Schwester von Prien-Opfer exklusiv: „Deutsches Gefängnis ist wie Urlaub“ für Mörder

Somi Azemi und Farimah Seadie

Der Prozess gegen den Lidl-Mörder von Prien hat gestern in Traunstein begonnen. jouwatch sprach exklusiv mit der Schwester der Ermordeten.

von Collin McMahon

Der nun 30-jährige Täter Hamidullah Moradi hatte am 29.4.2017 die 39-jährige Farimah Seadie vor den Augen ihrer beiden Kinder, damals 5 und 11, mit einem Messer regelrecht hingerichtet. „Es war eine islamische Hinrichtung auf offener Straße“, sagte uns damals die Schwester der verstorbenen, Somi Azemi (hier das jouwatch-Interview auf YouTube): „Meine Schwester musste Sterben, weil sie Christin geworden ist.“

Bei Prozessauftakt gestern in Traunstein sagte u.a. ein Polizeibeamter aus Rosenheim aus, der zur Tatzeit außer Dienst war als er aus dem Lidl kam: „Da draußen hat es ausgesehen, wie auf einem Schlachtfeld,“ berichtet Chiemgau24„Das war wie in einem Horrorfilm. Ich habe dann mein Telefon auf ihn geschmissen, dass er auf mich aufmerksam wird. Dann weiß ich erst wieder, dass ich ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen und versucht ihn am Hals zu packen. Mit anderen Passanten haben wir ihn schließlich überwältigen können. Ich habe ihn dann mit meinem Gürtel gefesselt.“

Nun versucht sich der grausame Mörder als das Opfer darzustellen: „Im Gespräch mit dem Sachverständigen hatte der angeklagte Afghane vor dem Prozess den tödlichen Angriff zugegeben und gesagt, sich danach „leichter“ und „glücklicher“ gefühlt zu haben“, meldete der BR: „Die Frau habe ihn seit 2013 mehrfach aufgefordert, zum Christentum überzutreten, weil er dann in Deutschland bleiben könne. Das habe ihn schwer belastet und „seinen Kopf kaputt gemacht“, hatte der Angeklagte dem Gutachter gesagt. Er habe deswegen bei der Arbeit weinen müssen, Alpträume bekommen und vier Jahre lang die Stimme der Frau im Kopf gehabt. Er habe sie gebeten, ihn in Ruhe zu lassen, weil er Muslim bleiben wollte.“

Die Schwester der Ermordeten war fassungslos von der Kaltschnäuzigkeit des geständigen Killers. „Mein Herz tut so weh“, sagte sie im Gespräch mit jouwatch. „Er war ganz normal, ganz ruhig. Es ist Wahnsinn. Er hat ausgesehen, als wenn er im Urlaub war.“ Somi Azemi glaubt nicht an die Behauptungen, Farimah hätte den Mörder bedrängt, zu konvertieren: „Er hat gelogen. Er war seit 5 Jahren in Prien, da soll meine Schwester dreimal zu ihm gesagt haben, er soll Christ werden? Dreimal ist doch nicht viel.“ Von einer Bedrängung könne keine Rede sein. Außerdem bezweifelt Somi, dass ihre Schwester versucht hat, irgendwen zu bekehren: „Andere afghanische Leute, die Farimah gekannt haben, haben so etwas nie gehört.“

Von den afghanischen Zeugen, die gestern vor Gericht ausgesagt haben, fühlt sie sich auch enttäuscht: „Gestern waren viele Deutsche Zeugen da, die die Wahrheit gesagt haben. Aber drei afghanische Männer waren da, die waren alle Moslems, die haben mit diesem Hamidullah Moradi gelebt, aber sie haben gesagt, sie haben nichts gewusst. Das glaube ich nicht. Es tut weh, das zu hören.“

Somi glaubt, dass der Täter das Urteil, das er in Deutschland bekommen wird, nicht als Strafe empfinden wird. „Er sollte in zwei Wochen abgeschoben werden, als er meine Schwester ermordet hat. Jetzt darf er hierbleiben. Er bekommt 10 oder 15 Jahre deutsches Gefängnis, das ist gut für ihn, das ist sehr gut. Das ist wie Urlaub im Vergleich zu Afghanistan.“

Nachdem der Täter zuerst als „psychisch gestört“ in Verwahrung kam, erhebt die Staatsanwaltschaft Traunstein nun Anklage wegen Mordes aus niederen Beweggründen. Laut Anklageschrift soll der Beschuldigte heimtückisch einen Menschen getötet haben. „Für die Staatsanwaltschaft sei das Motiv für die Tat besonders verachtenswert und auf tiefster Stufe stehend“, berichtet Chiemgau24. „Sie geht davon aus, dass der Beweggrund von Hamidullah M. gewesen sei, dass das Opfer zum christlichen Glauben konvertiert sei und den Beschuldigten gefragt habe, ob er auch konvertieren wolle. Dies sei mit seinem Glauben als Muslim nicht vereinbar gewesen.“

Am 29.1. geht der Prozess weiter. jouwatch bleibt dran.

 

Lesen Sie auch:

Der Mord von Prien, die Schwester packt aus: „Das war eine islamische Hinrichtung auf öffentlichem Platz“

Interview aus Prien – „Meine Schwester musste sterben, weil sie Christin war“

 

 

Collin McMahon ist Autor und Übersetzer. Er schreibt ein Buch über Donald Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint.  Hier kann man ihn unterstützen.

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...