Aubameyang: „Affentheater“ um „Affenzirkus“

Nein, das ist kein Auba-Affe, das ist eine satirische Collage

Wenn ein Fußballer den Verein wechseln will, ist jedes Mittel recht. Und so spielt der in Dortmund immer unwilligere Torjäger Aubameyang jetzt die Rassismus-Karte. Denn die sticht ja immer

Von Volker Kleinophorst

Das hat ja gut gepasst. Der Shitstorm gegen H&M hat ja schon gezeigt, wie man heute jedes Thema hochsterilisieren (Bruno Labbadia) kann, da kann ja ein Aubameyang nicht bei der unfassbaren rassistischen Beleidigung des „Kicker“ abseits stehen.

Stein des Anstoßes ein Satz des Kicker-Chefreporter Karlheinz Wild, der im „kicker.tv“-Talk zum dauerhaften und provokativen Fehlverhalten des Fußballers sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Aubameyang in München den gleichen Affenzirkus veranstalten könnte.“

Immerhin war Auba in nur einem Jahr von drei verschiedenen Trainern wegen seines unsportlichen Verhaltens suspendiert worden. Nun will der Torjäger ja weg aus Dortmund, da konnte er diesen Elfmeter nicht liegen lassen. Und so spielen seine Berater die Sache hoch. Wer glaubt ernsthaft, Auba ist da selbst drauf gekommen? Der französisch-sprachige Kicker kann doch nicht einmal vernünftig deutsch. Aubas Vater deliert noch was von Hitler, den sich der „Kicker“ wieder zurückwünsche. Sie wissen schon der Beleidigten-Dreisprung: Rassismus, Nazi, Hitler. Nun ist ja bekannt, wie unterbelichtet das Umfeld von Auba also Familie und Berater sind.

Erkennt man auch daran, dass man den unglaublichen rassistischen Tweet bebildert mit einem „Nazi-Affen“ den man bei Google findet, wenn man Affenzirkus eingibt.

Nur prangt dieser Affe mit Hitlergruß auf dem Cover der CD „Affenzirkus“ von der bayrischen Punkband „swally or spit“ aus dem Jahr 2008. Nun stehen die zu 100% Naziweißen Mitglieder von „Schlucken oder Spucken“ ganz weit links und damit auf der richtigen Seite. Da kann man auch dem Affen noch eine NS-Binde mit Bananenschale umhängen. Stört keine Sau, denn: „Durch englische, deutsche oder bayerische Texte werden gesellschaftliche und politische Missstände im katholisch-konservativen Bayern, im engstirnigen Deutschland und dem Rest der Welt angesprochen. Die Band spuckt auf Habgier und Ungerechtigkeit, rechte Politiker, veraltetes Gedankengut und die übertriebene Angst vor allem Fremden.“

Das Cover beleidigt eher die Affen als einen Menschen

Die Songtitel von Affenzirkus. Erster Song: Gute Nacht Weißer Stolz

Beide Screenshots: http://www.hicktown-records.de/label/releases/swally-or-spit-affenzirkus

Der Kicker und deren Reporter Wild sind natürlich nicht ausgewiesen linksradikal und entschuldigen sich da sofort, ja reflexartig. Man wollte ja Auba nicht beleidigen, weder als Mensch noch als Spieler. Der nächste „Affenzirkus“ nur eben von Weißen. Denn Affenzirkus ist ein gebräuchliches Wort für einen Zustand. Das kann nur jemand ernsthaft als rassistisch gegen sich gerichtet betrachten, wenn er sich selbst mit einem Affen in Verbindung sieht, oder von einem gebissen wurde. Niemand würde sich beschweren, die Groko-Sondierungen als Affenzirkus zu bezeichnen

Besonders albern: Wir sind schließlich alle Affen, denn der Homo Sapiens gehört zu den Menschenaffen, wie man in jedem Lexikon oder Biologiebuch erfahren kann. Wie kann ein Affe einen anderen Affen beleidigen, wenn er ihn Affe nennt, was ja in dem Fall noch nicht einmal jemand getan hat?

Man kann es natürlich auch wie Google machen. Da hatte vor ein paar Jahren Stress, weil der Algorithmus einer Erkennungssoftware das Bild einer schwarzen Frau als Gorilla klassifizierte.

Bild: Screenshot Twitter

Eigentlich ein Technikfehler, aber die Armee der Dauerdiskriminierten setzten Google sonst ja selber politisch korrekt bis zur Verblödung unter Druck. Google hat nun zwei Jahre daran getüftelt, wie man das vermeiden kann. Ergebnis: Jetzt erkennt Google Menschenaffen einfach gar nicht mehr.

Das ist doch eine tolle Idee: Alles was jemanden aufregen kann, wird sofort entfernt. Der Duden wird dann aber ein dünnes Heftchen.

Ein paar Fragen:

  1. Geht Affenliebe denn noch?
  2. Übersetzt heißt Shitstorm ja nicht mehr und nicht weniger als Sturm aus Scheiße. Warum muss uns Scheiße interessieren? Nur weil sie regnet?
  3. Auba möchte die Einhaltung von Regeln. Wäre schön wenn er sich auch mal an Vereinsregeln, Verkehrsregeln, Anstandsregeln halten würde.
  4. Nur wenige Mainstreamgazetten wollten zu dem „unglaublichen rassistischen Skandal“ Lesermeinungen hören. Der Focus ist da ja mutiger. Ergebnis: 100% schütteln den Kopf.

Ein Focus-Forist:

Nach dem coolen T-Shirt von H&M, um das ja so ein Affentheater gemacht wurde (hätte das jemand mitbekommen, was da drauf steht, wenn es ein blonder kleiner Schwede getragen hätte?), haben sich die cleveren Manager des Fußballers wohl gedacht: Das können wir auch. Und haben diesen Affenzirkus gemacht und ein Affentheater daraus gemacht. Und wir springen alle schön übers Stöckchen. Hauptsache, die Leute benutzen das Wort weiterhin, denn an dem Wort ist rein gar nichts falsch.“

Wandere aus, solange es noch geht!
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