Ägypten: Junger Kopte wegen Kreuz-Tattoo ermordet

Foto: Screenshot
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In Ägypten ist ein weiterer junger koptischer Christ von Korangläubigen in El-Arish, der Hauptstadt des Nord-Sinai, ermordet worden.

von Marilla Slominski

Der 27 Jahre alte Kopte Bassem Herz Attalhah war mit seinem Bruder und einem Freund auf dem Heimweg von der Arbeit, als drei bewaffneten Männern im Alter zwischen 23 und 25 die kleine Gruppe stoppten.

„Wir dachten, es wären Polizisten, weil sie schwarze Jacken trugen und nicht maskiert waren“, erzählt sein Bruder Osama (38). „Sie forderten Bassem auf, ihnen sein rechtes Handgelenk zu zeigen. Sie entdeckten sein Kreuz-Tattoo und fragten ihn, ob er Christ sei“, so Osama. Er habe das mit lauter Stimme bejaht. Auch der gemeinsame Freund musste seine Handgelenke zeigen und wurde aufgefordert zu gehen, als sie kein Tattoo bei ihm fanden. Weil Bassem´s Bruder Osama heißt – ein Name, der auch unter Muslimen beliebt ist –  gingen sie davon aus, dass er einer von ihnen sei.

„Bassem hat ihnen erzählt, dass ich Kinder habe. Ich musste ihnen mein Handgelenk zeigen. Ich trug Handschuhe, so dass sie nicht sehen konnten, dass auf meinen Handrücken ein Kreuz tätowiert ist. Sie feuerten nahe meiner Beine zwei Schüsse in den Boden und verlangten, ich solle gehen. Dann schossen sie Bassem in den Kopf. Ich konnte nicht glauben, was meinem Bruder passierte, ich war völlig unter Schock“, erklärt der 38-Jährige, der noch versuchte, Hilfe zu holen.

Ihre Mutter sei angesichts der Nachricht zusammengebrochen und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

„Mein Bruder Bassem war ein freundlicher und guter Mann. Er hatte einen starken Glauben, betete viel und ging regelmäßig in die Kirche. Alle liebten ihn.“

Als ein Freund die Nachricht von der Ermordung Bassems erhielt, wollte er nicht wahr haben, was passiert war und rief dessen Handynummer an. Doch am anderen Ende waren die islamischen Mörder und versprachen weitere Christen umzubringen, bevor sie auflegten.

Angesichts der vielen Morde, ständiger Bedrohungen und Attacken haben viele Kopten den Sinai verlassen.

70 Prozent der 160 koptischen Familien sind bis März 2017 aus el-Arish geflohen. Auch die Familie von Bassem war nach Kairo gegangen, doch weil die Brüder dort keine Arbeit fanden, kehrten sie im September nach el-Arish zurück und holten die Familie nach. Sie  hielten sie sich mit dem Verkauf von Handys und Teppichen über Wasser.

Bassem wurde am Morgen des 15. Januar in seiner Heimatstadt Dweik beigesetzt.

 

 

 

 

 

 

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