Naziland oder armes Deutschland?

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Cottbus (Bild: shutterstock.com)

Die Lausitz, das ist das neue Synonym für rechtsradikalen Flächenbrand. Zumindest in manchen Medien. Realistisch betrachtet häufen sich in einer von wirtschaftlichen Umstützen bedrohten Region die Angriffe von Asylbewerbern auf Ortsansässige signifikant.

Hierher, wo 8000 Braunkohlejobs in Gefahr sind, leben dort in der 100 000-Einwohner-Stadt Cottbus 8000 Ausländer, darunter 3500 Flüchtlinge, vorwiegend sunnitische Araber. Die Ansässigen sehen sich größten sozialen Problemen gegenüber. Dafür müssen sie sich jetzt auch noch Nazi-Beschimpfungen gefallen lassen.

Cottbus- Stadt der Gewalt

Ein 18jähriger Syer fesselte im Oktober die 82jährige Gerda K. in ihrer Wohnung, stülpte ihr eine Tüte über den Kopf und raubte sie aus. Die Oma starb. Im November 2016 tötete ein 32 Jahre alter Tschetschene, der als Asylbewerber kam, seine Ehefrau. Er stach 19-mal auf die Mutter seiner fünf Kinder ein, warf sie aus dem Fenster. Er wurde wegen Totschlags verurteilt. Seither häufen sich auch weniger brutale Straftaten mit ausländischer Beteiligung.

Nachdem der CDU-Fraktionschef im Brandenburger Landtag, Ingo Senftleben, einen „Flächenbrand“ in der Lausitz fürchtet, attestiert die „Märkische Allgemeine,“ dass eine „große Zuwandererszene auf die aktivste rechte Szene des Landes und auf eine hilflose Politik“ treffe. Und in der „Märkischen Oderzeitung“ ist zu lesen, dass sich die „Lage offenbar weiter zu verschärfen droht.“ Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) verwies auf ein Telefonat mit dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Er habe ihm mitgeteilt, „dass die Dinge nun schon an den Schulen beginnen.“

Die jüngsten Vorfälle

Am Freitag wurde in der 100 000-Einwohner-Stadt Cottbus ein Ehepaar von drei 14 bis 17 Jahre alten syrischen Flüchtlingen ohne Grund attackiert. Einer der Angreifer zog ein Messer, konnte aber von einem Passanten überwältigt werden. Die Drei wollten von der Frau „mehr Respekt.“

Am Mittwochabend nahm die Polizei zwei 15 und 16 Jahre alte Syrer fest, die einen Jugendlichen mit einem Messer schwer verletzt haben sollen. Sie sollen den 16-jährigen Cottbuser gegen eine Straßenbahn gedrückt und mit einem Messer an der linken Gesichtshälfte neben der Schlagader verletzt haben.
Nach den jüngsten Gewalttaten wurde die Polizeipräsenz in der Stadt erhöht. Vier zusätzliche Doppelstreifen der Bereitschaftspolizei sollen nun das Stadtgebiet nun zu Fuß sichern.

„Nur konsequente Abschiebung hilft!“

Nach dem Messerangriff auf das Ehepaar in Cottbus kam heraus: Der 15-jährige Tatverdächtige gilt als Wiederholungstäter. Das bestätigte der Ordnungsdezernent der Stadt. Die beiden weiteren Beteiligten erhalten demnächst eine Gefährderansprache, so der Dezernent. Künftig soll die Schulsozialarbeit verstärkt und das Ordnungsamt aufgestockt werden. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag, Thomas Jung, hält davon wenig. „Was nutzt eine Gefährderansprache, wenn nicht einmal die Fristen für eine Abschiebung vorher geklärt wurden? Nicht die Ursache für die Gewaltschwemme wird hier bekämpft, sonder lediglich der Deich erhöht,“ so Jung.

Außerdem würde hier Ursache uns Wirkung verwechselt und unbescholtene Bürger stigmatisiert werden. Jung: „Es hilft nur konsequent hartes Durchgreifen gegenüber auch angeblich minderjährigen Asylbewerbern. Am besten eine Abschiebung.“
Der Bundestagsabgeordnete Roman Reusch (AfD), ehemals leitender Oberstaatsanwalt, erklärte vor 70 Gästen der Akademischen Erasmus Stiftung e.V. in Potsdam das Thema krimineller Parallelgesellschaften. In den Neunzigerjahren baute er sich in Berlin einen Ruf als unerbittlicher Verfolger von kriminellen Banden auf. Reusch: „Damals kamen immer mehr Araber und Menschen aus Ex-Jugoslawien nach Berlin. Die Kriminalität nahm deutlich zu. Damals wäre niemand auf die Idee gekommen, diese mit Rechtsradikalität in Verbindung zu bringen.“

Brennpunkt Lausitz?

Prenzlau. Auch hier wie anderswo in Brandenburg gibt es Übergriffe von Asylbewerbern. Ein angeblich 14-jähriger Syrer etwa belästigte seit Wochen eine 14-jährige Schülerin, fasste ihr bei jeder Gelegenheit an Po und Brüste. Als seine Familie befragt wurde, beschimpfte und bedrohte sie die Schulleitung.

AfD-Mann Jung: „Ursache und Wirkung miteinander zu verwechseln ist das eine. Aus politischer Engstirnigkeit Brandenburger zu beleidigen und durch eine völlig entgleiste Einwanderungspolitik zu gefährden, ist das andere.“

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