Calais im Migranten-Kriegszustand – „Jeder kann hier jederzeit erschossen werden!“

Foto: Screenshot/Youtube
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Vor rund 10 Tagen eskalierte in Calais die Gewalt. Etwa 200 Eritreer marschierten bewaffnet mit Stöcken, Schaufeln und Stangen durch den Ort um Rache zu nehmen an Afghanen, die sie für den Schuss auf einen aus ihren Reihen verantwortlich machen. Es kam zu Schlägereien, Schüsse fielen. 18 Männer wurden durch Eisenstangen verletzt, 5 mit Schusswunden in Krankenhäuser eingeliefert (jouwatch berichtete). Die britische Zeitung MailOnline spricht von „Migranten im Krieg“.

von Marilla Slominski

Das eritreische Opfer, dass der Auslöser gewesen sein soll, liegt im Koma auf einer Intensivstation und ist durch die Kugel, die seinen Nacken traf, vom Hals abwärts gelähmt. Der junge Christ Kidane soll in der Schlange einer Essensausgabe gestanden haben, als sich ein afghanischer Menschenschmuggler von hinten näherte und unvermittelt das Feuer eröffnete.

Der mutmaßlich 17-Jährige Kidane ist einer von rund 1000 illegalen Einwanderungswilligen, die wieder versuchen, über die Hafenstadt nach Großbritannien zu gelangen.

Grund dafür ist ein Abkommen, dass die britische Premierministerin Theresa May mit ihrem französischen Kollegen Emmanuel Macron ausgehandelt hat. Mehr Geld für Sicherheitsmaßnahmen und schnellere Bearbeitung der Asylanträge von vermeintlichen Minderjährigen. Der Deal befeuerte erneut die Hoffnung auf eine schnelle Einreise nach Großbritannien. Doch die löste sich schnell in Luft auf, entsprechend wütend und sind nun die jungen Männer – die Einwohner der französischen Hafenstadt nach den letzten Ausschreitungen versteinert vor Angst. Die Stimmung ist so explosiv, dass die französische Regierung 1.300 schwer bewaffnete Polizisten nach Calais geschickt hat. In weißen Vans patrouillieren sie rund um die Uhr durch die Gegend und versuchen so den brüchigen Frieden aufrecht zu erhalten.

Noch nie zuvor habe er in Calais so viele Waffen gesehen und so viel Gewaltbereitschaft erlebt, wie in diesen Tagen, erklärt Brigadier Jessy Castane.

Bruno Noel, Regionalleiter der Polizeivereinigung Alliance, warnt, jeder Bürger und zufällig Vorbeigehende könne derzeit von einer Kugel getroffen werden. Bei der Suche nach dem 37-jährigen afghanischen Schützen fand die Polizei Munition für Maschinengewehre vom Typ Kalaschnikow und 9 mm Geschosse für Handfeuerwaffen.

In Calais würden inzwischen gesetzlose Wild-West-Zustände herrschen, so die britische Tageszeitung Mailonline. Afghanische Menschenschmuggler, die das Gebiet beherrschen, sind bis an die Zähne bewaffnet und fordern pro Schmuggelversuch bis zu 3000 Euro von ihnen „Klienten“.

Eine Summe, die für die Eritreer, viele von ihnen sind Christen, die stolz ihr Kreuz um den Hals tragen, unerschwinglich ist. sie leben in ständiger Angst vor Übergriffen durch die Afghanen. „Sie erkennen uns an unserer dunkleren Haut und wir sie, weil sie blasser sind. Sie hassen uns, weil wir kein Geld haben, um sie zu bezahlen“, erzählt einer von ihnen.

Viele von ihnen versuchen auf eigenen Faust unbemerkt auf Lastwagen zu kommen, die sie dann nach Großbritannien bringen sollen. Das verdirbt den afghanischen Menschenschmugglern das Geschäft und entsprechen angeheizt ist die Stimmung.

Alle Versuche, Calais zu befrieden und die illegalen Einwanderer von dort zu vertreiben sind gescheitert. Der Name Calais steht für gewaltbereite Migranten, die alles dafür tun, um weiter ziehen zu können. Es ist wieder einmal nur eine Frage der Zeit, bis die Lage erneut eskaliert.

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