Evangelische Kirche hat keinerlei Probleme mit dem Werben fürs Töten

Abtreibung (Bild: shutterstock.com)
Abtreibung (Bild: shutterstock.com)

In einer offiziellen Zeitung der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) darf die Chefredakteurin ungehindert für das Töten von ungeborenen Kindern „werben“. Das scheint nun doch einigen der, dem Zeitgeist ergebenen Evangelen zu viel des Guten zu sein. 

Ursula Ott, Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins chrismon, tritt in der Zeitung engagiert für die Abschaffung des Werbeverbot für die Tötung ungeborenen Lebens ein.

Wer über Abtreibungen informieren wolle, dürfe nicht länger drangsaliert werden

Wie idea berichtet, schrieb Ott in ihrem Artikel bei „chrismon“: Wer über Abtreibungen informieren wolle, dürfe nicht länger drangsaliert werden: „Bitte nicht auf die Regierungsbildung warten. SPD, FDP, Grüne, Linke – wir zählen auf euch. Und falls es Neuwahlen geben sollte – wir merken uns, wer etwas getan hat für uns Frauen und wer nicht.“ Wenn sie in eine neue Stadt ziehe, so Ott, suche sie als Erstes eine gute Frauenärztin. Dabei stelle sie sich folgende Fragen: „Interessiert sie sich nicht nur für meine Eierstöcke, sondern für mein Leben als Gesamtkunstwerk? Hilft sie mir im Notfall? Ein Notfall kann eine ungewollte Schwangerschaft sein.“

Eine Forderung, die in Leserkreisen von taz und Co. mutmaßlich mit lautem Beifall belohnt würde, scheint in der evangelischen Kirche nun für Unmut zu sorgen. Der Vorsitzenden der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Ulrich Rüß macht geltend, dass Werbung für eine Abtreibung unvereinbar mit dem christlichen Glauben sei und fordert die Evangelische Kirche Deutschland (EDK) auf, sich von der Chefredakteurin Ott zu distanzieren. Grund: „chrismon“ erscheint im Hansischen Druck- und Verlagshaus, das eine 100-prozentige Tochter des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) ist und wird in 1,6 Millionen Exemplaren überregionaler und regionaler Zeitungen beigelegt. Zu den vier Herausgebern gehören der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und seine Stellvertreterin, die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus.

Text abgändert

Wie idea berichtet, habe sich die EKD bislang durch einen erschreckenden Gleichmut hervorgetan und sich zum Thema Ott noch nicht geäußert. Ott indes habe ihren Kommentar abgeändert.   Das Wort „legal“ wurde nun entfernt. In einer Erläuterung wird darauf hingewiesen, dass Abtreibungen in Deutschland nicht legal sind, aber bei „bestimmten Ausnahmen“ straffrei bleiben. (SB)

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