Bigott, Bigotter, Eintracht Frankfurt

Gut das ist jetzt fast ARD-Stil: Aber wirklich lange suchen, muss man nach dem Hitlergruß im Frankfurt Block nicht. (Screenshot youtube, Video im Text verlinkt.)

Gerne und immer häufiger wird in den vergangenen Wochen der Vergleich bemüht Moslems und „Flüchtlinge“ seien die neuen Juden. Doch der neue „Sündenbock“ ist die AfD. War Eintracht Frankfurt ab 1937 „judenrein“ so soll er heute „AfD-rein“ sein. Ganz antifaschistisch natürlich.

Von Volker Kleinophorst

Neuste Runde in dem albernen Tänzchen um die AfD-Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt, mit dem sich der Vereinsvorsitzende Peter Fischer als Antifaschist profilieren möchte: Die Ablehnung der Mitgliedsanträge der beiden hessischen AfD-Sprecher Robert Lambrou und Klaus Hermann am Jahresende 2017.

Am vergangenen Freitag kritisierten die beiden das Verhalten von Fischer, der zwar in den vergangenen Wochen viel über die AfD geredet hat, aber trotz dreier Gesprächsangebote niemals mit ihr, berichtet die WELT.

Herrmann: Wir warten jetzt auf die Entscheidung über unsere Strafanzeigen gegen Herrn Fischer durch die Staatsanwaltschaft.“

„Der Eintracht-Präsident hatte im Dezember gesagt: „Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen.“ Später hatte er in einem Gespräch mit hr-sport nachgelegt. „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.“ Wegen dieser Äußerungen war Fischer Anfang Januar von den beiden AfD-Landessprecher wegen Beleidigung, übler Nachrede, Verleumdung und Volksverhetzung angezeigt worden.

Der Eintracht-Chef wurde am 28. Januar auf der Mitgliederversammlung mit 99 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Er habe nichts von seinen Aussagen zur AfD zurückzunehmen, sagte er vor seiner Wiederwahl, die ganz demokratisch ohne Gegenkandidat und mit den Stimmen von gerade mal 654 der 50.000 Mitglieder stattfand.

Die PR-Aktion, um sich mit Multikulturalismus zu profilieren, hat also nicht geschadet. Das sich der Frankfurt-Boss zu dieser Ideologie bekennt, geht ja aus Fischers Wikipediaseite hervor, ist dabei aber nicht der Skandal.

Das Herr Fischer jede Ablehnung des Multikulturalismus als faschistisch brandmarkt, also wie ja allgemeinen in diesem Thema einen Gegenmeinung gar nicht akzeptiert, ist der Skandal.

Weitere:

Ein Sportverein besonders einer der noch steuerbegünstigt eingestuft ist, kann nicht die Mitglieder einer Partei ausschließen. Man muss sich doch nur einmal vorstellen Herr Fischer würde Muslime wegen Antisemitismus ausschließen, was dann los wäre. Oder Linksradikale wegen der G20-Krawalle und auch deren Antisemitismus. Diese „Menschen“ wegen Antisemitismus auszugrenzen, wäre selbstverständlich gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Und Fischer kann und will die Mitglieder und Stadionbesucher gar nicht überprüfen. Wie auch. Also ein hohles Statement.

Für den „Mut“ dieses abzusondern, applaudieren ihm alle „Demokraten“ besonders in den Schreibstuben der Propaganda-Medien. Beispielhaft wie immer die weltoffene Gesinnung der TAZ:

„Fischer eben mal ein Zeichen gesetzt: Ihr könnt gern woanders spielen, aber nicht hier, nicht mit uns. Natürlich gefällt das AfD-PolitikerInnen und -WählerInnen nicht. Und sie regen sich ganz dolle auf. Fischers Signal erreicht also genau die Richtigen. Ihn dürfte das freuen.“

 Doch selbst bei denen will mittlerweile nicht jeder Leser mit:

 Ist der AfD-Wähler jetzt schon per se Rassist, Fremdenfeind, Gewalttäter, Vereinsschädiger oder Diskriminator?“

Nach dieser Logik waren oder sind Grünen-Wähler Kinderschänder und FDP-Wähler Steuerhinterzieher, Linke-Wähler Mauerschützen und Piraten-Wähler Hacker …

Abgesehen davon, dass Wahlen in Deutschland geheim sind und sich niemand zur eigenen Wahlentscheidung outen muss … noch nicht.“

Paranoid? Übertrieben? Da schauen sie sich doch an, was schon über Journalisten hereinbricht, die einfach mal nachfragen, was sich der Herr Fischer gedacht hat, wie Sven Voss im Sportstudio. „Rechtfertigungsrunde“ und „fragwürdiges Verhörnennt man das bei Focus, das zeige, „was im Umgang mit der AfD gerade schiefläuft.

