Bannon verlässt Breitbart: Die Kobra verjagt den Honigdachs

Bannons Motto "Honey Badger don't give a shit" wird derzeit schwer strapaziert / YouTube

Ex-Trump-Chefstratege Steven Bannon hat seinen Posten bei Breitbart.com verlassen müssen, meldet die New York Times. Laut NYT wurde er von seinen langjährigen Finanziers, der Milliardärsfamile Mercer, aus dem Amt gedrängt.

von Collin McMahon

Donald Trump hatte gesagt, sein ex-Wahlkampfchef habe „den Verstand verloren“, nachdem kritische Äußerungen von Bannon über ein Treffen von Präsidentensohn Donald Jr. mit einer russischen Anwältin publik geworden waren (jouwatch berichtete). Der Journalist Michael Wolff hat Bannon in seinem umstrittenen Skandalbuch „Fire and Fury“ mit den Worten zitiert, das Treffen sei „vaterlandsverräterisch“ und „unpatriotisch“ gewesen. Trump taufte Bannon auf Twitter daraufhin den „Schlampigen Steve“ . Wenn der Präsident einen seiner bissigen Twitter-Spitznamen für jemanden erfindet, ist es ein sicheres Zeichen, dass er ihn zum Abschuss freigegeben hat.

Der Investmentguru Robert Mercer finanziert seit etwa 2010 Bannons politischen Kämpfe. Er stellte 2011 etwa 11 Millionen $ für den professionellen Neustart der Webseite Breitbart.com zur Verfügung. Gründer Andrew Breitbart arbeitete so hart an dem Relaunch des konservativen Flaggschiffs, dass er am 1.3.2012 an einem Herzinfarkt starb. Steve Bannon übernahm mit Larry Solov die Chefredaktion und heuerte junge intellektuelle Shooting Stars wie Ben Shapiro und Milo Yiannopoulos als Redakteure an.

Die Mercers finanzierten mehrere Bannon-Lobbygruppen, die für Trumps Sieg im Wahlkampf 2016 entscheidend waren: Die Forschungsgruppe GAI von Autor Peter Schweizer, die in dem Buch „Clinton Cash“ 2015 die schier unfassbare Korruption der Clinton-Stiftung enthüllte (an die auch Angela Merkels Regierung im Wahlkampf 2016 spendete). Zu „Clinton Cash“ gab es sogar einen Film, der 2016 pünktlich zum Wahlkampf in Cannes Premiere feierte.

Die Mercers finanzierten mit Bannon als Chef auch die Marktforschungsfirma Cambridge Analytica, eine Datenkrake, die im Wahlkampf 2016 Psychogramme aller 220 Millionen erwachsenen Amerikaner anfertigte. Und sie sponserten die College-Tour des konservativen schwulen Provokateurs Milo Yiannopoulos, mitsamt Tourbus und Navy SEALs als Security, die den Trump-Wahlkampf an die amerikanischen Unis brachte.

Tochter Rebekah Mercer hat seit der Enthüllung dieser Verbindungen im Oktober 2017 die Geschäfte von ihrem Vater übernommen, der sich offiziell aus der Politik und seinem Hedgefonds Renaissance Technologies zurückgezogen hat. Sie finanzieren weiterhin das größte konservative Nachrichtenportal der Welt, Breitbart.com.

Bei Breitbart hatte Steve Bannon das Motto eingeführt, „Dem Honigdachs ist das scheißegal“, nach einem YouTube-Clip über „das zäheste Vieh der Welt“. Nun scheint es hat der Honigdachs erst mal das Feld räumen müssen. Wir haben aber sicher nicht zum letzten Mal von Steve Bannon gehört.

Collin McMahon schreibt ein Buch über Breitbart, Bannon und Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint. Die ganze Geschichte lesen Sie dort.

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