Demokratie in Deutschland (oder: Wie sich die Bilder gleichen)

Foto: Dokumentation
Foto: Dokumentation

Geschätzter Leser. Ich möchte im Nachfolgenden zwei (sehr reale) Szenarien vor Ihre geistigen Augen beschwören und Ihnen anschließend zwei Preisfragen stellen.

Von Quo usque tandem

Szenario A: Im Jahre 1932; irgendwo in Deutschland.

Der regionale Kreisverband einer parlamentarisch etablierten Partei hat zu einer Mitglieder-Versammlung eingeladen; es soll über bestimmte, den Verband betreffende Punkte diskutiert und anschließend abgestimmt werden.

Die teilnahmewilligen Mitglieder sehen sich bei ihrem Eintreffen vor dem für die Versammlung angemietete Lokal einer dichten Menge von uniformierten SA-Angehörigen gegenüber, die mit Schlagwerkzeugen der verschiedensten Arten sowie Handfeuerwaffen in beträchtlicher Menge ausgestattet sind; ebenfalls präsent ist eine Anzahl sehr scharf wirkender Hunde.

Die SA-Männer blockieren den Zugang zu dem vorgesehenen Versammlungsort und machen, mittels großzügiger Zurschaustellung ihres Arsenals sowie unmissverständlicher Rhetorik klar, dass jeder, der auf einem Versuch des Eintritts bestehen sollte , mit höchst unangenehmen Konsequenzen zu rechnen hat.

Die Versammlung findet nicht statt.

Szenario B: Im Jahre 2018; irgendwo in der BRD (aus naheliegenden Gründen, keine Ortsangaben oder Namen).

Der regionale Kreisverband der AfD (einer, im Gefolge ordnungsgemäßer Wahlen in einer Mehrzahl der Länder-Parlamente sowie – mit  92 Abgeordneten – in deutschen Bundestag vertretenen Partei) hat zwecks der Aufstellung von Kandidaten für eine bevorstehende regionale Wahl, für ein bestimmtes Datum  in ein bestimmtes Restaurant eingeladen.

Die Pächter des Gastronomiebetriebs erhalten im Vorfeld der geplanten Versammlung Besuch vom Vorsitzenden der örtlichen SPD-Gruppierung (der – ein Schelm, der Böses dabei denkt – einen türkisch klingenden Vor- und Familien-Namen trägt), in dessen Verlauf den Wirtsleuten nahegelegt wird, „im eigenen Interesse“ die AfD-Reservierung zu stornieren. Parallel dazu erhalten die Pächter an mehreren Tagen Anrufe, in deren Verlauf die Anrufer für den Fall der tatsächlichen Durchführung der Versammlung, das existentielle des Ende des Restaurants prognostizieren.

Die Pächter sehen sich – aus Gründen des Selbsterhalts – gezwungen das Arrangement mit der AfD mit Bedauern kurzfristig abzusagen. (Was nicht dahingehend verstanden werden sollte, dass die geplante Versammlung nicht doch abgehalten werden wird – die AfD ist auf die Lösung von Problemen dieser Art inzwischen sehr gut eingespielt.)

Nun zu den beiden Preisfragen:

Frage 1: Würden Sie, geschätzter Leser, das gegenwärtige Deutschland immer noch als einen Hort der Demokratie bezeichnen?

Frage 2: Wer sind in Szenario B die Epigonen des Nazi-Terrors?“.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.