Heute-Show: Oliver Welke und der stotternde Herr Amann von der AfD

https://www.youtube.com/watch?v=dxl0n3vFK5g
ZDF-Hater Oliver WElke und Hans-Georg Maaßen. Fotos: Screenshots

Gerade eben habe ich mir den Auschnitt aus der „heute-show“ angesehen, welcher viel Empörung hervorgerufen hat. Oliver Welke verulkte den sprachgestörten AfD-Politiker Dieter Amann, der vor einem Hauptausschuss im Bundestag über den „Familiennachzug subsidiär Schutzberechtigter“ gestottert hatte. Amann hatte zuvor darauf hingewiesen, daß er es nicht gewohnt sei, vor großer Runde zu sprechen – und daß er stottert. Ich habe trotzdem lachen müssen.

von Max Erdinger

Es tut mir ja auch leid. Was soll ich machen? Es ist nun einmal ungeheuer witzig, wenn jemand stotternd seine Überzeugung vorträgt, daß andere Leute aus irgendwelchen Gründen Schwierigkeiten haben dürften, die deutsche Sprache „in einer Art und Weise zu erlernen“, die sie für die Teilnahme am „hochtechnolololo … gischen Arbeitsmarkt“ qualifiziert.

Aber ich bin Oliver Welke nicht besonders dankbar dafür, daß er mich zum Lachen gebracht hat. Weil dieser Typ der letzte ist, der sich solche Gags erlauben darf. Nur darum geht es: Wer macht wann – und vor allem, an welchem Ort – einen Witz über wen? Und wer macht selbigenorts ein hysterisches Geschrei, wenn andere einen ähnlichen Witz machen?

Aufgepaßt! Kommt ein Blinder in den Aufzug, in dem schon ein Conterganer steht, glaubt aber, er wäre allein. Der Blinde räuspert sich, holt die grüne Schleimkuddel von ganz tief hinten vor und spuckt sie dem Conterganer auf die Hose. Sagt der Conterganer: „Wenn du das nochmal machst, hau´ ich dir ein paar rein.“ – Erwidert der Blinde: „Das möchte ich sehen.“ – Witzig, Herr We-we-we-welke, oder?

Ich bin sehr dafür, daß man Witze über alles machen darf. Über den Papst, über Mohammed, über Hitler, über Neger, Chinesen, den lieben Gott und Behinderte, Schwule, über den Tod – einfach über alles. Auch über stotternde AfD-Politiker.

Nun ist es aber so, daß der Herr Welke, Oliver von einer Sorte Komiker ist, die auf der „Wie-wir-ja-alle-wissen-Welle“ reitet. Er selbst weiß etwas ganz anderes: „Ihr wißt zwar alle nichts, habt aber eine Meinung zu allem – und ich mache meine Kohle damit, euch „auf lustig“ das zu sagen, was ihr völlig unlustig ohnehin schon „wißt“.“

Ein Lacher, von Ol-ol-oliver We-we-welke zwangsverursacht, ist einfach nur ein Lacher ohne den geringsten Anteil an schmunzelnder Selbsterkenntnis. Gott bewahre, daß der Herr We-we-welke ein Witzchen riskiert gegen diejenigen, denen er zum Zwecke des Gelderwerbs im Allerwertesten herumkriecht. So viel Humor hätten in Deutschland die wenigsten. Die pseudojoviale „Wie-wir-ja-alle-wissen“-Attitüde des Herrn We-we-welke ist für das internationale Ansehen des deutschen Humors so kontraproduktiv wie ein Badehandtuch auf der Liege am Hotelpool von Palma um sieben Uhr morgens für das Ansehen der deutschen Touristik. Den Witz halten die Urlauber anderer Nationen nämlich ebenfalls für zu flach. Sie finden ihn sogar ziemlich unlustig. Aber fürs deutsche Massenpublikum reichen Welkes selbstgerechte Respektlosigkeiten und eine reservierte Liege am Pool allemal zur Belustigung. Das ist der Punkt.

Was nun die Empörung über Ol-ol-oliver We-we-welke angeht: Entweder, man ist gegen das Diktat der Political Correctness – dann darf man sich über den Stotterer-Gag als solchen nicht aufregen. Dann geht es nur darum, wer sich diesen Gag erlaubt hat – und warum. Und daß We-we-welke im Z … Z … ZDF der Verkehrte am ganz verkehrten Ort gewesen ist.

Sich darüber aufzuregen, daß ein Witzchen über einen „sprachlich Herausgeforderten“ gemacht wurde, spielt jedoch genau der politsch-korrekten Gesinnungsgestapo in die Hände, gegen die es eigentlich zu gehen hätte. So leid es mir tut, AfD: Die Forderung, daß We-we-welkes Gag Konsequenzen für ihn zu haben hätte, unterschreibt meinereiner nicht.

Vorschlag zur Güte deshalb: Der nächste AfD-Abgeordnete, der von Wolfgang Schäuble im Bundestag angesprochen wird, untermalt dessen Ansprache mit einer pantomimischen Geste beider Hände auf Hüfthöhe, als würde er einen Rollstuhl anschieben. Dazu macht er bei geschlossenem Mund ein abgehacktes, piepsiges Geräusch, während Schäuble redet, so, als würde die Rolli-Achse quietschen – und gut isses. Mal sehen, was dann los ist. Wenn alle ausflippen, kann der Mann immer noch ein „Aber der We-we-we-welke ….“ zur Erklärung hinterherschieben. Und daß er sich die ganze Aufregung gar nicht erklären kann. Ob wohl alle den Verstand verloren hätten – und so weiter …

Übrigens: Sogar bei den Nazis durfte man Witze über Behinderte machen, – nur über behinderte Nazis nicht. Heute ist das so ähnlich. Behinderte Neger dürfen z.B. Witze über gesunde Weiße machen, gesunde Weiße aber keine über behinderte Neger. Daß Welke einen Witz über einen sprachgestörten AfD-Politiker machte, läßt schon vermuten, daß er ihn einfach für einen Untermenschen gehalten hat. Über die darf man Witze machen. Nicht? Keine Witze über Untermenschen mehr? Och menno …

 

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