Ehepaar klagt: Gericht verbietet Lautsprecher für Muezzin-Ruf

(Bild:Shutterstock.com)
Muezzinbeschallung (Bild:Shutterstock.com)

Gelsenkirchen/Oer-Erkenschwick – 2013 genehmigte die Stadt nordrhein-westfälische Stadt Oer-Erkenschwick den Einsatz einer Lautsprecheranlage der türkische Gemeinde an ihrer Moschee, um ihre Muslime zum Freitaggebet zu rufen. Ein Ehepaar klagte gegen die Beschallung und bekam nun am Donnerstag vor dem Verwaltungsgericht Gelesenkirchen Recht.

Das muslimische Gejammere, übertragen durch eine Lautsprecheranlage, mussten die beiden Kläger jeden Freitag über sich ergehen lassen. In nur 900 Meter Luftlinie habe der „Singsang in einer Tonart“, auf sie störend gewirkt, so das Ehepaar. Hauptsächlich jedoch ging es den beiden um den Inhalt des Rufes. Sie fühlten sich in ihrer Religionsfreiheit verletzt. „Dieser stellt Allah über unseren Gott der Christen. Und das kann ich als Christ, der hier in einem christlichen Umfeld aufgewachsen ist, nicht akzeptieren“, so der 69-Kläger.

Das Gelsenkirchener Verwaltungsgericht kassierte nun am Donnerstag die Genehmigung. Nach Ansicht der Richterin sei diese nicht ermessensgemäß gewesen. Man hätte vorher abklären müssen, wie die Akzeptanz vor Ort gegenüber dem Muezzinruf sei. Hierzu sei nicht recherchiert worden, so die Richterin.

Wie „Der Westen“ berichtet, habe der Verwaltungsgerichtssprecher betont, dass die Richter die Genehmigung „nur“ wegen eines Ermessensfehlers aufgehoben hätten. Die Entscheidung des Gerichts bedeutet aber nicht, dass der Muezzin-Ruf grundsätzlich untersagt sei, so die mutmaßliche Beruhigung in allen Richtungen. Die Stadt müsse die entsprechenden Punkte nun ermitteln. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Eine zweite Instanz ist möglich. (SB)

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