Kandel, wo ist Kandel? Rechts oder links?

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Die Welt - Medienkritik (Foto: Collage)

Irgendjemand muss seit Jahren einen fürchterlichen Stoff in die Klimaanlagen der verlinkten Redaktionsstuben mischen, der den Journalisten das ohnehin schon verkümmerte Gehirn noch mehr zersetzt – anders ist die Berichterstattung zu Kandel nicht mehr zu erklären.

Von Thomas Böhm

Zum ersten Mal seit langer Zeit entsteht hier ob all der Migrantengewalt wieder eine Frauenbewegung von unten.

Aber wo die Zeitungen beim hysterischen Ablenkungsmanöver #metoo wochenlang mitspielten, herrscht nun, wo tausende Frauen auf die Straße gehen und ihrer Wut und ihrer Verzweiflung Luft verschaffen, bleierne Stille im Blätterwald.

Eine einzige Agenturmeldung muss für die Berichterstattung herhalten, wobei natürlich wichtig ist, dass das Wort „rechts“ fällt – nur um diese Frauenbewegung ganz schnell wieder auszubremsen, in dem man sie in die vermeintlich böse Ecke stellt:

T-online“ soll uns als Beispiel für viele ähnliche Texte dienen:

Der Marktplatz von Kandel ist geteilt: Auf der einen Seite dominieren Schilder und Banner mit Aufschriften wie „Offene Grenzen, kein Verstand, wer schützt unser Land?“. Auf der anderen steht in bunten Buchstaben: „Wir für Menschlichkeit“. Einen Monat nach dem gewaltsamen Tod der 15 Jahre alten Mia haben im rheinland-pfälzischen Kandel mehrere Hundert Menschen demonstriert…

Das „Frauenbündnis Kandel“ zog unter dem Motto „Sicherheit für uns und unsere Kinder“ von dem Drogeriemarkt, in dem Mia getötet wurde, durch die Stadt zum Marktplatz. Die Teilnehmer riefen Parolen wie „Lüge, Hetze und Betrug. Bürger haben jetzt genug“ oder „Sicherheit für Frau und Land, dafür gehen wir Hand in Hand“. Auch „Merkel muss weg“-Sprechchöre waren zu hören…

…An der Demo am Sonntagnachmittag nahmen laut Polizei bis zu 1000 Menschen teil, darunter auch zahlreiche Personen aus der rechten Szene, wie rheinpfalz.de schreibt. Nach Angaben der Kreisverwaltung Germersheim hatten die Organisatoren nur mit 150 bis 200 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften vor Ort, um die Demonstration zu sichern.

Und so sieht der jämmerliche Rest der bundesweiten Berichterstattung aus:

Etwas intensiver mit der Demo beschäftigt sich Christina Brause in der „Welt“. Wie die meisten ihrer recherchefaulen Kollegen teilt auch sie die Bürger in „gut und böse“, also in links und rechts ein – wohl ohne auch nur mit einer einzigen „normalen“ Frau vor Ort in  Kandel gesprochen zu haben:

…Das linke Gegenbündnis will ein „Zeichen gegen Rassismus“ setzen.

Eine seiner Hauptrednerinnen ist Sandra Gabriel, parlamentarische Assistentin eines Linke-Abgeordneten im EU-Parlament. Geflüchtete „pauschal zu verurteilen oder unter Generalverdacht zu stellen, ist der falsche Weg“, sagt sie. Und die Veranstalter machen klar, wo an diesem Sonntag die moralische Grenze verläuft: „Alle, die hier sind, stehen auf der richtigen Seite.“

So klingt es, wenn aus einer furchtbaren Tat ein Kampf darum wird, wer die Deutungshoheit über sie hat. Wenn aus einem Mord Politik und aus Politik Moralpolitik wird. Denn moralpolitisch hohe Ziele, das wird schnell klar, haben sich beide Lager, die am Sonntagnachmittag in Kandel auf die Straße gehen, gesteckt.

Beide Seiten sagen, sie wollten für ihre Überzeugungen demonstrieren. Aber eigentlich will hier jeder nur gewinnen: Wer hat mehr Unterstützer mobilisiert? Wer kriegt wie viel Aufmerksamkeit von den Medien? Wer spricht für wie viele Bürger?…

Fairerweise muss man sagen, dass die Autorin sich auch mit den linken Demonstranten beschäftigt, doch ist auch dieser Beitrag ist ein Armutszeugnis des deutschen Journalismus.

Einfach, weil das Handtuch zwischen Bürgern und Medien inzwischen zerschnitten ist und die meisten Journalisten davon ausgehen und uns glauben machen wollen, dass jeder Widerstand gegen die Katastrophen-Politik der Kanzlerin von rechts kommt und die linke Seite weiter für „Menschlichkeit“ und „Weltoffenenheit“ steht.

Und genau das ist das Problem für die Journalisten, die nur noch auf partei- und gesellschaftspolitischer Ebene denken können – sie wollen einfach nicht wahrhaben, dass es in diesem Land immer mehr Bürger gibt, die sich keiner dieser politischen Richtungen zuordnen können oder wollen, sondern einfach nur wütend auf die Kanzlerin und ihre Schranzen sind.

Berechtigterweise.

Und so werden unbescholtene, besorgte und wütende Bürger gesellschaftlich „kriminalisiert“, zu Schmuddelkindern deklariert, was wiederum belegt, auf welcher Seite die Journalisten von heute stehen: Auf der Seite des Unrechts, auf der Seite der Eliten.

Es ist das typische mediale Ablenkungsmanöver, was hier läuft und zusehend nervt. Statt sich mit den Ursachen, mit den eigentlichen Problemen zu beschaffen, nämlich mit dem immer mehr ausufernden Migrantenterror, beschäftigt man sich lieber mit den Reaktionen darauf und teilt diese in Gut und Böse ein.

Was würde Frau Brause eigentlich denken, wenn wir schreiben würden: „Die Autorin umgibt sich gerne mit Massenmördern und Kinderschändern – wenn sie morgens in der U-Bahn zur Arbeit fährt“, denn genau das ist die Art der heutigen Berichterstattung  von sogenannten „Qualitätsjournalisten“ in diesem Land.

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