Aggressives Säbelrasseln durch NATO

Foto: Durch iurii/Shutterstock
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Im Nordatlantik befinden sich so viele russische U-Boote wie zur Zeit des Kalten Krieges. Jetzt hat die britische Marine erneut russische Kriegsschiffe gesichtet, die den Ärmelkanal durchquerten. Das Verhalten wird von der britischen Regierung als Aggression gewertet.

 Von Thomas Schlawig

Der FOCUS betätigt sich wieder einmal als Sprachrohr der NATO. Diese hetzerische Propaganda ist allmählich nicht mehr zu ertragen und man muß sich fragen, was die Akteure damit  beabsichtigen. Meines Wissens ist der Ärmelkanal eine internationale „Wasserstraße“  und somit hat jede Nation das Recht, diese auch zu nutzen. Vollkommen unabhängig davon, ob es sich um zivile oder militärische Schiffe handelt. Wenn die britische Marine diese Schiffe eskortiert oder beschattet, setzt sie sich entgegen aller internationalen Gepflogenheiten selbst ins Unrecht. Genau das scheint man allerdings auch zu wissen.

Offiziell verstößt die russische Marine auf dieser Route zwar nicht gegen das UN-Seerechtsübereinkommen – das Durchqueren des Ärmelkanals wird von der britischen Regierung dennoch als Aggression gewertet. Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson erklärte: „Wir werden nicht zögern, unsere Gewässer zu verteidigen. Großbritannien lässt sich nicht einschüchtern, wenn es darum geht, unser Land, unser Volk und unsere nationalen Interessen zu verteidigen.“

Die russische Marine verstößt auf dieser Route zwar nicht gegen das UN-Seerechtsübereinkommen, ABER….  Wenn sie nicht dagegen verstößt, gibt es auch kein ABER! Ein internationales Gewässer kann man auch nicht als unsere Gewässer bezeichnen. Und ja, jedes Land hat das Recht, sich, sein Volk und seine nationalen Interessen zu verteidigen. Aber das scheint nur für  Mitgliedsländer der NATO, besonders den USA, Großbritannien und Frankreich zu gelten. Womit man wieder einmal bei den üblichen Verdächtigen wäre, welche für die Auslösung von Konflikten und Kriegen verantwortlich sind. Beruft sich allerdings Rußland auf dieses Recht, wird seitens der NATO von einem Aggressor gesprochen und mit dem Säbel gerasselt. Ich bin wahrlich kein Freund von Rußland, aber jeder objektive Beobachter sollte erkennen, daß die Welt froh sein kann, Putin im Kreml zu sehen. Er handelt mit Bedacht und läßt sich vor allem nicht provozieren, aber das scheint der große Ärger seiner Gegenspieler zu sein. Auffallend ist allerdings, daß die aggressiven Töne weniger von den USA als von Großbritannien kommen. Aber das ist aus der Geschichte auch hinlänglich bekannt. Die Briten haben im vergangenen Jahrhundert die USA zweimal genötigt in einen Weltkrieg einzutreten, ohne deren Hilfe sie sang-und klanglos untergegangen wären. Zweimal haben sie es vollbracht, die Welt in einen Weltkrieg zu ziehen und andere dafür verantwortlich zu machen. Sollte diesmal Rußland der Sündenbock sein? Ich hoffe es nicht, denn ein dritter großer Krieg würde Deutschland einäschern. Niemand sollte vergessen, daß unter dem Friedensnobelpreisträger (welch ein Hohn) Obama die Bestände an Atomwaffen in Deutschland nicht nur modernisiert, sondern vor allem aufgestockt wurden. Mit ausdrücklicher Genehmigung einer gewissen Merkel.

