Rassismus in Südafrika: „Täglich werden weiße Farmer abgeschlachtet“

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Die Realität der "Rainbow-Nation". Protest gegen Morde an weißen Farmern. (screenshot youtube)

Die kanadische Vloggerin Lauren Southern ist in Südafrika und berichtet über die Situation der weißen Farmer, die inzwischen reihenweise ermordet werden (jouwatch berichtete). Während die Empörungswelle bei der #Meetoo-Kampagne kein Ende findet, bleibt der weltweite Aufschrei der Öffentlichkeit und der Mainstreammedien bei diesen schrecklichen Morden völlig  aus. In ihrem zweiten Video spricht Lauren mit einer der bekanntesten Tatortreinigerin Südafrikas, Eileen de Jager, über Grausamkeit, die kaum zu beschreiben ist.

von Marilla Slominski

Bei ihren Recherchen zu den Morden an weißen Farmern, hat Lauren Southern viele verschiedene Geschichten gehört. Sie wollte wissen, ob die ganzen schrecklichen Mord- Geschichten wirklich stimmen und besuchte die beiden Schwestern Eileen de Jager und Reolien Schutte, die nach der Polizei die nächsten sind, die am Ort eines Verbrechens oder Unglücks erscheinen.

Eileen de Jager und ihre Schwester, auch bekannt unter dem Namen „Blood Sisters“, sind die bekanntesten Tatortreiniger Südafrikas und haben mehr Tatorte gesehen, als jeder andere Mensch.

„Du gewöhnst dich nie daran, Orte zu säubern, an denen Menschen umgekommen sind, besonders nicht, wenn es sich um Morde handelt“, erzählt Eileen.

Die Opfer erleiden unbeschreibliche Qualen

„Die Qualen, die diese Farmer durchlebt haben, sind unvorstellbar. Wir finden ausgerissene Nägel, abgetrennte Hände, Vergewaltigte, ermordete Babys, Kinder und Farmer, die noch versucht haben, ihre Familien zu schützen. Und es hört nicht auf. Die Farmmörder sind brutal. Wir wurden zu einer Farm im Südwesten gerufen. Wir gingen auf dieses wunderschöne weiße Haus zu und egal, wo du hin sahst, waren Blutspritzer. Als wir reinkamen, war Blut an den Wänden, den Vorhängen, den Bildern, dem Fußboden. Wir konnten sehen, dass zwei Babys im Badezimmer ermordet worden waren. Sie waren angegriffen worden, während sie gebadet wurden. Eins der Kinder, ungefähr zwei Jahre alt, überlebte und kroch schwer verletzt ins Schlafzimmer der Eltern. Dort war die Mutter ermordet worden. Sie war ans Bettgestell gefesselt, vergewaltigt und getötet worden. Das Kind starb an der Seite seiner ermordeten Mutter. Das war furchtbar.

Ein anderes Verbrechen, dass ich nicht vergessen werde, hat außerhalb von Johannisburg stattgefunden. Fünf der Farmarbeiter kamen ins Haus und sie ertränkten den 12-jährigen Jungen in kochendem Wasser. Wir mussten die Haut aus der Badewanne fischen, sie hatte sich im heißen Wasser abgelöst. Das war ein schrecklicher Anblick“, Eileen ringt um Fassung und kämpft mit den Tränen.

Morde sind offiziell „schiefgegangene Raubüberfälle

Die Morde an den weißen Farmern in Südafrika gelten als „Raubüberfälle, die schief gegangen sind“. Doch wie kann man „unbeabsichtigt“ eine ganze Familie quälen, jemandem „unbeabsichtigt“ die Augen rausschneiden oder „unbeabsichtigt“ jemanden tagelang vergewaltigen, fragt sich Lauren Southern.

