120 Dezibel: „Niemand weiß, wer von uns die Nächste ist“

"Wir werden uns das nicht länger gefallen lassen" / YouTube

Nach Cottbus und Kandel mehren sich die Stimmen, die sich gegen Kontrollverlust, Mord und Totschlag wehren. Unter dem Hashtag #120dB protestieren jetzt junge Frauen gegen Gewalt und Vergewaltigung.

von Collin McMahon

Wer kann sich noch an Soopika P. aus Ahaus erinnern, die 22-jährige Flüchtlingshelferin mit tamilischen Wurzeln, die Anfang 2017 von einem nigerianischen „Flüchtling“ auf offener Straße ermordet wurde? Wer denkt noch an die „Joggerin aus Freiburg“ Carolin G., die 2016 von einem Rumänen brutal vergewaltigt und ermordet wurde? Wer hat noch Wut und Tränen für die 40-jährige aus Erding, der der Türke Murat A. 2016 auf einer Parkbark vergewaltigte und fast umbrachte? Was ist mit den 1054 Strafanzeigen aus der Silvesternacht von Köln passiert? Wo bleibt der #Aufschrei wütender Feminist*innen, wenn es nicht um eine flapsige Bemerkung eines alternden Politikers, sondern um massive und systematische sexuelle Gewalt gegen Frauen geht? Wo bleibt euer verdammter #Aufschrei?

Nun ist er da. 120 Dezibel ist eine Bewegung junger Frauen, die sich das nicht mehr gefallen lassen werden. Sie protestieren gegen das gewollte Systemversagen des Staates, gegen die Ausheblung aller Einwanderungsregeln, die Aufopferung der deutschen Frau auf dem Altar des „No Border, No Nation“ Wahnsinns, die sich von Denkverboten und Nazikeule nicht mehr den Mund verbieten lassen.

„120 Dezibel ist die Lautstärke eines handelsüblichen Taschenalarms, den heute viele Frauen bei sich tragen. 120 Dezibel ist der Name unseres Aufschreis gegen importierte Gewalt. Mach mit und erzähle unter #120db von deinen Erfahrungen mit Gewalt und Überfremdung“, heißt es auf der Webseite, die heute online ging. Bei 120 Dezibel kann man auch auf Twitter mitmachen und auf YouTube folgen. Außerdem kann man hier das Video herunterladen und selber weiterverbreiten.

„Mein Name ist Mia, mein Name ist Maria, mein name ist Ebba

Ich wurde in Kandel erstochen
Ich wurde in Malmö vergewaltigt
Ich wurde in Rotherham missbraucht.
Ich wurde in Stockholm überfahren.
Es dauerte stundenlang
Keiner war da um mir zu helfen.

Ich bin irgend eine Frau 
Ich bin irgend ein Mädchen
Ich bin Mia, Maria und Ebba
Sie könnten ich sein und ich könnte sie sein.

Die Täter lauern überall.
Wenn wir im Park Joggen gehen. 
Wenn wir am Abend nach hause gehen.
Wenn wir an der Bushaltestelle warten.

Wir sind nicht sicher weil ihr uns nicht schützt.
Weil ihr euch weigert unsere Grenzen zu sichern.
Weil ihr euch weigert zu kontrollieren wer herein kommt.
Weil ihr euch weigert, Straftäter abzuschieben.
Weil ihr lieber jede Kritik an euch zensiert, als uns ernst zu nehmen.
Weil ihr uns lieber sterben lasst, als eure Fehler einzuräumen.

Wegen eurer Zuwanderungspolitik stehen wir bald einer Mehrheit von jungen Männern aus archaischen, frauenfeindlichen Gesellschaften gegenüber.
Ihr habt das gewusst und ihr habt das in Kauf genommen.
Ihr habt uns preisgegeben. Ihr habt uns geopfert

Wir sind die Erinnerung an die Opfer.
Wir sind euer schlechtes Gewissen und wir suchen euch heim.

Wir sind das was ihr verdrängen wollt, aber wir gehen nicht mehr weg.
Wir sind kein Freiwild, keine Sklavinnen, keine Kriegsbeute, kein Kollateralschaden. Wir sind die Töchter Europas.

Wir erinnern uns an jede einzelne Vergewaltigte, Missbrauchte, Ermordete, und Vergessene. Wir werden sie euch und allen ins Gedächtnis rufen!

Wir haben lange genug geschwiegen. Jetzt beginnt unser Widerstand.
Mütter, Frauen, Schwestern – Töchter Europas.
Dieser Staat wird uns nicht schützen.
Niemand weiß, wer von uns die Nächste ist.

Nimm dein Schicksal selbst in die Hand.

Denn dein Name ist Mia, dein Name ist Maria, dein Name ist Ebba
Sie könnten du sein und du könntest sie sein.

Schließ dich uns an.“

 

Collin McMahon ist Autor und Übersetzer. Er schreibt ein Buch über Donald Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint.  Hier kann man ihn unterstützen.

 

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