Schreck, lass nach

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Nicht preisverdächtig: Aus dem Nichts (Foto: Screenshot/Youtube)

Frohlockten noch vor ein paar Wochen die üblichen Verdächtigen, dass „Aus dem Nichts“ einen Golden-Globe gewonnen hat, musste Tagesschau.de nun schweren Herzens folgendes verkünden:

Von Nils Kröger

Die Oscar-Hoffnungen des deutschen Regisseurs Fatih Akin sind geplatzt: Sein NSU-Thriller „Aus dem Nichts“ geht bei den Nominierungen für den begehrten Goldjungen leer aus. Großer Favorit ist „Shape of Water“. (…) Der NSU-Thriller von Regisseur Fatih Akin mit Hauptdarstellerin Diane Kruger scheiterte bei der Endauswahl für die letzten fünf Anwärter in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“. Der deutsche Beitrag verlor gegen „A Fantastic Woman“ aus Chile, das russische Drama „Loveless“, „The Insult“ aus Libanon, den schwedischen Film „The Sqaure“ und den ungarischen „On Body and Soul“.

Anscheinend hat die „Academy“ sich den Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses zu Gemüte geführt und zu viele Widersprüche erkannt. Da dachte man sich wohl, ein Oscar wäre zu viel Ehre für diese Produktion. Nun wollte die Jury aber unsere traumatisierten Kulturschaffenden nicht komplett im Regen stehen lassen und gab einem „ähnlichen“ Film eine Chance.

Chancen auf die begehrte Trophäe hat hingegen die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Katja Benrath. Mit ihrem Kurzfilm „Watu Wote/All of Us“ ist sie in der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ nominiert worden. Im vorigen Herbst hatte Benrath mit ihrem Abschlussfilm von der Hamburg Media School bereits den goldenen Studenten-Oscar gewonnen. Der in Kenia gedrehte knapp halbstündige Film beruht auf einer wahren Geschichte: Bei einem Angriff der radikal-islamischen Terrormiliz Al-Shabaab im Jahr 2015 auf einen Bus an der Grenze zwischen Kenia und Somalia hatten sich Muslime schützend vor Christen gestellt.

 Ende gut, alles gut.