Deutscher Presse(un)rat: Vorwärts, Genossen, die Wahrheit ist unser!

Foto: Collage
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Wer konnte das schon ahnen?! Als der Deutsche Presserat am 20. November 1956 nach dem Vorbild des britischen „Press Council“ (heute: „Press Complaints Commission“) gegründet wurde, geschah dieses nach den leidvollen Erfahrungen der NS-Epoche. Im Osten zog gerade die nächste deutsche Diktatur, unter Führung einer Einheitspartei aus SPD und KPD im linken Bündnis herauf, im Westen sollten Meinungs- und Pressefreiheit zur Zierde einer neuen demokratischer Epoche werden. Sollten! Ein geplantes bzw. drohendes neues BDR-Bundespressegesetz wollte man zurecht verhindern: Freiheit, die wir mein(t)en. Die freiwillige Selbstkontrolle trat in der BRD an die Stelle von „Entarteter Kunst“ und sonstigen „Reichskammern“ der NS-Diktatur. Im Bereich der Medien schien alles gut geregelt – und es sollte dann aber doch schließlich ganz anders kommen.

Von Hans S. Mundi

„Der Deutsche Presserat, eingetragen als Trägerverein des Deutschen Presserats e.V., ist eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger(BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e. V. (VDZ), Deutscher Journalisten-Verband (DJV) sowie Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di. Die Geschäftsstelle hat seit Juni 2009 ihren Sitz in Berlin; bis dahin residierte sie in Bonn … Ein Trägerverein hat die Aufgabe, für die Pressefreiheit und die Wahrung des Ansehens der deutschen Presse einzutreten. Er besteht aus acht Mitgliedern, darunter jeweils zwei aus den vier Mitgliedsverbänden. Vorsitzender des Trägervereins ist seit Januar 2014 Volker Stennei, Chefredakteur des Hellweger Anzeigers, für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. Stellvertretende Vorsitzende ist Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in Ver.di.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Presserat

Ist der deutsche Presserat denn nun überparteilich, fair, objektiv, der Meinungsvielfalt und -freiheit dienend, ist er unabhängig und ein guter Sachwalter demokratischer, freiheitlicher Kultur in einem Staat der freien Bürger, also einem bürgerlichen Staat?. Nein, tausend mal nein und nochmals nein. Und das läßt sich ganz leicht erklären. Auch wenn dieser lupenrein antidemokratische Verein zur Wahrung einseitiger politischer Interessen lediglich etwas Kosmetik zur Verfügung hat und auf seinem Kodex basierend Rügen und Missbilligungen aussprechen und publik werden lassen kann, ist er doch als Stütze bei der öffentlichen Meinungsbildung nicht unerheblich.

Bevor man zu aktuellen Urteilen und einer permanent einseitigen Rügen- und Missbilligungspraxis kommt, die sich vollkommen parteilich in das politisch korrekte Mainstream-Lager unter Federführung der Ex-DDR-Bürgerin Angela Merkel einsortiert, sollte man einfach mal schauen, wer dort das Sagen hat. Und dann wird ALLES klar.

Schauen wir uns als erstes mal Volker Stennei an, Chefredakteur des Hellweger Anzeigers, der für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger dort einsitzt und sich um politisch korrekte Lufthoheiten im Sinne der neuen deutschen Obrigkeit bemüht. Hier kommen wir geradenwegs zur Zugehörigkeit von Stenneis Hellweger Anzeiger in einem wenig übersichtlichen dichten Geflecht, welches von einem riesigen Medienkonzern orchestriert, gesteuert und gelenkt wird. Die MADSACK Mediengruppe verfügt u.a. über ein riesiges Mediennetz unterm dem Namen RedaktionsNetzwerk Deutschland.

„Das Redaktionsnetz Westfalen (RNW, Auflage: 210.000 Exemplare) mit Sitz in Unna erstellt Mantelseiten für die Zeitungen des Medienhauses Lensing (Ruhr Nachrichten, Dorstener Zeitung, Halterner Zeitung, Münsterland Zeitung), den Zeitungsverlag Rubens (Hellweger Anzeiger, Westfälische Rundschau Unna/Kamen), den Verlag J. Bauer (Recklinghäuser Zeitung, Marler Zeitung, Hertener Allgemeine, Stirnberg Zeitung, Dattelner Morgenpost und Waltroper Zeitung) und die Münstersche Zeitung. „Auch durch die Zusammenarbeit mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland investieren wir in unsere Mantel-Qualität. Die oft ungewöhnlichen Ansätze bei der Themenfindung und -aufbereitung, durch die sich das RND auszeichnet, passen ideal zu unserem Verständnis einer modernen, lesernahen Zeitung“, sagt Volker Stennei, Chefredakteur des Hellweger Anzeigers und Geschäftsführer des Redaktionsnetzes Westfalen. „Wir gewinnen mit dem RND auch im Lokalen. Mit dem starken überregionalen Partner können wir uns noch besser auf hochwertigen Lokaljournalismus und die digitale Transformation konzentrieren“, sagt Dr. Wolfram Kiwit, Chefredakteur der Ruhr Nachrichten.“ http://www.maz-online.de/Nachrichten/Medien/Fernsehen/RND-beliefert-ab-Oktober-Redaktionsnetz-Westfalen

