Südafrikas Farm-Morde – die Polizei mischt mit

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Jedes Kreuz steht für einen ermordeten weißen Farmer (screenshot YouTube)

Auch die britische Journalistin Katie Hopkins hat sich nach Südafrika begeben. Auch sie ist – wie die US-Vloggerin Lauren Southern (jouwatch berichtete) – auf den Spuren der Farm-Attacken, unter denen die südafrikanischen weißen Landwirte täglich zu leiden haben. Wein, Gemüse, Obst und andere Lebensmittel zu produzieren ist heute im Mandela-Land gefährlicher als Polizist zu sein, musste selbst das südafrikanische Parlament im vergangenen Jahr zugeben.   

Katie Hopkins hat darüber hinaus die erschreckende Verbindung zwischen der Polizei und den Farm-Mördern aufgedeckt – Korruption, Hass gegen Weiße und jede Menge Politik unterstützen im Hintergrund die brutalen Morde und die täglichen Überfälle auf weiße Farmer, die seit Generationen das Land bewirtschaften. 

Hier ihre Reportage (Übersetzung Marilla Slominski)

Das Jahr 2018 ist gerade mal 40 Tage alt.

40 Tage, 41 Farm-Attacken und fünf ermordete weiße Farmer.

Angesichts vielen Gewaltverbrechen in ganz Südafrika, einem Land, in dem Morde und Erschießungen an der Tagesordnung sind, werden viele argumentieren, dass die Zahlen der Farm-Attacken statistisch gesehen unbedeutend sind.

Doch wenn man die Angriffe in Zusammenhang mit der Gesamtbevölkerung und dem Anteil der kommerziellen Bauern bringt, wachsen sie zu einer Größe, die nicht mehr zu übersehen ist.

Ich habe mich mit dem Experten Dr. Johan Burger getroffen. Er analysiert am südafrikanischen Institut für Sicherheitsstudien (ISS) mit wissenschaftlicher Genauigkeit Verbrechen und prüft, ob die Regierung der Republik Südafrika ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Verbrechensbekämpfung nachkommt.

Seine Antwort auf diese Frage ist kaum überraschend – nein.

Als weißer Farmer in Südafrika zu leben, ist, statistisch gesehen, der gefährlichste Job der Welt. Nach Angaben des ISS gibt es 152.000 Polizisten und 32.000 Farmer, doch die Mordrate ist bei beiden Gruppen gleich: 145 Tote auf 100.000.

Dr. Burgher´s Tochter ist Polizistin. Durch seine Untersuchungen sei ihm klar geworden, dass für sie der Kampf gegen Kriminelle sicherer sei, als eine Arbeit in der Landwirtschaft.

Doch darüber hinaus ist die ganze Wahrheit, dass Angehörige der Polizeikräfte Südafrikas in die Attacken auf Farmer verstrickt sind.

Dr. Burger zeigt mir zahllose Beispiele für die korrupten Aktivitäten von Polizisten, die es geschafft haben, in sichere machtvolle politische Positionen zu kommen und denen es so möglich ist, ihre Frauen, Kinder und Freunde mit gutdotierten Posten im Polizeidienst zu versorgen.

Im Jahr 2012 wurde die Sozialarbeiterin Rhia Phiyega als erste Frau zum Oberhaupt der Polizei berufen. Sie, ihr Stellvertreter, seines Zeichens Lehrer und ihr Strategiechef, ein Theologe, führten die Behörde.

Man stelle sich vor – eine Sozialarbeiterin, ein Lehrer und ein Theologe an der Spitze der Polizei in einem der gefährlichsten Länder der Welt. Phiyegas Auftrag sei klar gewesen, der Schutz und die Wahrung der Interessen von Präsident Zuma, nicht der Schutz der einfachen Bürger. Die Berufung Phiyegas, die nur drei Jahre später suspendiert wurde, ist nur ein Beispiel der ausufernden Korruption im Land.

Laut Dr. Burger ist es weit verbreitet und üblich, seinen Freunden gute Positionen zu verschaffen.

Ein Sergeant hörte von meiner Recherche und erklärte sich zu einem Interview beriet, wenn er anonym bleiben könnte. Wir trafen uns im Botanischen Garten, der menschenleer ist, weil dort so viele kriminelle Straftaten begangen wurden.

Er weiß, wie riskant das Gespräch mit mir ist: „Wenn das rauskommt, verlier ich meinen Job!“ weiß er. „Ich darf nicht mit der Presse sprechen, ohne dass ein „Polizei-Aufpasser“ dabei ist. Und ich habe Angst, dass meine Familie und ich Ärger von Leuten innerhalb und außerhalb der Regierung bekommen.“

Doch er fühlt sich der Wahrheit verpflichtet und so geht er das Risiko ein.

