Unser Leben – auf Messer´s Schneide

Messerattacken (Foto:Durch victoras/shutterstock)
Messerattacken (Foto:Durch victoras/shutterstock)

In der kleinen Stadt Hyde nahe Manchester ist der Teufel los. „Wir fühlen uns wie Geiseln“, klagen die Bewohner angesichts gewalttätiger, mit Messern bewaffneter Jugendlicher, die die gesamte Innenstadt terrorisieren und sich unangreifbar wissen. Die 30.000 Einwohner Kleinstadt ist inzwischen nur ein Beispiel von vielen in Großbritannien/Europa. Das Messer in der Tasche ist für die Jugendlichen Alltag geworden und es wird beim kleinsten Anlass gezogen.

von Marilla Slominski

Ladenbesitzer werden eingeschüchtert, brennende Mülleimer in Geschäfte geworfen, Fensterscheiben zerschmissen, Autos zerstört. Zwei Gangs, deren Mitglieder im Alter zwischen 11 und 15 sind, hinterlassen eine Spur der Verwüstung und der Angst. Im September letzten Jahres griffen sie einen Markthändler an, er landete im Krankenhaus. Die Behörden bekommen die marodierenden gewaltbereiten Jugendliche nicht unter Kontrolle. Hyde ist nur einer der vielen Schauplätze in Großbritannien, in denen bewaffnete Jugendliche die Straßen beherrschen.

London trägt inzwischen den Titel „gefährlichste Hauptstadt der westlichen Welt“  (jouwatch berichtete). Der gefeierte muslimische Bürgermeister Sadiq Khan versagt auf ganzer Linie angesichts tausender Messerangriffe. Im vergangenen Jahr starben auf Londons Straßen 80 Menschen durch Stichwunden, allein in der Silvesternacht waren es vier.

In einem erschütternden Überwachungsvideo aus dem Jahr 2005 ist ein solcher Angriff dokumentiert (Min 3.20)

Es ist der 8.Juli 2005, 2 Uhr 30 East London. Drei junge Männer verlassen einen Nachtclub. Einer von ihnen ist der 17-jährige Michael Lynch, der einige Momente später zum Mörder werden wird.

Nur wenige Meter vor ihnen warten am Straßenrand Daniel Pollen und sein Freund Andrew Griffit auf Pollens Schwester, die die beiden mit dem Auto abholen will. Die beiden sind in eine Unterhaltung vertieft, als sie völlig aus dem nichts von den drei Tätern angegriffen werden. Andrew Griffith treffen Faustschläge ins Gesicht, die ihn ohnmächtig zu Boden gehen lassen. Doch hier kommen nicht nur Fäuste zum Einsatz. Lynch ist im Besitz eines Messers. Er geht auf den zwanzig Jahre alten Daniel Pollen zu, der mit erhobenen Händen vor ihm steht und sticht ihm ins Herz. Die Gruppe kehrt um, geht auf das erste Opfer zu, das wieder zu sich kommt, Lynch sticht mehrmals auf ihn ein. Das Messer trifft ihn in Bauch und Rücken. Die Täter steigen in ihr geparktes Auto, nicht ohne sich zu vergewissern, dass beide Opfer am Boden liegen, und fahren mit ihrem Auto weg.  Kurz darauf trifft die Schwester ein und findet ihren Bruder: „Er lag da, überall war Blut. Es war nur eine kleiner Stich zu sehen, aber ich hätte nie gedacht, dass aus dieser kleinen Wunde soviel Blut raus kommen kann,“ weint sie in einem Interview. Der junge. Weder die herbeigerufenen Rettungskräfte noch die Ärzte können dem 22jährigen helfen. Er stirbt im Beisein der Schwester und des schwer verletzten Freundes im Krankenhaus.  Lynch wird ein Jahr später zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Auch in Deutschland sitzt das Messer locker, doch verlässliche Zahlen zu solchen Angriffen zu bekommen, ist schwierig. Sie werden bisher – wohl aus gutem Grund – nicht bundesweit statistisch erfasst.

Berichten zufolge meldete die Polizei zwischen Januar und Oktober 2017 mehr als 3.500 im Zusammenhang mit Messern stehende Verbrechen, verglichen mit 4.000 solcher Verbrechen im Gesamtjahr 2016 – und nur 300 im Jahr 2007. Insgesamt sei die Zahl der Verbrechen, bei denen Messer eingesetzt wurden, in den letzten zehn Jahren um 1.200 Prozent gestiegen, berichtet das Gatestone Institute.