Die Focus Leser sind, wie man in den Kommentaren sieht, zu mehr als 90% anderer Ansicht:

„…daß ab demnächst alle AfD´ler im Frankfurter Stadion aufgenähte „Blaue Sterne“ an ihrer Kleidung tragen müssen, damit man sie gleich erkennt. Und daß nach jedem Fußballspiel im Frankfurter Stadion dort Bücher von AfD´lern oder deren Anhängern verbrannt werden?“

„…der wendet faschistische Methoden an, die zu bekämpfen er vorgibt. Wer ausgrenzt und diskriminiert wie es Fischer tut, der ist ein Heuchler! Wie kann ein Mensch einfach 13% der Bevölkerung ausgrenzen wollen, nur weil die nicht seinem verschrobenen Weltbild entsprechen?“

Doch Sven Voss hilft das nicht. Er muss sich auf Sky noch von Ewald Lienen bepöbeln lassen, der Fischer in Sky 90 bestätigt: „Sie haben sich für gar nichts zu entschuldigen.“

 Leserkommentare:

„Da haben sich ja 2 gesucht und gefunden. Ewald Lienen, der früher öffentlich seinen Wehrpass verbrannte, später aber große Teile seines Vermögens bei riskanten kapitalistischen Anlagen verlor und als Trainer überall versagte. Peter Fischer, von dem keiner so richtig weiß, womit er sein Geld verdient, den größten Teil des Jahres in Thailand verbringt und nach dem Vorbild seiner Vorgänger (Ohms, Gramlich jun. etc.) in der Frankfurter Halbwelt zuhause ist. Dieser Typ maßt sich an, 15% der Bevölkerung als braunes Pack zu bezeichnen. Zum Glück kann er bei seinem geringen Einfluss wenig Schaden anrichten.“

Man stelle sich vor irgendein Verein würde die GRÜNEN oder Merkel in seinem Verein als unerwünscht bezeichnen, da wären sofort alle linksverdrehten Medien im Schnappatmungsmodus und der Verfassungsschutz wurde ermitteln! Nur bei der einzigen demokratischen Partei der AFD, da meint jeder er könnte diese grundlos diffamieren! Wie sagte Oskar Wilde so treffend, „Demokraten sind so lange demokratisch, solange man deren Meinung teilt“!“

„Peter Fischer hat eine demokratisch zweifelhafte Linie seines Vereins vorgegeben und dazu wurde er im Sportstudio befragt. Er wurde weder angegriffen, noch zu einer Entschuldigung gedrängt. Es wurde lediglich kritisch hinterfragt. Wesentlich kritischer zumindest, als man das in solchen Fällen sonst kennt. Das Lienen und seine Brüder im Geiste damit nicht umgehen können, ist bezeichnend.“

Als es wirklich darauf ankam, war die Eintracht nicht viel besser als andere, wie der Mattias Thoma in seiner Geschichte des Vereins zur NS-Zeit “Wir waren die Juddebube“ schreibt:

… auch an die fragwürdige Rolle zu erinnern, die Rudolf Gramlich im Dritten Reich spielte, der 1938 mit nur 30 Jahren zum Vereinsführer bestellt wurde. Der 1988 gestorbene frühere Nationalspieler, von 1955 bis 1970 Präsident des Klubs, gehörte 1939/40 einem Totenkopfregiment der Waffen-SS an und stand im Verdacht, an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein.“

Ziemlich sicher profitierte Gramlich von der „Arisierung“ jüdischen Eigentums.“

Auf SGE4ever.de, einem Online-Magazin über die Frankfurter Eintracht, steht zur „Erinnerung an Juden im deutschen Fußball“ folgendes:

„Nur wenige Wochen nach dem Machtantritt von Adolf Hitler als Reichskanzler begann die systematische Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Am 9. April unterzeichneten 14 Vereine aus dem Süden der Republik, darunter auch der FSV und Eintracht Frankfurt, die sogenannte „Stuttgarter Erklärung“, in welcher beschlossen wurde, „sich der nationalen Regierung (…) freudig und entschieden“ zur Verfügung zu stellen und „insbesondere in der Frage der Entfernung der Juden aus den Sportvereinen“ mit den neuen Machthabern zusammenzuarbeiten.“

Stolz ist man in Frankfurt heute darauf:

Im Gegensatz zum, um ein Beispiel zu nennen, 1. FC Nürnberg, der schnellstmöglich den Ausschluss seiner jüdischen Spieler durchsetzte, verzichteten die Hessen aber zunächst auf die Einführung dieser radikalen judenfeindlichen Bestimmung. Erst im Jahr 1937, nach den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, mussten die letzten Sportler jüdischer Herkunft die Adler verlassen.

Quasi gelebter Antifaschismus. Helden.

Doch heute wird bei der Eintracht niemand ausgegrenzt. Nicht mal Michael Hopp Mäzen, des verhassten TSG Hoffenheim, den man schon mal als Sohn eine Hure bepöbelt. In aller Freundschaft, demokratisch und antifaschistisch.

Und auch der Hitlergruß ist im Block der Frankfurter nicht so ungewöhnlich (direkt am Anfang, linke Bildhälfte).“ (Aber das ist sicher der Arm von Peter Fischer, der ein paar wackere Demokraten begrüßt.)

