Weil der Staat versagt: Nachfrage nach Kleinem Waffenschein steigt weiter

Foto: Durch ZullU InFocus/Shutterstock
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Berlin – Neues zum Thema: „Der Staat kann seine Bürger nicht mehr schützen“: Immer mehr Menschen in Deutschland legen sich einen Kleinen Waffenschein zu. Ende 2017 waren 557.560 dieser Waffenscheine für Schreckschusspistolen, Pfefferspray- und Reizgaswaffen registriert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe) berichtet.

Im Januar 2016 waren es noch 300.949 gewesen – das entspricht einem Plus von gut 85 Prozent innerhalb von knapp zwei Jahren. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist, zeigte sich besorgt angesichts der Entwicklung. „Augenscheinlich ist es so, dass Menschen glauben, sich mit einem kleinen Waffenschein Sicherheit zu erkaufen“, sagte Stahlknecht dem „Handelsblatt“.

Und die üblichen Verdächtigen möchten natürlich, dass die Bürger sich weiterhin wehrlos ergeben:

„Allerdings ist die vermeintliche Sicherheit von trügerischer Natur, da diese Waffen unter Umständen zur Eskalation beitragen und gegen den Besitzer gerichtet werden können.“ Insofern bereite ihm die Entwicklung der Antragszahlen für solche Waffenscheine Sorge. Die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic, die die Anfrage gestellt hatte, nannte den „zunehmenden Bewaffnungsgrad der Gesellschaft“ einen beunruhigenden Befund.

Dadurch werde die Gewährleistung öffentlicher Sicherheit „massiv erschwert“. Für bedenklich hält sie vor allem, dass gerade auf Großveranstaltungen wie Karneval eine „unerlaubte Mitführung entsprechender Waffen kaum zu kontrollieren“ sei. „Das alles ist auch Ausdruck einer aus den Fugen geratenen und aufgeheizten sicherheitspolitischen Debatte.“

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