Migranten-Gewalt in Frankreich: Gefängniswärter landesweit im Streik

Symbolfoto: Durch Benjamin Haas/Shutterstock
Symbolfoto: Durch Benjamin Haas/Shutterstock

Seit mehr als zwei Wochen streikt das Gefängnispersonal in Frankreich. Nach einer Vielzahl von körperlichen Angriffen seit Beginn des Jahres eskaliert die Situation in Frankreichs Gefängnissen. Das Aufsichtspersonal wird attackiert,  verletzt und klagt zusätzlich über schlechte Bezahlung.  

von Marilla Slominski

Am Freitag kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen den Streikenden und der Polizei vor dem korsischen Gefängnis Fleury Merogis, mit 3800 Insassen eines der größten in Europa. Beim Versuch, einen von Demonstranten blockierten Eingang zu räumen, kam es zu einem Handgemenge, bei dem die Polizei Tränengas einsetzte.

In diesem, nur wenige Wochen alten Jahr, waren in verschiedenen Gefängnissen des Landes Wärter angegriffen und zum Teil schwer verletzt worden. Die Täter sind in der Mehrzahl Korangläubige, die wegen terroristischer Straftaten oder Kleinkriminalität einsitzen.

Wie auch ihre Kollegen von Feuerwehr und Polizei lebt das Gefängnispersonal in einem ständigen Klima der Gewalt und Bedrohung. Und ihre Befürchtungen wachsen: „Früher hatte ich morgens die Sorge, in einer Zelle jemanden zu entdecken, der sich erhängt hatte. Wissen Sie wovor ich mich heute fürchte? Abgeschlachtet, ausgezogen oder in den Rücken gestochen zu werden – im Namen des Islam oder des IS. Jeden Tag sitzt mir auf dem Weg zur Arbeit die Angst im Nacken“, berichtet ein Wärter, der anonym bleiben will.

Die Welle der Gewalt gegen das Aufsichtspersonal begann am 11. Januar dieses Jahres. Im Norden Frankreichs wurden drei Wärter im Knast Vendin-le-Vieil bei einem Messerangriff verletzt. Bei dem Täter  soll es sich um den Islam-Konvertiten Christian Gantzarski aus Deutschland handeln, der sich al-Qaida angeschlossen hatte und bei dem Bombenanschlag auf eine Synagoge im tunesischen Djerba 2002 beteiligt war.

Viele gewalttätige Übergriffe  in nur wenigen Tagen

Der nächste Angriff folgt am 15.Januar, als sieben Wärter im Gefängnis Mont-de-Marsan  in Südfrankreich von einem „radikalisierten“ Insassen attackiert und verletzt wurden.

Am 16. Januar verlor ein Aufseher des  Grenoble-Varces Gefängnisses bei einer Attacke fast ein Auge. Er hatte, kurz bevor er die Tür öffnen wollte, durch das Guckloch der Zelle geblickt, als der Insasse versuchte, ihm mit einem Stift das Auge auszustechen. Zum Glück blieb der Mann unverletzt.

Am selben Tag traf im Tarascon Gefängnis eine Aufseherin ein Faustschlag ins Gesicht – der 28-jährige Täter sitzt wegen Diebstahls und gilt als Islamanhänger, der sich „radikalisiert“ hat.

Weil er ohne ohne Arzttermin unbedingt ins Krankenhaus wollte und seinen Willen nicht durchsetzen konnte, fiel am 17.Januar im  Grenoble-Varces Gefängnis ein Straftäter über einen Gefängniswärter her. Über seine Religionszugehörigkeit wurde nicht berichtet.

19.Januar: Zwei Aufseher werden von vier Islamisten im Borgo Gefängnis auf Korsika angegriffen. Ein Opfer kommt mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Laut Staatsanwaltschaft ist es noch nicht klar, ob es sich um einen „islamischen Terrorangriff“ handelt.

