Die unerträgliche Diskussion um die „Mohren“-Apotheken

Foto: Wikipedia
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Die Kommunale Ausländervertretung in Frankfurt fordert die Umbenennung von zwei Apotheken, die „Mohr“ im Namen tragen. Die Apotheker sind erstaunt, das Denkmalamt winkt ab.

 Von Thomas Schlawig

 Die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) fordert die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung auf, sich dafür einzusetzen, dass rassistische Bezeichnungen und Logos „aus dem Stadtbild Frankfurts verschwinden“. Konkret bezieht sich die KAV auf die Eschersheimer „Mohren-Apotheke“ und die „Zeil-Apotheke zum Mohren“ nahe der Konstablerwache. Der Magistrat möge mit den beiden Unternehmen Kontakt aufnehmen und darauf hinweisen, „dass der Ausdruck ‚Mohr‘ als rassistisch angesehen wird und dass bundesweit bereits viele Bezeichnungen für Speisen, Straßen und sogar Firmenlogos geändert wurden“.

Zur Begründung führt das Gremium an, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) habe „oft dazu aufgerufen, dass in Frankfurt am Main kein Platz für Rassismus ist“. Die Stadt müsse deshalb Flagge gegen die Verwendung rassistischer Bilder und Bezeichnungen zeigen, so die KAV. „Leider muss auch im Jahre 2018 noch immer darauf hingewiesen werden, dass Wörter wie ‚Neger‘ oder ‚Mohr‘ einen rassistischen Hintergrund haben. Viel zu lange wurden sie in Deutschland weder hinterfragt noch aufgegeben.“ Durch ihre Weiterverwendung werde „Rassismus weiterhin gedankenlos verbreitet“.

Bemerkenswert, wie diejenigen, die immer für Vielfalt und Buntheit eintreten, plötzlich überhaupt nichts mehr von dieser vielbeschworenen Buntheit wissen wollen und selbst zum Rassisten werden. Wenn jemand andere Kulturen und Ethnien aufgrund einer hirnrissigen Ideologie als nicht existent betrachtet und diese sogar bekämpft, ist das für mich Rassismus in Reinkultur. Es gibt nun einmal weiße, schwarze und sogar gelbe Menschen. Wer das nicht wahrhaben will und seine eigene (weiße) Rasse über die anderen stellt, ist ein Rassist – PUNKT.  Daran ändert auch derartiger, an den Haaren herbeigezogener Schwachsinn nichts.

Karin Schweizer, Geschäftsführerin der Eschersheimer Mohren-Apotheke, zeigte sich überrascht und bezeichnete es als „befremdlich“, dass die Migrantenvertretung sie nicht kontaktiert habe. Sie erläuterte, dass die in den 60er-Jahren gegründete Apotheke den Namen schon sehr lange trage. Es sei ein bundesweit häufiger, „traditioneller Name für Apotheken“, der ursprünglich wohl auf die Verwendung von Arzneien aus fernen Ländern zurückgehe.

Möglicherweise hätten sich Apotheker auch dem Heiligen Mauritius als Schutzpatron der Kaufleute unterstellt, der im 13. Jahrhundert oft als Schwarzer dargestellt wurde. Sie habe den Namen beibehalten, als sie die Apotheke vor knapp 20 Jahren übernommen habe und bislang keine Notwendigkeit gesehen, ihn zu ändern.

Damit, so sollte man meinen, wäre alles gesagt, aber :  Allerdings habe es bereits Kritik am von der KAV ebenfalls beanstandeten Logo ihrer Apotheke gegeben, das den Kopf eines schwarzen Menschen mit Turban und Ohrring zeigt. „Über das Logo kann man diskutieren und wir haben es im Prinzip schon fast überall entfernt“, sagte Schweizer. Eine Namensänderung aber sei sehr aufwendig und teuer, weil ihre Betriebserlaubnis an den Namen gebunden sei. „Wenn aber ein grundsätzliches Interesse daran besteht, muss man darüber sprechen“, so die Apothekerin.

Soso, man stört sich also an dem Kopf eines schwarzen Menschen mit Turban und Ohrring. Was macht man aber, wenn sich ein derartiger Kopf im Wappen einer Stadt befindet?  Soll das dann auch geändert werden, oder sollte man besser die Stadt niederbrennen und dem Erdboden gleichmachen? Das würde nämlich die Stadt Coburg betreffen.

Alexander Schwartz, Inhaber der Zeil-Apotheke zum Mohren, betonte: „Wir haben viel internationale Kundschaft, die sich nicht an dem Namen stört, und werden vorerst nichts ändern.“ Er ergänzte, dass die Bezeichnung „zum Mohren“ auch in der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes eingelassen sei, in dem einst ein Hotel unter diesem Namen war. „Am Haus hat es eh gestanden, von daher habe ich mir keine Gedanken gemacht, als ich den Namen übernahm.“

Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamts, sagte mit Verweis auf die historische Fassade, „wir würden einer Entfernung oder Abdeckung auf keinen Fall zustimmen“. Der Begriff sei zur Bauzeit des Hauses nicht rassistisch gemeint gewesen, insofern „kann ich keinen Handlungsbedarf erkennen“.

Ich hoffe, die Vernunft setzt sich in Frankfurt durch und erteilt den Spinnern  und Rassisten in dieser Stadt eine Abfuhr. Leider gibt es diese hirnverbrannten Deppen auch in anderen Städten und dort gehen die Bewahrer der Menschenrechte und Gegner des „Rassismus“ sogar mit Drohungen vor.

