BILD dir keine Meinung: Der DJV und der Abgang einer Büroleiterin

Skandal, Skandal. Der Tweet des DJV Berlin-Brandenburg

Der DJV-Bundesvorstand ist nicht amüsiert, dass sein Landesverband Berlin-Brandenburg eine eigene Meinung hat zu Fake-News, AfD und zur BILD. Meedia hilft bei der „Einordnung“. Jouwatch hilft mit.

Von Volker Kleinophorst

Was ist passiert? Die Chefredakteurin der BILD-Zeitung Tanit Koch ist zurückgetreten. Dazu veröffentliche der ehemalige BILD-Redakteur und BILD am Sonntag-Vize Nikolaus Fest, heute AfD-Politiker, dem man ja ein gewisses Insiderwissen nicht absprechen kann, einen Kommentar „Abgang einer Büroleiterin“, der auf jouwatch, Fests Blog und in Junge Freiheit erschien.

Dabei war er mit Tanit Koch nicht besonders zimperlich umgegangen, beklagt Amigo-Journalismus, zu enge Verbindungen mit Anzeigenkunden, die Willkommens-Berichterstattung über die illegale Grenzöffnung. Was sicher weht tut, Fest weist darauf hin, dass man in diesen Zeiten wahrlich genug Themen hätte, um eine Boulevardzeitung zu machen. Dann klappe es auch mit der Auflage, die ja immer weiter in den Keller rauscht. Fest:

„Beide Blätter verlieren dramatisch an Auflage – Konsequenz einer Blattgestaltung, die die Nähe zur Regierung sucht, nicht die zu den Lesern.“

Das gefiel dem DJV Berlin-Brandenburg, der das in den sozialen Medien verbreitete: „Treffende Analyse. Mit Gefälligkeitsjournalismus und freundlichem Umgang mit der Regierung geht es vorhersehbar bergab.“ Dann der Link zum Artikel, in diesem Fall auf die „Junge Freiheit“. (siehe Beitragsbild)

Nun war dieses Vorgehen offenbar nicht mit der obersten Propagandaleitstelle des DJV abgesprochen, weshalb man sich genötigt sah, sich von der „Einordnung“ dieses Landesverbandes zu distanzieren. Der war wohl auch schon in anderen Fällen aufmüpfig und besonders wenn es um die AfD geht, versteht man beim Bundesverband ja keinen Spaß. Leider seien dem Bundesverband gegenüber den Landesverbänden die Hände gebunden.

Pikant auch: BILD-Totengräber Kai Diekmann musste sich dazu äußern. Wie immer tolerant, weltoffen und meinungsstark. Leider voll daneben:

Uuuups (Werd erwachsen Kai), der DJV hat sich wohl AfD-Viren eingefangen (Was natürlich eindeutig Hasssprache ist, denn Menschen mit einer Krankheit zu vergleichen… Nur bei der AfD geht das.)

Twittert genau so gerne wie Trump: Kai Diekmann. Der Ex-Chef von der BILD (Screenshot Twitter)

Das bei BILD ein „Mann“, der wegen sexueller Belästigung aus dem Verlag gekickt wurde, in Zeiten von #metoo überhaupt noch eine Meinung haben darf. Erstaunlich. Naja, ist ja gegen die AfD. Da braucht man jeden.

Wer noch nicht begriffen hat, warum das richtig ist, dem erklärt Marvin Schade von Meedia, warum dieser Kommentar von Fest „Geschmäckle“ habe:

  1. Nikolaus Fest ist AfD-Mitglied
  2. Der Beitrag erschien in einer rechten Wochenzeitung
  3. Fest musste gehen, weil er bei BILD einen Anti-Islam-Kommentar verfasst hatte (der erst veröffentlicht wurde und dann von Diekmann persönlich kritisiert wurde)
  4. Der DJV-Landesverband hatte festgestellt, dass Fake-News „wesentlich durch Journalisten angesehener Medien“ verbreitet werden.

Was daran „Geschmäckle“ hat?

Das man immer mehr zur Einheitsmeinung verpflichtet wird, die Mitgliedschaft in einer Partei, die bei der letzten Bundestagswahl 12,6% geholt hat offenbar anrüchig ist und Hasssprache gesellschaftsfähig, wenn man nur zu den selbsternannten Guten gehört.

Übrigens: Was ist denn nun mit den Vorwürfen gegenüber Kai Diekmann? Kein Boulevardthema? Gut, er ist nicht DER WEDEL, aber eine gute Geschichte wäre es schon.

Bei Meedia finde ich immer bemerkenswert, wenn die Kommentare nicht offen sind. Wie es in diesem Fall ist? Raten Sie mal?

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