21.Januar: Im Gefängnis Longuenesse Penitentiary im Norden des Landes werden eine Angestellte und ihr Kollege von einem Insassen mit einer Eisenstange angegriffen und verprügelt. Sie werden ins Krankenhaus eingeliefert.

Am selben Tag weigern sich im Gefängnis Fleury-Mérogis, das einem Pariser Außenbezirk liegt, 123 verurteilte Straftäter nach ihrem Ausgang in ihre Gefängniszellen zurückzukehren. Interventionsteams werden gerufen, um einen Aufstand zu verhindern.

Am 22.Januar muss das Personal im Craquelin Penitentiary in Chateauroux einen „Allahu Akbar“ brüllenden Insassen entwaffnen. Er bedrohte andere mit einem Messer und schaffte es, bevor er überwältigt wurde auch noch, einen der Aufseher mit einem Stuhl zu verletzen.

screenshot YouTube
Streik in Frankreich (screenshot YouTube)

Insgesamt werden bisher 24 Gefängnisse komplett bestreikt, gab das französische Justizministerium vor zwei Tagen bekannt. Insgesamt sind von insgesamt 188 Gefängnissen 120 bis 130 von der Arbeitsniederlegung betroffen. 28.000 Gefängnisangestellte drohen der Regierung, nicht eher wieder an die Arbeit zu gehen, bis diese mehr Mittel für ihre Sicherheit bereitstelle.

Schläge ins Gesicht, Verstauchungen und ausgekugelte Gliedmaßen – all diese Verletzungen beklagt Anthony, der Leiter des Gefängnisses Baumettes in Marseille. In den drei Jahren seiner Tätigkeit sei er viermal angegriffen worden. Jedes Mal habe er Beschwerden geschrieben, jedes Mal seien sie von der Staatsanwaltschaft als geheim eingestuft worden.

„Wir wollen mehr Personal, das ist richtig. Aber wir brauchen auch Richter, die ihren Job machen. Die körperliche Gewalt wird immer mehr zur Normalität“, beklagt der Gefängnisleiter gegenüber Le Monde.

Terror und Islam verändern die Lage in den Gefängnissen komplett

„Früher hatte aggressives Verhalten mit den Lebensumständen zu tun. Heute richtet sich der Hass und die Gewalt der Islamgläubigen völlig entfesselt gegen Autoritäten, unsere Gesellschaft und ihre Regeln. Da ist es kein Wunder, dass das Gefängnispersonal zur Zielscheibe wird“, so der heutige Parlamentsabgeordnete und ehemalige Gefängnisleiter Joaquim Pueyo.

Insgesamt waren nach offiziellen Angaben des Justizministeriums am 1.Dezember 2017 80.000 Menschen in Frankreich inhaftiert. Wie viele von ihnen Moslems sind, weiß man nicht, da es verboten ist, in den Statistiken, Religion, Ethnie oder Herkunft aufzuführen.

Laut einer Studie von 2015 waren 50 Prozent der Insassen der vier größten Gefängnisse Frankreichs islamischen Glaubens.

500 Muslime sitzen augenblicklich wegen Terrorismus, 1200 sind „normale“ Verbrecher, die als radikale Islamisten gelten.

Nun ist der Punkt gekommen, an dem das Gefängnispersonal nicht länger bereit ist, Gewalt und Lebensgefahr durch Islamanhänger hinzunehmen. Doch die Politik übersieht weiterhin das Offensichtliche und glaubt, dass die Gewalt allein durch Überfüllung und schlechte Haftbedingungen begründet ist.

Die Verantwortlichen weigern sich zu sehen, dass die Islamisten mit Frankreich im Krieg sind und versuchen, das Personal mit ein paar Gehaltserhöhungen und Projekten zur „Reintegration“ von Islamisten zu beruhigen.

Solange die Verantwortlichen nicht bereit sind, das Problem bei seinem Namen zu nennen, werden die Angestellten nicht nur in den Gefängnissen weiter leiden und diese Haltung– eines Tages vielleicht sogar mit ihrem Leben – teuer bezahlen müssen.

 

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