Volker Stennei ist hierbei Spinne im Netz bzw. Orchesterleiter, nebenher wichtigster Repräsentant des Deutschen Presserates, also wahrlich kein einflussloser Mann sondern ein Stratege eines der größten Medienkonzerne in Deutschland. Und das im Verbund mit angeblich objektiver Medienaufsicht durch den Deutschen Presserat…????! Durch weitere Kooperationen und Fusionen hat sich das RND mittlerweile auf eine Gesamtauflage von 1,5 Millionen Exemplaren hochgewirtschaftet – in Zeiten des allgemeinen Auflagenschwundes wird hier also ein nicht unbedeutender Machtfaktor im bundesdeutschen Pressebetrieb erkennbar. Die Mediengruppe MADSACK ist darüber hinaus bis in den Osten hinein aktiv, Hannoversche Allgemeine und Leipziger Volkszeitung gehören ebenfalls zum Imperium – erreicht werden von den MADSACK-Medien dabei sogar über 2,7 Millionen Leser. Ein Meinungsimperium! Was bedeutet das politisch? Viel, sehr viel.

Man muss recht lange suchen um fündig zu werden. Das viertgrößte Verlagshaus des Landes versucht seine politische Ausrichtung zu verschleiern. Auf eigenen Seiten stellt man sich als modernen Dienstleister dar, als Sevice-Unternehmen, welches scheinbar gar keine eigene politische Ausrichtung hat. Denkste! MADSACK ist engagiert im Online-Sektor, bei den lukrativen Anzeigenblättern, bei Apps und Digital Signage, bei TV-Produktion und Hörfunk und als Dienstleister für Post, Logistik, Call Center, IT sowie Werbung und Kommunikation. Man druckt hier Geld! Man hat Macht und Einfluß – und man hat natürlich eine grundsätzliche politische Meinung zu diesem und jenem in der Welt! Schließlich werden durch das unternehmenseigene Redaktionsnetzwerk Deutschland ein nicht geringer Teil der Menschen in diesem Lande „MIT ZENTRALEN INHALTEN“ (wie der Medienkonzern gerne lauthals verkündet!) versorgt. Deshalb reiben sich hinter den Kulissen einige Gestalten die Hände. Denn wirtschaftlich und politisch ist das ein Erfolg.

Wenn Macht und Meinung sich konzentrieren, dann ist Gefahr im Verzug, dann steht u.a. das Gegenteil dessen auf dem Programm, was einst zur Gründung des Deutschen Presserates führte. Denn hier sind es die Genossen der SPD, mitsamt ihrem Gesinnungsumfeld jeglicher linker Couleur, die sich die Hände reichen und reiben – Vorwärts, Genossen, das Ding haben wir unter Kontrolle!!!

„Im März 2010 eröffnete die Madsack Mediengruppe in unmittelbarer Nähe zu Parlament und Kanzleramt am Schiffbauerdamm ihr Berliner Büro … Madsack ist in Form einer GmbH & Co. KG organisiert. Komplementärin ist die Dr. Erich Madsack GmbH, größte Kommanditistin ist das Medienbeteiligungsunternehmen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgesellschaft_Madsack

Man darf sicher sein, dass die größte Kommanditistin an Bord hier inhaltlich die Flagge schwenkt und sagt, wo es langgeht. Was man beim Imperium sozialdemokratisch angehauchter Blätter dann auch tagtäglich nachlesen und bestaunen kann. Und ein Repräsentant dieses parteilichen Partenetzwerks, der also auf dem Ticket der Parteigenossen segelt, will parteiübergreifend und unparteiisch im Deutschen Presserat wirken, der im übrigen in jüngster Zeit eben genau diese Fairness, Unabhängigkeit und ein unparteiisches Handeln deutlich vermissen läßt…?!

Wenn der Deutsche Presserat nun gegen Zeitungen ermittelt und Rügen anbahnt, weil im Zuge der Fahndung nach G20-Kriminellen deren Fahndungsfoto von der Polizei in einige Blätter übernommen wurden – wen wundert das noch…?! Wichtiger erscheint in diesem Zusammenhang aber dann der Hinweis, gegen wen so alles NICHT GERÜGT und missbilligt wird. Dann sieht man: Die Reihen fest geschlossen, Genossen, die Internationale erkämpft das Bonzenrecht! Aus dem Weg, einfaches Volk, die linken Eliten sagen euch überall in diesem Land, wo es langgeht. Setzen! Und Ruhe bewahren! Die Partei (die SPD) hat immer recht – das Schlußwort erhält der Kollege Roland Tichy, der sich mit der bösen Praxis des Deutschen Presserates in einem lesenswerten Artikel gerade befasste. Gute Nacht, Deutschland.

„Wenig überraschend  wurden vom Presserat 21 Beschwerden gegen eine SPIEGEL-Titelseite mit Trump und dem abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue abgelehnt. Begründung: „Die Redaktion setze sich in Form einer satirischen Karikatur in überspitzter Art und Weise mit dem US-Präsidenten und seinem Verständnis von Freiheit auseinander“. Mitglieder des Presserats scheinen über parapsychologische Kräfte zu verfügen, wenn sie aus mehreren tausend Kilometern Entfernung zu wissen behaupten, wie Trumps Verständnis von Freiheit laute. Unbedenklich ist es dagegen anscheinend, wenn der Deutsche Journalistenverband (DJV), der einer der Verbände hinter dem Presserat ist und Funktionäre in diesen entsendet, ein neues Vorstandsmitglied wählt, das ganz nebenbei bereits Pressesprecherin der SPD-Landesgruppe Bayern ist. „Der Verband sieht auf MEEDIA-Nachfrage keinen Interessenskonflikt“.“ https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/die-medien-schreiben-ihre-eigenen-nachrufe/

 

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