Diskussion in der Badischen Zeitung: Mut zum Patriotismus?

Patriotismus nicht nur in Freiburg heiß diskutiert

Freiburg ist grünlinks, das Umland doch deutlich erdverbundener. In der Badischen Zeitung prallen die Leser-Meinungen aufeinander. Meistdiskutiert in der letzten Woche: Patriotismus

Von Volker Kleinophorst

Freiburg ist so „a weng“ (ein wenig) Kreuzberg/Friedrichshain im Schwarzwald. Zwischen Berlin und Freiburg wird auch viel hin und her gezogen, erzählte mir mal ein Mitarbeiter der Umzugsfirma Zapf. Und so ist Freiburg linksgrün dominiert, doch im Umland ist man eher konservativ. In der Badischen Zeitung prallen zu kritischen Themen die Meinungen zwischen Stadt und Land aufeinander und geben ein gutes Stimmungsbild. Der folgende Leserbrief, wohl zur Frage wie man kultursensibel mit Weihnachten umgeht (auf welchen Artikel genau sich der Leserbrief bezieht, der am 5. Januar in der Druckausgabe erschien, ist online nicht zu ermitteln), war der meistkommentierte der Woche. 209 Kommentare sind schon stattlich (die auf der Startseite angezeigten 110 sind ein Wiedergabefehler.).

Der Leserbrief:

„Wie lange lassen wir Deutsche uns noch von den an unserem Wohlstand partizipierenden „Zuwanderern“ gängeln? Wenn diesen Fremden unsere Traditionen wie das Singen von Weihnachtsliedern im Unterricht nicht passen, sollen sie dahin zurückkehren, wo sie herkommen. Man stelle sich vor, Christen würden sich in muslimischen Ländern gegen deren religiöse Gepflogenheiten auflehnen, man würde sie wegsperren. Ein wenig Mut zum Patriotismus wäre angezeigt. Hans Frieder Huber, Kirchzarten“

Eine kleine Auswahl aus den Leserbriefen dazu (Ausschnitte, unredigiert, Namen abgekürzt):

Aber in ihrer beschränkten Sichtweise gibt es wohl nur:
„wir Deutsche“ (wer oder was das auch immer ist)
„Zuwanderern und Fremde“ (wer oder was auch immer darunter fällt)
Aber das mit den Fremden ist echt ein Problem, ich kann ihnen sagen, in so einem internationalen Konzern, man hat es nicht leicht.
Aber he, die Lösung, bekannt machen und der fremde ist nicht mehr fremd. Aber vorsicht, könnte den Blick in die Welt erweitern/verändern.

Wenn ich jetzt Herrn Huber (Dem Autor des Leserbriefs) zustimme, klebe ich hier ganz an der rechten Wand. Daher denke ich mir meinen Teil und schweige 😉

„Natürlich können sie Frau H. auch ohne christlichen Hintergrund Weihnachten feiern, genauso wie sie natürlich auch Bach hören können, ohne ein Wort davon zu verstehen, was er ihnen sagen will. Sie können auch Schwarzwälderkirsch ohne Kirschwasser machen, dann fehlt halt der Geist. Aber der spielt heutzutage bei den Seasons und Events eh keine Rolle mehr.“

Wer wen abschafft, ist die Frage. Dieses Lamentieren ohne Hintergrund ist schrecklich. Die meisten lauen Christen können von der Religiosität der Muslime was lernen. Die Zeit des Ramadan, 4 Wochen, ist für alle, die ich kenne, eine spirituelle Rückbesinnung in Innerlichkeit und Glaube.

„Die meisten lauen Christen können von der Religiosität der Muslime was lernen.“ Nein, bitte nicht, Frau B.. Ich persönlich könnte sehr gut ohne Religion leben. Jeder kann im stillen Kämmerlein von mir aus glauben, an wen er will, es aber nicht nach außen tragen. Beim Islam ist es ja nicht nur der Glaube, es ist eine politische Weltanschauung fest damit gekoppelt. Im Koran stehen keine schönen Sachen über „Ungläubige“, zu denen die Christen mitzählen. „Tötet sie, wo immer ihr sie findet“ (die Suren-Nr. weiß ich nicht auswendig, findet man aber leicht). Nein, ich brauche weder eine Bibel, noch den Koran, auch keine Kirche und keine Moschee.“

„Alle Anhänger der Schmuddel-Rechten verschwinden in die Stacheldraht-Staaten (Ungarn…), die anderen bleiben hier. Deutschland stirbt dann nicht aus, obwohl mir das auch wurscht wäre….

Ich bin Flüchtling, Herr … und fühle mich durch Ihresgleichen beleidigt. Es wäre zu schön, wenn ich Leuten wie Ihnen nicht begegnen müsste. Klein Kurzi und Angsthase Orban werden Sie mit offenen Armen aufnehmen. Ich spendiere Ihnen gerne die Fahrkarte.“

»Für mich sitzen „da oben“ leider nur noch Leute, denen es rein um Macht und Geld geht, nicht um das eigene Volk. Eine Opposition, die Klartext redet wird ausgrenzt mit der Nazi-Keule. Was soll dieser unsinnige, unkontrollierte Massenimport kulturfremder Leute, mit denen es viel kriminellen Ärger gibt? Soll das deutsche Ur-Volk nicht vielleicht sogar aussterben, weiß man’s? Ich möchte diese Zustände einfach nicht. Ich kann aber nichts, rein gar nichts dagegen unternehmen.«

Ich habe mir die ganze Strecke durchgesehen. Es fällt auf, ältere Bürger wollen diskutieren, überzeugen. Jung, städtisch, weltoffen kann nur noch diffamieren, unterstellen. Man kennt es gar nicht mehr, sich wirklich mit konträren Meinungen auseinanderzusetzen.

Auch nach dem Mord an Maria L. gibt es Freiburg noch jede Menge „Menschenrechtler“, denen kein Licht aufgeht. Wundert mich nicht. Habe da auch mal gearbeitet und im Schwarzwald gewohnt. Zwei Welten, die nicht in eine passen. Das Land, der Irrsinn im Brennglas.

Wandere aus, solange es noch geht!
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