Lidl-Mord von Prien: „Mörder kann sich in der Heimat mit der Tat brüsten“

Hamidullah Moradi: Sieht sich als Opfer

Am Montag wurden im Prozess um den Lidl-Mord von Prien die Plädoyers gehalten. Der geständige Angeklagte Hamidullah Moradi behauptete, sich an die Bluttat nicht erinnern zu können, obwohl er versucht haben soll, sein Opfer Farimah Seadie zu köpfen.

von Collin McMahon

„Ich möchte mich bei den Hinterbliebenen dafür entschuldigen, was passiert ist. Mir ist bis heute nicht klar, was in meinem Kopf dazu geführt hat, dass ich so blockiert war, dass das passieren konnte,“ sagte der Mörder, der die vierfache Mutter Farimah mit einem 20 cm lang Messer vor den Augen ihrer jüngsten Söhne mit 16 Stichen regelrecht abgeschlachtet hatte, so Chiemgau24. Der Rechtsmediziner hatte am 29.1. von seinem Eindruck berichtet, dass Hamidullah seinem Opfer den Kopf abschneiden wollte.

Die Rechtsvetreterin der Schwester und des Bruders des Opfers Stephanie Vogt hielt die Behauptung des Killers, er könne sich an die Tat nicht erinnern, für nicht glaubwürdig: „Aus meiner Sicht hat er hier vielfach versucht die Schuld auf Farimah zu verschieben,“ so Vogt laut Chiemgau24. Seine Motivation, Farimah wegen ihrem Übetritt zum Christentum umgebracht zu haben, hielt die Aänwältin der Nebenkläger für besonders verachtenswert: „Jemandem sein Lebensrecht aus Glaubensgründen abzusprechen, steht auf unterster Stufe.“

Vogt wollte Hamidullah auch nicht abnehmen, dass er ein besonders gläubiger Moslem sei, der zu seiner Tat verpflichtet gewesen sei: „Alles was ihm Spaß gemacht hat, das hat er getan, auch wenn es im muslimischen Glauben verboten war. Er hat Alkohol getrunken, Drogen genommen und Prostituierte besucht. Er hat darüber entschieden, ob Farimah leben darf. Er hat sich zum Schafrichter aufgespielt“, was als besonders niedrig anzusehen sei, berichtete die Lokalzeitung.

„Wenn er nach Afghanistan zurückkehrt, dann kann er sich dort mit der Tat brüsten und wird dort von Gleichgesinnten als Held gefeiert“, so Vogt laut Chiemgau24. Dies sei laut Anwältin daraus zu schließen, weil er die Tat sehr öffentlichkeitswirksam durchführte. „Er hat gesagt, dass er sich nach der Tat leichter fühlt, das kann aus meiner Sicht nur daher kommen, dass er sich mit der Tat wohl fühlt, sich dadurch vielleicht Pluspunkte im Paradies verspricht und sich in seinem Heimatland mit der Tat brüsten kann.“

Die Staatsanwaltschaft plädiert auf lebenslange Freiheitsstrafe.

jouwatch berichtet am Freitag, 9.2. von der Urteilsverkündung in Traunstein.

Lesen Sie hier den ganzen Bericht auf Chiemgau24.

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Collin McMahon ist Autor und Übersetzer. Er schreibt ein Buch über Donald Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint. Hier kann man ihn unterstützen.

 

 

 

 

 

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