Es gibt viele Zeitgenossen, welche nicht müde werden zu betonen, daß man die Vergangenheit ruhen und beim Status Quo belassen sollte. Heißt nichts anderes, als die Deutschen haben die Welt in zwei Weltkriege gestürzt und sind die Bösen; der Rest der Welt ist dagegen mit einem Heiligenschein versehen. Ich sage dagegen, wer die (eigene) Geschichte nicht kennt, wird die Zukunft nicht meistern können. Nur das es diesmal, wie bereits erwähnt, Rußland treffen soll. Es ist abzusehen, wohin Provokationen und Propaganda führen werden, dabei sollte seit dem Zerfall der „Sowjetunion“ und des Warschauer Paktes dieses Gebaren eigentlich der Vergangenheit angehören. Damit ist die NATO, welche als Gegengewicht bis 1989 wichtig und unverzichtbar war, überflüssig geworden und man hätte sie ebenfalls auflösen sollen. Das Gegenteil ist allerdings geschehen und es sind von Seiten der NATO Verträge schlicht ignoriert worden. So ist vertraglich vereinbart worden, die NATO nicht nach Osten zu erweitern. Mit dem Beitritt von Polen, Rumänien, Bulgarien und vor allem dem Baltikum ist aber genau das eingetreten. Die NATO steht vor der Haustür Rußlands und es ist bemerkenswert, mit welch stoischer Ruhe Putin diese Provokationen (noch) hinnimmt. Eine Politik der Einkreisung hat noch nie Gutes mit sich gebracht (siehe WK II). Das sich die Bundeswehr mit Panzern an diesem Abenteuer beteiligt, läßt am Verstand der Verantwortlichen zweifeln. Man sollte sich folgende Karte genau anschauen und sich seine eigenen Gedanken machen, statt dem FOCUS-Artikel zu viel Aufmerksamkeit zu widmen.

Quelle: Google

Die NATO zeigt sich bereits seit Längerem besorgt über die zunehmende Aktivität der russischen Marine im Nordatlantik. Die Anzahl der russischen U-Boote dort sei zuletzt ähnlich hoch gewesen wie während des Kalten Krieges. Führende NATO-Militärs verdächtigen die russische Führung, Unterseekabel zur Datenspionage anzapfen zu wollen.

Führende NATO-Militärs haben ihren „Gegnern“ in der Vergangenheit  so manches unterstellt  und damit Kriege ausgelöst bzw. begründet. Begonnen in Vietnam (Tonking-„Zwischenfall“) über Afghanistan (Terrorismus-Bekämpfung), Irak (Giftgas), Kuwait (Brutkasten-Affaire) und Syrien (Krieg gegen die eigene Bevölkerung), bis hin zu Libyen, Jemen etc. Der eigentliche Grund war immer die Beseitigung unliebsamer „Machthaber“, welche die „nationalen Interessen und die Sicherheit“  der Hauptkriegstreiber (seit über 100 Jahren) angeblich gefährdeten. Man soll sich tatsächlich gut überlegen, ob man derartiger Propaganda noch Glauben schenkt.

 „Wenn Preußen und Rußland in einem Bündnis zusammenstanden, ging es den Ländern und Europa gut. Wenn irgendwelche Kräfte auf dieser Welt es geschafft haben, daß beide Länder in Konfrontation gegeneinander gestanden haben, war es eine Katastrophe für beide Länder und Europa“  Otto von Bismarck

Dieses Zitat des Eisernen Kanzlers ist aktueller denn je, denn es ist wohl die größte Sorge der ehemaligen Kriegsgegner Deutschlands, daß es zu einer Allianz zwischen Deutschland und Rußland kommen könnte. Man sieht, man kommt um die Geschichte zweier Weltkriege und die Geschichte Deutschland bei allem Wohlwollen nicht herum. Die Parallelen von 1914 und 1939 zu heute sind zu erschreckend, als das man sie ignorieren könnte. Entlarvend dazu ist die Aussage des wohl schlimmsten Kriegstreibers des 20. Jahrhunderts, Winston Churchill:

„Wir sind 1939 nicht in den Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler […] den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht edleren Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten“ (Churchill, Sunday Correspondent – London, 17.9.1989 (vgl. “Frankfurter Allgemeine”, 18.9.1989)

Damit ist alles erklärt und ausgerechnet diesen Briten sollte man Glauben schenken, daß sie durch Putin und Rußland bedroht werden. Kurioserweise hat gerade Deutschland unter Merkel eine Vorherrschaft in Europa hergestellt und Europa damit an den Rand des Ruins und in eine arschreckend brenzlige Situation mit Rußland getrieben. Niemand sollte die Rolle von Merkel und der EU in Bezug auf die Ukraine (Maidan, Bürgerkrieg, Abschuß von MH 017) und die Wirtschaftssanktionen gegen Rußland vergessen, obwohl Deutschland der größte Verlierer dieser Sanktionen ist. Kein Land in Europa ist wohl derzeit so verhaßt wie Deutschland unter Merkel. Wer dafür blind ist, darf nicht fragen, wieso die Deutschen 1933 Hitler nicht verhindert haben? Und wer nicht erkennt, daß Geschichte sich wiederholt, hat aus eben dieser Geschichte nicht gelernt.

„Es gehört zum Wesen des Krieges, daß seine wesentlichen Gründe und Ziele nicht dem entsprechen, was als casus belli proklamiert wird“  George Bernard Shaw

 

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