Schulzzug entgleist: Reißt Maddin auch Merkel in den Abgrund?

"Den Schulzzug hält niemand auf!", Bildschirmfoto Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=8RQjl48o5PA&feature=youtu.be

In Deutschland sind viele Dinge ein bisschen anders. Während das Ausland sich schon lange kaputt lacht, wie Angela Merkel das Land in einen durchgeknallten Hippiestaat verwandelt, haben doch viele Deutsche langsam den Witz verstanden. Erwacht auch der Journalismus? Der Pressespiegel zum schwarzen Freitag der SPD:

Martina Fietz, Focus:

 „Freundschaft ist in der Politik keine belastbare Größe. Auch Loyalität hat keine Garantie auf Gegenseitigkeit. Erst recht ist es ein Irrglaube, dass in einer Partei alle an einem Strang ziehen, um die eigene Nummer eins gut aussehen zu lassen. Das zeigte der Blick auf die Berliner Bühne in dieser Woche wieder einmal sehr gut. Da arbeiten viele der Hauptfiguren derzeit mit aller Kraft daran, dem ermatteten Publikum vor Augen zu führen, dass es am Ende doch vor allem um eins geht: Was wird aus mir?

 Nun ist es nicht so, dass man mit Gabriel Mitleid haben musste. Er selbst weiß, mit harten Bandagen zu kämpfen – was sich auch an Schulz‘ Rückzug zeigt.“

 „Dass auch die Kanzlerin nicht gerade zimperlich ist im Umgang mit vermeintlichen oder tatsächlichen Widersachern, ist hinlänglich bekannt.“

Thomas Ritschel, Achse des Guten:

„Schulz kommt, Gabriel geht. Gabriel bleibt, Schulz verzichtet. Morgen kann alles wieder ganz anders sein. Fest steht nur eines: Die SPD zerlegt sich selbst. Und wer das Amt des Außenministers bekommt, könnte demnächst zugleich mit der Ziehung der Lotto-Zahlen entschieden werden.

 „Von Szene zu Szene schleppte sich auf der Berliner Staatsbühne die Rangelei der Parteien um die Macht. Wie in der Boulevard-Komödie klappten die Türen mal auf dieser, mal auf jener Seite. Kaum dass einer abging, trat der nächste aus den Kulissen. Volkstheater ohne Volksschauspieler, dafür besetzt mit Laiendarstellern, die gaben, was sie für das Beste hielten, bis sie sich zum Schluss, als keiner mehr weiter wusste, alle den Faden verloren hatten, zänkisch vereint vor dem Publikum aufstellten.“

 Unverhofft folgte der Klamotte eine Tragödie auf den Fuß: die politische Hinrichtung Sigmar Gabriels. Obwohl ihm das Amt des Außenministers, das er derzeit kommissarisch versieht, auch für den Fall einer neuen GroKo versprochen gewesen sein soll, namentlich von Martin Schulz, wurde er kaltherzig von Bord gestoßen.“

Thomas Spahn, Tichys Einblick:

Es gärt in der Union … Wer nimmt den Deckel hoch?“

 „…ob die Deutschen aus ihrer Geschichte gelernt haben und in der Lage sind, diesen Spuk zu beenden, bevor er in der finalen Katastrophe endet – wer will das beantworten?“

 „…gut vorstellbar, dass dieses Mal sogar Bürger daran mitwirken, die früher als Mitglieder der Union nicht einmal in ihren wüstesten Träumen daran dachten, irgendetwas zu tun, das die Obrigkeit für illegal und gegen sie gerichtet hält.

BILD:

„Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk: „Angela Merkel sollte die Zeichen der Zeit erkennen und einen Übergang in dieser Legislaturperiode schaffen.“

 „Klaus-Peter Willsch, CDU-Bundestagsabgeordneter, rief seine Partei auf, sich auf die Zeit nach einem Abgang Merkels vorzubereiten. „Wir müssen uns in der CDU schon jetzt überlegen, wie wir uns ohne Merkel personell neu aufstellen“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Denn diese Legislaturperiode kann auch sehr schnell vorbei sein.“

Christian Teevs, SPIEGEL:

„Eine Partei zerlegt sich selbst: Erst schimpft Sigmar Gabriel öffentlich über Spitzengenossen, dann verzichtet Martin Schulz auf das Außenministerium. In der SPD herrscht Fassungslosigkeit.“

 „Nach SPIEGEL-Informationen war die Angst vor dem Mitgliedervotum auch der Grund, dass aus Nordrhein-Westfalen massiv Druck auf Schulz ausgeübt wurde.“

 „Ob sie damit wirklich einen Beitrag zum Gelingen des Mitgliedervotums leistet, ist unklar. Aus der No-GroKo-Bewegung heißt es, man beobachte das Chaos mit Entsetzen – aber ohne Angst um einen Erfolg bei der Abstimmung.“

Peter Bartels, PI-News:

Der größte Schaumschläger der SPD-Geschichte ist weg. Er ist ausgerechnet über Sigmar Gabriel gestolpert. Der EU-Millionär aus Würselen wollte sich heimtückisch den Außenminister-Posten unter den Nagel reissen. Das war’s …

 Das Würstchen hatte die Rechnung ohne die letzten richtigen Sozis gemacht. Wie Merkel womöglich nicht mit den letzten Männern mit Eiern in der CDU. Und dabei dachte die Plumpe, die hätte sie längst alle entsorgt

Und:

„Sie hat Deutschland verarscht … Sie hat die EU verarscht … Sie hat die Welt verarscht … Und sie hat die CDU verarscht. Und jetzt – endlich – schlägt die frühere Christen-Partei zurück.“

