne ihren Mann alleine hier ankommt, dann hat sie wenigstens auch die Merkel nicht dabei. Das wäre nämlich der GAU für meine Nerven.

Laith: „Mir stinkt ja immer am meisten, wie die beim IS sich beömmeln, wenn sie spitzkriegen, daß uns wieder so eine gefönte Grinsefrau aus Germany auf die Nerven geht. Wir müssen unbedingt dafür sorgen, daß sie es wenigstens dieses Mal nicht mitbekommen.

Haias: „Weißt du was? Wir holen die nächste Woche einfach am Fahrradständer vor dem Bahnhof ab und transportieren sie in den Kinosaal. Dort zeigen wir ihr eine alte Ufa-Verfilmung der Schlacht von Königgrätz und erläutern ihr dabei die Lage mit dem IS an der Front. Dann darf sie ein Statement abgeben, wir grinsen freundlich dazu – und dann bringen wir sie zum Fahrradständer zurück.

Laith: „Genau, so machen wir das.

 

 

 

 

 

 

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