Jürgen Elsässer: Die Rückkehr der GroKo-Zombies

Satire-Collage
Wer hat Angst vor "Zombies"? (Satire-Collage)

Geisterstunde im politischen Berlin: Aus dem Gruselkabinett der jüngeren Geschichte sind die Grokodile wieder ans Tageslicht gekrochen. Nach einem 28-stündigen Paarungsmarathon bei Schnitt­chen und Currywurst verkündeten die Mumien am 12. Januar: Habemus mamam! Die Olle regiert wei­ter, Hotte und St. Martin machen’s möglich. Selbst die honorige Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) sah sich zu einem Zombie-Vergleich genötigt: «Ge­messen daran, dass Seehofer in Berlin als politisch Untoter gilt, erscheint der CSU-Vorsitzende im Ver­gleich zu Merkel und Schulz sehr lebendig im Atrium der SPD-Zentrale.»

Von Jürgen Elsässer

Dies ist die kleinste Große Koalition, die es je gab. Der Blinde und der Lahme wollen gemeinsam über eine vielbefahrene Straße. «Wir schaffen das!», lau­tete die Parole für das letzte Aufgebot. Das gemei­ne Volk wendet sich teils angeödet, teils angeekelt ab. Stattdessen kommt Beifall aus der Reihe der ab­gehalfterten Claqueure des Regimes: Man sieht die Blonde mit der Stahlhelmfrisur, den Dolch im Ge­wande; die Klöcknerin von Notre Pfalz, eine ehema­lige Weinkönigin; den bumsfidelen Schwaben und den schwitzenden Eunuchen. Auf der roten Seite der Tribüne jubeln die bekannten Gesichter vom Stam­me Nimm, die eigentlich nie mehr mit den Schwar­zen wollten – außer um sich, wie aktuell, vor Neu­wahlen, also vor dem Volk, in Sicherheit zu bringen. Es sind Figuren, von denen jede einzelne für weite­re fünf Prozent Stimmenverlust gut ist: Arbeiterver­räterin Andrea, Hasspickel Ralf, Reichsjustizminis­terlein Heiko. Wann immer diese Typen in einer Talk­show den Mund aufmachen, bricht bundesweit die Wasserversorgung zusammen: Alles flüchtet auf die Toilette und kommt erst wieder vor den Bildschirm, wenn Alice Weidel oder wenigstens Rainer Wendt endlich zu Wort kommen.

Dem Bürger ist das Regierungsprogramm, auf das sich die Zombies einigen werden, herzlich egal. Diese Pappenheimer kennt er nämlich nur zu gut – es sind dieselben, die ihn die letzten vier Jahre nach Strich und Faden belogen und betrogen ha­ben. Jamaika hätte immerhin noch Unterhaltungs­wert gehabt: Man hätte schon gern gesehen, wie sich Christian Lindner und der grün-bayerische Zot­telbär mal richtig verkloppen, das wäre wenigstens was Neues gewesen. Aber GroKo – das ist die töd­liche Langeweile, der Stillstand, das Nichts. Erin­nern Sie sich noch an den sogenannten Höhepunkt des Wahlkampfs, das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz? Die Nullaussagen, das Mäandern, das Stammeln, das Schleimen? Das soll jetzt vier Jah­re so weiter gehen!

Diese Wertungen sind Ihnen zu persönlich, zu un­sachlich? Seufz… Werfen wir also einen Blick in die Sondierungsergebnisse. Das Kindergeld soll 2019 um zehn Euro steigen – während den Pseudo-Min­derjährigen aus dem Orient Smartphones, Luxuskla­motten und Antanz-Kurse vom Staat finanziert wer­den. Bei den Euro-Rettungsmaßnahmen hat der Bun­destag bald nichts mehr zu sagen – dann «dürften künftig andere in Brüssel über das Geld der deut­schen Steuerzahler entscheiden» (FAZ). Außerdem sollen 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut wer­den – da die Deutschen selbst konstant wenig Kin­der bekommen, dürften wohl die arabisch-afrika­nischen Neubürger in den Genuss der Maßnahme kommen. Deren Zuzug wird nämlich weitergehen – von einer Obergrenze beim Asylantenzustrom ist nichts zu lesen, die 220.000 pro Jahr sind nur eine windelweiche Absichtserklärung. Der Rest ist Um­verteilung innerhalb der Stammbevölkerung: Was die Rentner mehr bekommen, müssen die Beitrags­zahler aufbringen. Einziger Trost: Der Laden wird krachen. Die anarchischen Bayern werden bei den Landtagswahlen im Herbst die CSU aus der Gro­Ko prügeln. Dann hat Mutti fertig. Sind wir, die An­ständigen und Fleißigen, für diesen Tag gerüstet?

 Ihr Jürgen Elsässer

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