Polizei möchte friedlichen Karneval „ermöglichen“

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Noch lachen sie, die Weiber bei der Fassnacht, aber das Feiern ist gefährlich geworden. (Foto: Durch Kzenon/Shutterstock)

Wie sehr sich in unserem Land nichts geändert hat, zeigt die Pressemeldung der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis zum Karneval. Beruhigt?

Mit dieser Presseerklärung möchte die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis die Menschen informieren wie man trotz „veränderter Sicherheitslage“ fröhlich Karneval feiern könne. Mit welchen Maßnahmen heute solch ein Traditionsfest begleitet werden muss. Wie bei Sylvester hat das aber nix mit nix zu tun, und so ist bis auf „junge Männer“ eigentlich nicht ersichtlich, wie, wo, was denn so gefährlich geworden ist in dem Land in dem wir ja so gerne leben. Ach ja der Terror. Wo der nur herkommt? Der Offenbarungseid in einer Presseerklärung: (Hervorhebungen von mir)

POL-SU: Sicherheit an Karneval – Eine Information Ihrer Polizei

05.02.2018 – 12:38

Siegburg (ots) – Die Polizei Rhein-Sieg-Kreis und die elf Kommunen in deren Zuständigkeitsgebiet sowie die Straßenverkehrsbehörde des Kreises haben gemeinsam einen Maßnahmenkatalog zu Karneval erarbeitet, um dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis angesichts der nach wie vor flächendeckend bestehenden, abstrakten Terrorgefahr Rechnung zu tragen. Behörden und Veranstalter verfolgen das gemeinsame Ziel, die Sicherheit von friedlich Feiernden zu gewährleisten, damit der rheinische Karneval traditionell gelebt werden kann und jeder Jeck „Sicher us der Reih danze“ kann. Polizei, Ordnungsämter und private Sicherheitsdienste werden verstärkt präsent sein und auch gemeinsam Kontrollmaßnahmen durchführen. Sie haben sich auf mögliche Sicherheitsstörungen vorbereitet und für eine Vielzahl von Veranstaltungen (mehr als 40) Sondereinsätze geplant. Die Sicherheitskräfte werden insbesondere an Weiberfastnacht sowie bei den großen Karnevalsumzügen durch die Bereitschaftspolizei und auch von Polizistinnen und Polizisten in der Ausbildung unterstützt. Es ist allerdings nicht möglich, alle Karnevalsveranstaltungen zu berücksichtigen. Insbesondere für Feiern in Gaststätten und Sälen wird für die Veranstalter der Einsatz von qualifizierten Sicherheitsdiensten dringend empfohlen. Für große Umzüge und größere ortsfeste Veranstaltungen unter freiem Himmel sind räumlich erweiterte und verstärkte Absperrungen an neuralgischen Punkten vorgesehen. Zugangs- und Personenkontrollen werden insbesondere bei abgesperrten stationären Feiern erfolgen. Bei allen Veranstaltungen müssen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Taschenkontrollen rechnen. Dabei werden Waffen (z.B. Pfefferspray, Messer, Schlagwerkzeuge, Gaspistolen) und andere gefährliche Gegenstände sichergestellt. Das gilt auch, wenn ein „Waffenschein“ vorliegt. Die Feiernden werden gebeten, auf große Taschen und Rücksäcke zu verzichten. Die Polizei Rhein-Sieg hat auch schon in den letzten Jahren genau hingesehen und mehrere Personen identifiziert, die an den letztjährigen Karnevalstagen durch u.a. Körperverletzungsdelikte aufgefallen waren. Die jungen Männer haben ein sogenanntes Bereichsbetretungsverbot erhalten. Das bedeutet, ihnen wurde der Aufenthalt auf ausgewählten Karnevalsveranstaltungen von der Polizei untersagt. Bei Verstoß gegen die Auflage, können die Betroffenen sofort in Gewahrsam genommen werden. Der gebannte Personenkreis ist den Einsatzkräften vor Ort bekannt und kann jederzeit erweitert werden. Bei Umzügen sollten angrenzende Einmündungen und Kreuzungen von den Zuschauern möglichst frei gehalten werden, um einen schnellen Zugang für Einsatz- und Rettungskräfte zu ermöglichen. Diese Örtlichkeiten werden auch zur Evakuierung der Menschen im Gefahrenfall benötigt. Besucherinnen und Besucher von Karnevalsveranstaltungen können ihren Beitrag zur Sicherheit der leisten, indem Sie aufmerksam bleiben und ungewöhnliche Beobachtungen der Polizei, dem Ordnungsdienst oder den Sicherheitskräften melden. Nach wie vor gilt ein Augenmerk der Behörden dem Jugendschutz. Verbotene alkoholische Getränke werden bei Kindern und Jugendlichen sichergestellt. Wer als Erwachsener oder Händler illegal Alkohol an Minderjährige abgibt, muss mit einer Anzeige rechnen. Eine hundertprozentige Sicherheit kann es allerdings nicht geben. Die Polizei Rhein-Sieg sowie die zugehörigen Städte und Gemeinden sind sich aber der gemeinsamen Verantwortung bewusst und geben ihr Bestes, um einen friedlichen und fröhlichen Karneval 2018 zu ermöglichen.“

Übrigens: Abstrakte Terrorgefahr heißt nicht anderes als theoretische Terrorgefahr. Eine Terrorgefahr ist immer theoretisch. Bis die Bombe platzt. Ganz unabstrakt. Sie wissen ja: 100prozentige Sicherheit kann es nicht geben. Die „nicht 100prozentige Sicherheit“ von vor 5 Jahren würde den meisten Deutschen wohl reichen. (VK)

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