Kanada auf dem (schwedischen) Holzweg

Kanadas Premier Justin Trudeau (Bild: gemeinfrei)
Kanadas Premier Justin Trudeau (Bild: gemeinfrei)

Der Wahlspruch Kanadas lautet: A Mari Usque Ad Mare (lat. Von Meer zu Meer) und dazwischen scheint viel leerer Raum zu sein, vorallem in einigen Köpfen. Vermutlich nimmt man sich Schweden zum Vorbild und testet mit der Genderideologie die Schmerzgrenze der Bevölkerung aus. Nachdem man sich eine „Nationalhymne für alle“ gegeben hat, darf natürlich nicht die „diskriminierungsfreie“ Sprache fehlen (Orwell lässt grüßen). Das Fremdschämportal SPIEGEL Bento konnte vor Verzückung kaum an sich halten.

Von Nils Kröger

Kanada meint es ernst mit der Gleichberechtigung (!). Gerade erst hat das Land seine Nationalhymne geschlechtsneutral angepasst (mehr dazu hier), nun hat der kanadische Premier Justin Trudeau bei einer Veranstaltung erklärt, wie er sich geschlechtsneutrale Sprache vorstellt. Und zwar eher ungeschickt. Trudeau hat extra eine junge Frau in ihrer Rede unterbrochen – um ihr zu sagen, wie sie ihre Sprache weniger frauenfeindlich (!) gestalten kann. Die Frau hatte das englische Wort „mankind“ verwendet. Es bedeutet „Menschheit“, trägt aber das Wort „Männer“ mit im Namen. Trudeau empfahl ihr, lieber „peoplekind“ zu sagen – also in etwa „Menschenheit“.

Wer nun aber denkt, dass man den Premier geteert und gefedert aus der Stadt jagte oder zumindest gemaßregelte, wird eines besseren belehrt.

Der Mansplaining-Moment passierte bei einer Bürgersprechstunde – Kanadier konnten Trudeau alle möglichen Fragen stellen. Die junge Frau, die gerade sprach, gehörte einer christlichen Organisation an und wollte mehr über die Regierungspolitik in Bezug auf religiöse Stiftungen erfahren.

  • Sie sagte dabei den Satz: „Maternal love is the love that is going to change the future of mankind.“
  • Also: „Mütterliche Liebe ist die Art Liebe, die die Zukunft der Menschheit ändern wird.“

An der Stelle unterbrach sie Trudeau und korrigierte ihre Sprache. Für den Einwand bekam er viel Applaus (!), die Fragestellerin dankte (!) ihm ebenfalls für den Hinweis. (Fox News/Bustle) (…)

Nach der Reaktion des Publikums sollte Kanada auch seinen Wahlspruch ändern. Wie wäre es mit „Quo vadis?“…

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