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Symbolbild: shutterstock.com
Auch an Schulen und dem öffentlichen Raum mittlerweile Alltag: Messerattacken(Symbolbild: shutterstock.com)

Alice Weidel hat kürzlich mal nach den Tags „Messer“ und „Mann“ gegoogelt. Sie ist da schnell und reichhaltig fündig geworden. Zusätzlich findet man noch „Messermann“. Das ist freilich sexistisch. Eine junge Konvertitin hatte einem Polizisten in den Hals gestochen. Oder ein Vorfall in Kleinzschocher wo ein Jogger angegriffen wurde. Also fehlt bei Google noch „Messerfrau“.

Von Wolfgang Prabel

Bahnhöfe, öffentliche Verkehrsmittel und Kaufhallen sind schon längere Zeit unsicher. Ein Erfurter Busfahrer hatte einer jungen Dame kürzlich davon abgeraten, Busse nach Einbruch der Dunkelheit zu benutzen. Nun kommen noch Schulen dazu, demnächst wohl auch Kindergärten. Zeit mal darüber nachzudenken, was eine Bekämpfung des Messerns kosten würde. In Israel gibt es vor Kaufhallen, Bahnhöfen und Schulen Checkpoints, um Waffen aus dem Verkehr zu ziehen. Das hat freilich seinen Preis. Den Wachschutz vor Kaufhäusern zahlen die Händler, was sich natürlich auf die Warenpreise auswirkt. Für den Checkpoint vor Schulen kommt der Steuerzahler direkt auf.

Rechnen wir das mal für Deutschland durch. Es gibt etwa 33.000 Schulen. Bei vier Wachleuten pro Schule kommt ein Personal von 132.000 Leuten zusammen, denn man muß ja auch an Krankheiten und Urlaub denken. Die würden etwa 7 Milliarden € kosten. Das wäre für den Bundeshaushalt kein Problem, man könnte es zum Beispiel durch Austritt aus einigen Organisationen der UN gegenfinanzieren. Oder man ersetzt Sozialarbeiter und diverse Therapeuten – inkompetente Quacksalber sind ständiges Thema der Simpsons-Serie – durch die kompakte Kompetenz von ehemaligen Soldaten. Der Therapeut Dr. Hibbert von den Simpsons beispielsweise ist als Prototyp des Schultherapeuten geldgierig und dilettantisch. Sein Stereotyp ist ein Kichern nach jedem Satz, insbesondere wenn er Patienten desaströse Diagnosen mitteilt, wenn er überhöhte Rechnungen stellt oder wenn er neue unausgegorene Methoden anwendet. Sowas braucht kein Mensch. Wirksamer sind Taschen- und Körperkontrollen am Schuleingang.

Es gibt 5.600 Bahnhöfe der DBAG. Bei ebenfalls vier Wachmännern pro Haltepunkt ergeben sich noch mal 22.000 Beschäftigte. Deren Kosten könnten auf die Fahrpreise aufgeschlagen werden. Außerdem müßten die Bahnhöfe umgebaut werden, daß sie nur noch einen Zugang haben. Das gilt übrigens auch für Schulen.

Im Busverkehr ist es bei der Vielzahl an Haltestellen unmöglich alle mit Personal zu sichern. Allein beim Verkehrsverbund Hamburg gibt es fast 10.000 Haltestellen. Hier ist es billiger in jedem Bus einen bewaffneten Wachmann mitfahren zu lassen. Bei 35.000 Linienbussen ergibt sich ein Personalbedarf von etwa 50.000 Leuten.

Nun kommen noch Straßenbahnen und der Schutz des öffentlichen Raumes dazu, ebenfalls die Bewachung von Einkaufszentren und Kaufhäusern. Es gibt knapp 500 Einkaufszentren, 25.000 Supermärkte und Discounter.

Insgesamt dürfte sich ein Personalbedarf von etwa 500.000 Wachschützern ergeben, deren Kompetenzen allerdings polizeiähnlich ausgestaltet werden müßten, einschließlich der Schutzausrüstung und Bewaffnung. Kosten: Etwa 30 Milliarden € pro Jahr.

Insgesamt müßten zur Gegenfinanzierung die Entwicklungshilfe (2015 etwa 16 Mrd. €) und die EU-Mitgliedschaft (netto etwa 10 Mrd. €) geopfert werden. Oder das EEG-Gesetz, welches Kosten in derselben Größenordnung (28 Mrd. €) verursacht.

Bleibt natürlich die Frage, wo die Arbeitskräfte herkommen sollen. Bei der Streichung zahlreicher internationaler und nationaler Förderprojekte werden in Größenordnungen Arbeitskräfte frei. Ebenso bei der Beendigung der Förderung alternativer Energien. Soweit die Asylanten nicht gerade moslemischen Glaubens oder nicht aus Ländern mit Clanstrukturen – wie zum Beispiel Griechenland – sind, kommen auch sie als Schutzpersonal in Frage. Für die Absolventen zahlreicher Orchideenfächer an unseren Hochschulen würden sich gute Berufschancen ergeben. Endlich könnte man Politikwissenschaftler, Soziologen und Kulturhistoriker adäquat beschäftigen. Die Kosten der Sicherheit wurden übrigens nicht mit Hungerlöhnen kalkuliert, sondern mit für den öffentlichen Dienst üblichen Vergütungen.

Über kurz oder lang führt an der Sicherung des öffentlichen Raums kein Weg vorbei. Andere Länder sind da weiter. Deutschland hat sich mit dem Attentäter Amri monatelang blamiert. In Italien war er binnen von zwei Stunden tot. Die Carabinieri haben verglichen mit unseren Beamten und Richtern goldene Hände. Auch Amris erster Aufenthalt in Italien endete nicht im Asylheim, sondern im Strafvollzug. Glückliches Italien!

Die Blutkanzlerin wird das Problem von sich aus nicht angehen, weil sie autistisch ist und Fehler nicht eingestehen wird. Sie weiß ja bis heute nicht, was sie falsch gemacht hat. Wir müssen den Druck auf die Regierung deshalb erhöhen, egal wie diese zusammengesetzt sein wird. Wir brauchen im Moment keine Wegsehpolitiker und -journalisten, sondern eine knallharte Null-Toleranz-Kultur. In einer solchen hätte der Tatverdächtige in Lünen die Schule nie im Leben betreten, und schon garnicht mit einem Messer.

Unsere russischen Freunde haben in solchen Fällen immer eine sogenannte „Anekdote“ auf der Pfanne. Der Richter fragt den kaukasischen Angeklagten, warum er seine Frau gemessert habe. „Es war Versehen. Meine Frau ist selber schuld. Sie hat umgeräumt. Früher lag an der Stelle der Schlagring, neuerdings das Messer.“

Wandere aus, solange es noch geht!
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