„Mein ganzes Leben habe ich moralische Entscheidungen getroffen. Darum bin ich Polizist geworden, um Menschen zu dienen, um sie zu beschützen. Die Farm-Attacken hätten schon seit langem als Terrorismus eingestuft werden müssen, weil sie genau das sind: Terrorismus. Aber die Regierung tut nichts. Es ist moralisch das einzig Richtige, dass ich jetzt darüber“, ist er überzeugt.

Und dann bestätigt er meine schlimmsten Befürchtungen – die Polizei ist in die Angriffe involviert.

„Wir haben Mitglieder der Polizei wegen Beteiligung an Raubüberfällen verhaftet. Bei den Attacken werden Polizeiwaffen benutzt. Nicht nur persönliche Waffen, die jedem Polizisten ausgehändigt werden, wir haben auch Munition der Polizei gefunden, die bei Farm-Attacken eingesetzt wurde.“

Während meiner Recherche habe ich mit einem solchen Farm-Angreifer gesprochen. Er erzählte mir, all ihr Werkzeug und ihre Waffen bekämen sie von einem Polizisten, der auch das gestohlene Geld für sie verstecke. Immer und immer wieder berichteten mir die überfallenen Farmer, die Täter kämen unbestraft davon, die Anklagen würden fallengelassen, weil die Beweise verschwinden oder zerstört würden.

Mein anonymer Gesprächspartner von der Polizei und auch Dr. Burger bestätigen das. Er präsentiert mir eine Studie aus dem Jahr 2016, in der der Autor Gefangene interviewt hat. Für all diese Kriminellen war klar, für einen bestimmten Preis, ist es leicht, sich das Wohlwollen einzelner Beamter zu erkaufen.

Die Tatsache, dass Polizisten bereit sind, die Angreifer durch Waffen, Munition und die Aufbewahrung des Diebesguts sowie das Vernichten der Beweise zu unterstützen, ist verheerend.

Ich habe mit den Opfern gesprochen, Menschen, die angeschossen die Polizei anriefen, um Hilfe baten und denen gesagt wurde, es sei gerade kein Fahrzeug verfügbar.

Mein Polizist erzählt mir, das wenn ein Notruf eingeht, eigentlich routinemäßig immer 16 bis vier Einsatzfahrzeuge unterwegs sind, die über Funk davon erfahren. Auf solch einen Notruf reagieren im Allgemeinen nur zwei. Die anderen erklären später, das Funkgerät sei kaputt gewesen oder sie hätten Pause gemacht und etwas gegessen. Und die, die antworten, nehmen niemanden fest, weil der Täter ein „Bruder“ ist. „Bruder“ bedeutet hier nicht dieselbe Hautfarbe. Der Begriff bezeichnet auch die politische Position. Wenn Du Mitglied der Regierungspartei African National Congress (ANC), EFF (Economic Freedom Fighters (EFF), oder der Black Land First (BLF) bist, bist du ein „Bruder.“

Meine anonyme Quelle weiß auch, dass er von Kollegen keine Hilfe bekommt, wenn er jemanden verhaftet, der einen Mitgliedsausweis des ANC hat.

Ich habe versucht herauszufinden, ob die Polizei direkte Weisung von oben hat, so zu handeln. Ich konnte dafür keine Beweise bekommen. Doch klar ist, dass das politische Klima die Übergriffe auf weiße Farmer begünstigt.

Der ANC hatte auf einem Treffen erklärt, dass weißen Farmern ihr Land ohne Entschädigung weggenommen werden könnte. Der Grund – Landbesetzung kann nicht falsch sein, weil es sich dabei um vorher gestohlenes Land handelt, deshalb ist die Wegnahme oder Vertreibung auch nicht illegal.

Dieses politische Klima schafft die Grundlage für die Kriminalität. Der Protestsong der EFF lautet: „ Tötet die Buren, tötet die Weißen“.

Viele Quellen haben mir bestätigt, die Polizei speilt eine aktive Rolle beim Schutz der Täter, die morden, vergewaltigen und foltern.

In England sage ich meinen Kindern immer, wenn ihr in Schwierigkeiten seid, vertraut euch einem Polizisten an, hier in Südafrika, würde ich ihnen das Gegenteil raten.

Der weiße Farmer wird gejagt bis zu seinem Aussterben. Und der einzige Unterschied zwischen ihm und dem weißen Rhinozeros ist, das es die Welt nicht interessiert, wenn er verschwunden ist.

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