Inge Steinmetz: Ein letztes Mal: „Hallo Maddin“

Jouwatch Collage: Schulz im Zug

So schnell kommt der Fall! Groß gefeiert im März 2017, mit 100 % Zustimmung zum SPD-Chef gewählt. Ein einzigartiges Ergebnis in der Geschichte der Partei!

Von Inge Steinmetz

Wenn man da nicht größenwahnsinnig wird, sich schon als künftigen Kanzler sieht und Merkel voreilig – und ganz großzügig – die Rolle der Vizekanzlerin zuschiebt! Und gleich einen Deal mit Gabriel eingeht: Bekomme ich den Parteivorsitz und werde Kanzlerkandidat, dann wirst und bleibst du Außenminister! Ein Parteivorsitzender, der erklärt, dass die SPD dafür sorgen muss, dass JEDE Frau, JEDER Mann, JEDES Kind im Mittelpunkt der Politik steht. Ein kleines Wort in diesem Satz hat gefehlt, aber das ist dir nicht aufgefallen, lieber Maddin. Das haben wohl nur die Wähler bemerkt, denn es ging nicht um die DEUTSCHEN Frauen, Männer, Kinder!!! So ist die Anfangsbegeisterung schnell flöten gegangen und die SPD verliert die wichtigen Landtagswahlen im Frühjahr 2017.

Und dann das Desaster bei der Bundestagswahl! 20,5 %, die große Volkspartei ist am Boden. Die Ankündigung, dass die SPD in die Opposition gehen soll, eine richtige Entscheidung nach vielen Fehlern. Der Satz: „In eine Regierung von Angela Merkel werde ich NIE eintreten“ fällt! Und er bleibt fest in den Köpfen (blödes YouTube, da kann sich jeder alles noch x mal ansehen!). Und dann die 180 Grad-Wende, natürlich nur zum Wohle des Volkes, ganz klar, aber so ein Gespräch mit dem Bundespräsidenten, das wirft halt alle guten Vor- und Grundsätze über den Haufen!

Nach den Sondierungsgesprächen dann der Satz: „Die Bundesrepublik Deutschland ist das Land, das die Europäische Union zusammen mit Frankreich führen muss, um die Demokratie zu stärken!“ Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, dass zwei Staaten die FÜHRUNG übernehmen sollen, um die DEMOKRATIE zu stärken. Und ich dachte immer, dass die EU aus 27 Staaten besteht und nicht aus zweien!

Ach Maddin, die Nächte der Koalitionsverhandlungen waren wohl zu lang. Du kündigst den Rücktritt vom Parteivorsitz an und möchtest dann DOCH ins Kabinett Merkel, als Außenminister! Das kommt bei der Basis der SPD nicht gut an und bei Sigmar Gabriel auch nicht. Noch ein Wortbruch! Es muss also unheimlich rumort haben, wenn du nun auf das Amt des Außenministers „freiwillig“ verzichtest und nur noch als gewöhnlicher Bundestagsabgeordneter im Saal sitzen wirst.

Das Wort „Respekt“ habe ich übrigens in meinem ganzen Leben noch nie so oft gehört wie heute am 9.2.2018, alle zollen dir Respekt, weil du „verzichtest“ hast! RESPEKT, frag ich mich? Für einen Mann, der seinen eigenen Untergang durch Lügen selbst herbeigeführt hat? Das kann ja nur noch getoppt werden von einem Preis für Angela Merkel für ihren Kampf gegen kriminelles Schleppertum! Aber auch das wird uns noch blühen!

So wirst du also auch noch im unwürdigen Abgang gefeiert. Zwar nicht mehr mit einem 10-Minuten-Applaus wie beim Bundesparteitag 2017, aber Schwamm drüber, immerhin warst du ja mal FAST-Kanzler und FAST-Außenminister. Mir ging es übrigens auch mal so, ich hab mal FAST im Lotto gewonnen. Ein Volltreffer und fünf Zahlen knapp daneben; ich weiß also, wie du dich fühlst. Vielleicht wirst du aber mal FASTnachtsprinz (für 2018 ist aber auch das schon wieder fast gelaufen) oder du darfst beim nächsten Maddinsumzug auf dem hohen Ross sitzen. Wenn ich die Kanzlerin wäre, dann würde ich dir sagen: „Wir schaffen das“!

Lieber Maddin, ich wünsch dir also was und mit viel Glück ruft dir auf der Straße der ein oder andere flaschensammelnde Rentner noch „Maddin“ zu, ist doch auch was, das hörst du doch so gerne, bei „Volksverräter“ wirst du ja immer gleich stinksauer!

Wandere aus, solange es noch geht!
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