BILD wird wach, sogar bei der WELT und anderswo fangen sie an, sich die Augen zu reiben … Deutschland ist längst wach – die AfD liegt schon bei 15 Prozent. DAS, nichts anderes ist der Grund, warum Sozi-Präsident Schwafel seinen halbtoten Roten zum Kniefall zur Moslem-Merkel schickte… Das ist der Grund, warum Merkel bereit ist, die CDU u n d Deutschland zu meucheln. Sie alle wissen: Neuwahlen sind das Ende!“

„De mortuis nihil nisi bene? Nein, die Deutschen sind noch nicht bereit, in den Tod zu gehen. Sie wollen leben. Darum hat die letzte Stunde der GröKazin, der Größten Kanzlerin aller Zeiten, geschlagen.“

Wolfgang Grupp Trigema, Gastommentar in der WELT:

Eine solche CDU kann ich nicht mehr wählen.“

In der Sache bringt der Koalitionsvertrag nicht einmal Stillstand. Er bringt Rückschritt. Und zwar einen Rückschritt gegenüber dem, was die Wähler durch ihren Stimmenentzug gegenüber CDU, CSU und SPD beim Urnengang im September zum Ausdruck gebracht haben.“

„Ich räume ein, die Vereinbarungen zu den Flüchtlingen bringen eine gewisse Korrektur der Politik vom Sommer und Herbst 2015. Doch diese Korrektur ist mehr als überfällig und ändert wenig an dem dadurch geschaffenen Problem, dass wir viele Leute aufgenommen haben, die eigentlich kein Recht dazu haben.

Dass wir Menschen ins Land kommen lassen müssen, die wir brauchen, ist doch klar, allerdings dürfen dies eben keine Wirtschafts- und Scheinflüchtlinge sein.“

 Für diese Misere, zugleich eine Misere der Union, ist in meinen Augen Kanzlerin Merkel schuldig, weil sie dermaßen an ihrem Sessel klebt. Sie kann nicht zugeben, dass sie mit ihrer Flüchtlingspolitik im Grunde gescheitert ist.

„Ich persönlich bin traditionell CDU-Wähler. Aus dem Koalitionsvertrag werde ich jedoch die Konsequenz ziehen und beim nächsten Mal nicht CDU, sondern FDP wählen.“

Joachim Käppner, Süddeutsche Zeitung:

„Von wegen „Seit‘ an Seit'“: Das Drama um die Posten schadet dem Image der Partei und widert zunehmend an. Das würdelose Schauspiel könnte die Groko verhindern.“

 Schulz wie Gabriel, in Teilen auch Andrea Nahles, stehen nun da als Spitzenpolitiker, denen das eigene Wohl wichtiger ist als das der Partei oder des Gemeinwesens. Noch folgenreicher als der Imageschaden dürfte dieses würdelose Schauspiel werden, sollte die angewiderte SPD-Basis beim Mitgliederentscheid gegen die große Koalition stimmen. Dann geht das Drama der Regierungsbildung weiter, und wer bei Neuwahlen ganz gewiss nicht davon profitieren dürfte, wäre die SPD.

 „SPD und Martin Schulz – das war „die Geschichte eines einjährigen Missverständnisses“.“

Robert Birnbaum, Tagesspiegel:

Für den Spezialauftritt bei Anne Will ist die Lage noch nicht ernst genug; die Talkshow ist Krisen vom Format der Flüchtlingswelle 2016 vorbehalten. Aber zum Interview am Sonntag im ZDF-Journal „Berlin Direkt“ hat sich Angela Merkel angesagt. Das will etwas heißen bei der Kamerascheuen.

Gemessen an den Kriegszuständen bei der SPD verläuft die Debatte über den Koalitionsvertrag in der CDU zwar in gesitteten Bahnen. Trotzdem sieht die Chefin sich zur Reaktion genötigt, bevor sich noch verselbständigt, was das Blatt mit den ganz großen Buchstaben mit seiner Freitagsschlagzeile herbeizuschreiben versucht: „Aufstand gegen Merkel“, textet „Bild“.

„Jens Spahn, Präsidiumsmitglied, noch parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, Burka- und Englischverbieter und Virtuose der kleinen Widerborstigkeiten, ist unter den Jungen und den nach Anführung dürstenden Parteirechten zum Gradmesser für Merkels Bereitschaft zur Erneuerung geworden.“

„Als „der Jens“ nicht auf jener ominösen Ministerliste stand, … war der Zorn darüber in diesen Kreisen noch viel größer als die Trauer über den Verlust des Finanzressorts. Ohnehin muss man sorgsam unterscheiden zwischen denen, die wirklich Sorge um die Kassenlage der Republik, Schäubles europäisches Zuchtmeister-Erbe und das Profil der CDU haben und jenen anderen, die die hübsche Gelegenheit nutzen, sich mal straflos über die Chefin aufzuregen. (VK)

PS. : Bereits etwas überholt „Martin Schulz als Außenminister? Warum das gut ist“, aber damit man mal sieht, warum auf bento immer so ein Blödsinn steht, unbedingt das Video mit Katharina Hölter anschauen, in dem die „Journalistin“ erklärt, wieso Schulz super ist:

„Als Außenminister könnte sich Schulz endlich wieder um sein Herzensthema Europa kümmern. Nach Brexit, Rechtsruck und dem lauter werdenden Ruf nach starken Nationalstaaten ist so jemand wichtiger denn je.“

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