Drohanrufe, Hassmails, Nazi-Parolen – die Debatte um das umstrittene Logo der Handwerksfirma „Thomas Neger“ in Mainz wird heftiger. Befürworter und Gegner werfen sich gegenseitig vor, Hetze zu betreiben. Ein Aktivist hat nun zu drastischen Selbstschutzmaßnahmen gegriffen und sich bewaffnet.

In dem Streit, der es inzwischen sogar in die Washington Post geschafft hat, geht es um das Logo des Handwerksbetriebs Thomas Neger. Gründer der Firma ist der Schlagersänger Ernst Neger. Er hatte das Logo vor 60 Jahren entworfen. Es zeigt einen Menschen mit dicken Lippen und großen Ringen in den Ohren. Darunter prangt ein Dreieck, das die einen als Hausdach, die anderen als Rock interpretieren. Kritiker sehen darin ein rassistisches Überbleibsel aus kolonialen Zeiten und fordern die Firma auf, das Logo zu ändern. Firmenchef Thomas Neger lehnt ab. Seine Unterstützer sprechen von einer Hetzkampagne.

Auch hinter dem Firmenlogo der hannoverschen Kaffeerösterei Machwitz  wird  Rassismus vermutet.

Als Kenton Emery Barnes das Bild zum ersten mal sah, war er schockiert. Inzwischen wägt der Amerikanistik-Dozent der TU Braunschweig besonnen seine Worte: „Ich finde dieses Logo etwas rassistisch“, sagt Barnes. Das bekannte Firmensignet, mit dem die hannoversche Traditionsrösterei Machwitz-Kaffee für sich wirbt, schaffe ein eindimensionales Bild von Schwarzen: „Es entmenschlicht eine ganze Rasse“, sagt Barnes. Die „Machwitz-Mohren“ passten nicht mehr in die moderne Welt: „Machwitz-Kaffee sollte das Logo durch ein neues ersetzen, das niemanden beleidigt“, sagt Barnes, der selbst Afroamerikaner ist.

 Generationen von Hannoveranern sind mit diesem Logo aufgewachsen, ebenso wie mit dem Machwitz-Slogan „Jede Tasse Extraklasse“. Seit 1919 hat die Firma in Hannover einen Sitz, doch laut Seniorchef Jörg-Walter Koch gibt es das Logo bereits, seit die Firma 1883 in Danzig gegründet wurde. Es ist ein Relikt aus jener Zeit, als Deutschland sich zur Kolonialmacht aufschwang und Kaffeeduft noch ein exotisches Aroma war, das einen Hauch von großer, weiter Welt verbreitete.

„Wir haben das Logo aus Tradition bis heute beibehalten“, sagt Jörg-Walter Koch. „Es richtet sich gegen niemanden; wir wollen Dunkelhäutige nicht diskriminieren und lehnen Rassismus ab“, versichert er. Der Kaffee von Machwitz stammt unter anderem aus Uganda, die Firma wirbt damit, fair gehandelte Bohnen zu verwenden. Die Kritik am Signet kann Koch nicht nachvollziehen: „Die Abbildung von Weißen wäre doch auch nicht rassistisch“, sagt er. 

Auch in diesem Fall hoffe ich, daß sich der Senior-Chef des Unternehmens von Forderungen das Logo zu ersetzen, nicht beeindrucken läßt.

Wie gelassen man aber mit derartigem Humbug auch umgehen kann, zeigt dieses Beispiel.

Warum nennt ein Schwarzer sein Restaurant „Zum Mohrenkopf“? In einer Zeit, in der das Wort Negerkuss politisch korrekt durch Schokokuss ersetzt wird und die Schokoladen-Firma Sarotti ihren Mohr gold umfärbt?

Andrew Onuegbu hat mehrere Antworten auf diese Frage. Der 42-Jährige stammt aus Nigeria – und führt sein Lokal in der Nähe des Exerzierplatzes mit dem Stempel „Deutsche Küche“. Erstens steht der bewusst gewählte Name für das, was Onuegbu ist: „Ich bin Mohr“, stell er klar. „Ich stehe zu meiner schwarzen Hautfarbe.“ Zweite Antwort: Der Name ist Ausdruck seiner eigenen Einstellung. „Wir Schwarze sind ganz gelassen“, sagt der Kieler.

 Hierzulande solle man unverkrampfter mit dem Thema Rassismus umgehen, findet Andrew Onuegbu. „Rassismus verbirgt sich nicht hinter einem Namen oder einem Logo. Er ist bei den Menschen hier drinnen“, sagt der Mann mit der verkehrt herum aufgesetzten Kappe und klopft mit der flachen Hand auf sein Herz. Solange er respektiert wird, geht er locker mit seiner Hautfarbe um.

Es gibt übrigens noch eine dritte Antwort. „Der Mohr stand im Mittelalter als Auszeichnung für gute Küche“, erklärt der Gastronom. Daran wolle er anknüpfen. Für ihn habe dieser besondere Name darum schon lange vor der Eröffnung des eigenen Ladens festgestanden.

„Rassismus verbirgt sich nicht hinter einem Namen oder einem Logo“, sagt einer, der sich selbst Mohr nennt und gibt damit den selbsternannten Tugendwächtern die richtige Antwort auf ihr krankes  Gedankengut.

Wie bereits erwähnt, ist für mich derjenige ein Rassist, der die Existenz anderer Rassen leugnet oder in Frage stellt.

„Niemand darf seine Wurzeln vergessen. Sie sind der Ursprung unseres Lebens“  Federico Fellini

 

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