„Es geht nicht um Raub oder Diebstahl. Offiziell gelten die Morde als Raubüberfälle, weil Farm-Morde in Südafrika statistisch nicht erfasst werden. Die Brutalität der Farm-Morde ist unbeschreiblich. Was wir im Nachhinein sehen, ist die Folter, die Zeit, die es gebraucht hat, um die Menschen zu ermorden. Die Torturen, die sie durchmachen mussten sind unglaublich. Augen werden entfernt, Gliedmaßen mit irgendwelchen Gegenständen abgetrennt. Wenn du dir die schlimmsten Filme vorstellst, die je gedreht wurden, übertrifft die Wirklichkeit alles, was wir dort vorfinden.“

Lauren Southern will wissen, was der Grund für diese außergewöhnliche Brutalität ist und fragt bei den Behörden nach. Doch die Polizei ist nicht in der Lage, ihre Fragen zu beantworten.

Als es um das Thema Arbeitslosigkeit und Diskriminierung geht, dass immer wieder als Tatmotiv angeführt wird, bricht Eileen das Gespräch, mit dem Hinweis, sie müsse jetzt sehr vorsichtig sein, ab. Diese Antworten könnten zu gefährlich sein, sie arbeite für die Regierung…Kein weiterer Kommentar.

So könne man weiter nur über die Motive spekulieren, doch eins sei klar, meint Lauren Southern, die Situation werde immer schlimmer.

Täglich werden weiße Farmer in Südafrika ermordet

„Als es anfing, erhielten wir pro Woche einen Anruf pro Woche wegen eines Farm-Mordes oder eines Angriffs. Jetzt werden wir täglich gerufen, definitiv täglich. Es ist ein unglaublicher Anstieg“, erzählt Eileen.

Sich die Geschichten über die Ermordung der weißen Farmer anzuhören, sei nicht einfach gewesen. Sie hätten sich für immer tief in ihr Gedächtnis gegraben, so Laureen Southern.

„Doch wenn die südafrikanische Regierung es ablehnt, dieses Problem öffentlich zu diskutieren und eine Lösung zu finden, es weiter runterspielt und als einfache Raubüberfälle deklariert und die Mainstremmedien nicht darüber berichten, dann müssen wir es tun. Denn sonst werden wir noch viele weitere von diesen grausamen Geschichten hören müssen“, mahnt Laureen Southern am Ende ihre Reportage.

In Südafrika regt sich erster Protest. Nach der Ermordung des 47-jährigen Weinbauern Joubert Conradie aus Klapmuts, der im Oktober vergangenen Jahres bei so einem „Raubüberfall“ angeschossen und kurz darauf am 24.10 im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben war, riefen sein enger Freund Chris Loubser und seine Witwe zu einem öffentlichen Gebet zu seinem Gedenken auf.

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Proteste gegen Farm-Mörder in Südafrika (screenshot Twitter)

Bei der Veranstaltung  #BlackMonday hatten die Organisatoren eigentlich mit 1500 Menschen gerechnet. Doch am 30. Oktober versammelten sich rund 10.000 Menschen – alle in schwarz gekleidet – in Kapstadt und gedachten unter dem Motto „Genoeg is Genoeg“ (Genug ist genug) der vielen Opfer unter ihnen.

Der Protest geriet sofort in die Kritik der selbsternannten „Antirassismus“-Kämpfer, da einige Teilnehmer die alte südafrikanische Flagge bei sich trugen. Das sei ein Symbol des Apartheit-Regimes und so hagelte es von allen Seiten Vorwürfe. Auch dass an der Demo hauptsächlich Betroffenen, also Weiße, teilgenommen hatten, missfiel vor allem den regierenden Politikern des ANC und der linksgerichteten Partei Economic Freedom Fighters (EFF), die die drittstärkste Partei des Landes ist. Sie verurteilten den Protest als rassistisch. Ihr Führer Julius Malema versprach bei zukünftigen Veranstaltungen dieser Art „körperlichen Widerstand“ zu leisten.

Die letzten Worte des Wein-Farmers Joubert Conradie galten seiner Frau Marlene: „Ich liebe Dich.“ Zurück bleiben seine Frau und zwei Kinder.

 

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