Anno Hecker von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist das durchaus bewusst, wenn er schreibt:

„So eine Aufforderung zur Selbstprüfung und Trennung im Fall der Fälle hätte man sich von Fischer schon gewünscht, als Eintracht-Fans in Nah und Fern als Vandalen auftraten. Die Satzung muss für jeden gelten.“

 Auch hier gehen die Leser deutlich weiter:

Es waren Fans der Eintracht die in Hoffenheim Dietmar Hopp bzw. den Verein als „Hure“ beschimpften, so ganz genau war es zum Glück nicht zu verstehen. Und es waren die Spieler der Eintracht die sich nach dem Spiel bei den Fans bedankten. Also werden solche menschenverachtenden Sprüche und Gesänge vom Verein augenscheinlich gefiltert und für gut geheißen. Kommt also immer darauf an ob die Fans die Richtigen beschimpfen! Zum Kotzen diese scheinheilige Moralapostel. Beim Spiel von Mönchengladbach war es das Gleiche. Andere Vereine bzw. Deren Fans haben mehr Anstand.“ 

Die Nazis haben es getan, die SED auch: Wer politisch nicht genehm war, hatte keinen Platz im Sport. So wurden erst Juden ausgesondert später Leute, die nicht bereit waren, die Ideale des Sozialismus öffentlich aktiv zu bejubeln. Doch Deutschland lernt nicht dazu – wir drehen uns im Kreis. Der Ariernachweis wird schon wieder hoffähig. Mal ist es ein Theater, dass Mitbürger nicht erträgt, nun auch ein Fußballverein. Und wie stets sehen sich die Beteiligten im Recht, denn (bösartige, zerstörerische) Minderheiten haben ja keine. Vollends absurd wird die Diskussion, wenn der Artikel nahe legt, rechtlich wäre die neue totalitäre Grundstimmung, der Tugendterror der Erlauchten, unangreifbar. Dabei fällt insbesondere auf, dass die „Freiheit“ der einen betont wird und deren „gesellschaftliche Verantwortung“ (die die Gegenseite offenkundig nicht ausübt). Die Verantwortung für (!) die Freiheit (der anderen) kommt dabei aber niemals vor. Das ist so grausam deutsch, dass es mich nur noch anwidert.“

 „Nicht mal 700 der 50.000 Eintrachtmitglieder waren bei dieser „Mitgliederversammlung“ anwesend. Man kann daraus den Schluß ziehen, dass über 99 % an dem Moralgetöse des Herrn Fischer desinteressiert sind. Die 700 Aufrechten konnten sich gegenseitig in ihrem selbstzufriedenen Gefühl bestärken, Retter der Demokratie zu sein, ohne zu bemerken, welchen unglaublichen Unsinn sie über die AfD verbreiten, wenn sie diese mit der Mörderbande NSDAP vergleichen…

 „….müsste nach Fischers Denke wären aber auch Katholiken und Moslems des Vereins „unwürdig“. Frauen können dort schon nicht Pfarrer werden und der Islam differenziert erheblich nach Gläubigen und Ungläubigen, ohne das man hierzu auf markante Suren zurück greifen müsste. Da er aber nicht so konsequent ist, drängt sich der Verdacht auf, es handele sich um Wahlkampfgetöse auf Vereinsebene.“

Um Sponsorengelder wird es sicher auch gehen.

Ich finde es frappierend, in der „dunklen Zeit“ war die „Reinheit der Rasse“ der Fetisch der Macht. Heute ist es deren Verneinung. „Rasse Nein“ statt „Rasse Rein“. Rassistisch ist beides. So ist man ja dann immerhin noch ein Traditionsverein.

PS.: In den vielen Veröffentlichungen zur NS-Zeit im deutschen Fußball ist pauschal von Juden die Rede. Es handelt sich um Deutsche jüdischen Glaubens.

Zuletzt sei an die Stuttgarter Erklärung aus dem Jahr 1933 erinnert, in der es heißt:
„Am 9. April 1933 bekundeten 14 süddeutsche Fußballclubs ihre Absicht, jüdische Mitglieder aus den Vereinen auszuschließen. Unterzeichnet wurde die Erklärung von den Spitzenvereinen der damaligen Zeit; darunter unter anderem die Stuttgarter Kickers, Phönix Karlsruhe, Eintracht Frankfurt, Bayern München, der 1. FC Nürnberg, 1860 München und der 1. FC Kaiserslautern.

Die Ausgrenzung der Juden, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 in allen Bereichen der Gesellschaft zu beobachten war, wurde damit auch im süddeutschen Vereinsfußball angekündigt. Umgesetzt wurde die Stuttgarter Erklärung später durch die Aufnahme so genannter Arierparagraphen in den Satzungen der Vereine. Der 1. FC Nürnberg beschloss mit Wirkung zum 1. Mai 1933, alle ihm angehörigen jüdischen Mitglieder auszuschließen. Bei Bayern München kam es 1935 zu einer solchen Satzungsänderung. Auch beim 1. FC Kaiserslautern gab es bis Ende 1936 keine jüdischen Mitglieder mehr.“

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