Wirft man unter dem Stichwort „Messerattacke“ einen Blick auf Google, könnte das durchaus der Realität entsprechen.

screenshot Google
Stichwort Messerattacke (screenshot Google)

Nur vereinzelt dringen besorgniserregenden Zahlen an die Öffentlichkeit. Die Medien  verlegen sich lieber auf die Frage, ob der „gefühlte Anstieg“ der Wirklichkeit entspricht. In Hessen wird aus dem Gefühl bittere Wahrheit. Demnach ist die Zahl der Messerangriffe in Hessen zwischen 2014 und 2016 um rund 20 Prozent gestiegen. Im Jahr 2014 registrierte die Polizei noch 926 Körperverletzungen oder Tötungsdelikte durch Messer, im Jahr 2016 waren es mit 1.116 rund 200 Delikte mehr.

„Zahl der Messerattacken in Hessen gestiegen“, titelte vor wenigen Tagen die Hessenschau.de und scheut sich auch nicht davor, Täter zu benennen: Laut Angaben des hessischen Innenministeriums hatten von den Tatverdächtigen im Jahr 2016 etwa 43 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft – wieviele von denen einen sogenannten Migrationshintergrund haben, bleibt natürlich im Dunkeln. Die übrigen 57 Prozent verteilen sich demnach auf rund 60 verschiedene Nationen, von denen Türken (ca. 10 Prozent), Afghanen (ca. 7 Prozent), Syrer (ca. 4 Prozent) und Somalier (ca. 3 Prozent) die größten Gruppen bilden. Insbesondere Afghanen sind im Verhältnis zu ihrem Anteil an der hessischen Gesamtbevölkerung (0,6 Prozent) unter den Tätern also deutlich überrepräsentiert.

„Die Verunsicherung der Bürger ist regelrecht spürbar, weil kaum noch ein Tag vergeht, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden“, erklärte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow vor wenigen Tagen in Berlin und forderte u.a. die statistische Erfassung von Messerattacken.

Welche verheerenden Auswirkungen der Angriff selbst mit einem kleinen Küchenmesser haben kann, zeigt der 17-jährige Ryan aus Schottland, der so eine Attacke 48 Stunden zuvor erlitten hat. Vier Stiche, drei davon rund um das Herz, einer in den Magen und ein Schnitt von seiner Kehle bis zum Bauchnabel „zieren“ den Oberkörper den Jugendlichen, der nur knapp überlebte.

screenshot YouTube
Stichwunden durch ein Küchenmesser (screenshot YouTube)

Gestern begann in Regensburg der „Einzelfall“-Prozess gegen den jordanischen Asylbewerber Mohammad Y. (24). Der mutmaßlich psychisch Kranke hatte direkt von „Allah den Befehl erhalten“, auf ein Ehepaar in der Fußgängerzone einzustechen. Vor Gericht schweigt er. Sein Verteidiger gibt an, er habe „an dem Tag einfach Stimmen gehört“.

Sein Opfer, ein 28-jährige Produktmanager, beschreibt den Angriff am 29. März vergangenen Jahres: „Der Mann lief auf uns zu, ging links an mir vorbei, und in dem Moment habe ich einen festen Schlag auf die Schulter gespürt“, sagte er.

„Ich konnte gar nicht einordnen, dass da ein Messer in meinem Rücken steckte. Als ich merkte, wie das Blut spritzt, war es, wie wenn ein Luftballon platzt.“

Danach geht er zu Boden. „Der rechte Lungenflügel ist zusammengefallen. Ich habe immer noch ein Engegefühl in der Brust, die OP-Narben schmerzen“, so der junge Mann.

28.1. 2017 Hessenschau.deZwei junge Männer sind in Bad König im Odenwald bei einem Messerangriff schwer verletzt worden. Die Polizei konnte zwei mutmaßliche Täter festnehmen..Beide wurden noch vor Ort von Notärzten versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Sie sind inzwischen außer Lebensgefahr..Beiden Tatverdächtigen wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sie sind inzwischen wieder auf freiem Fuß…

Ein Schicksal, dass nun – dank unfähiger Politiker -jeden Bürger jederzeit und an jedem Ort treffen kann.

 

 

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