Wundersame Auferstehung einer totgeglaubten Freundschaft

Foto: Imago
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Heute geriet ich beim „Zappen“ auf meinem Fernseher zufällig an eine, im großen Saal der Goslaer Kaiserpfalz abgehaltenen Presse-Veranstaltung aus Anlass des derzeit stattfindenden Besuchs des türkischen Außenministers Mevlüt Cavosoglu in Deutschland (und – spezifisch – im Privat-Domizil der bundesdeutschen Außenministers Sigmar Gabriel in der genannten niedersächsischen Stadt).

Von Quo usque tandem

Zum Zeitpunkt meines Zuschaltens sulzte Gabriel soeben (mit der für ihn charakteristischen staatstragenden Mine) über „die Erinnerung daran, was uns [sprich: Deutschland und die Türkei] verbindet“ sowie, dass man eingedenk dieser Erinnerung „wieder zu einer Annäherung finden müsse“.

Eine solche „Annäherung“ scheint in der Tat vonnöten zu sein, nachdem der derzeit den Präsidentensessel (oder in diesem Fall eher „Thron“) der Türkei einnehmende Super-Megalomane Recep Tayyip Erdogan, in jüngerer Vergangenheit und zahlreichen Fällen, Deutschland in den offensivsten Ausdrücken und mit den absurdesten Anschuldigungen beleidigt hat sowie seit Monaten in erpresserischer Absicht deutsche Staatsbürger in seinen Gefängnissen festhält.

Eine Tonart, welche auch aus dem Munde Cavoglus – der seinen deutschen Amtskollegen in Goslar plötzlich mit „lieber Sigmar“ titulierte (Retourkutsche Gabriels „mein Freund Mevlüt“) – durchaus keine Seltenheit ist – man erinnere sich lediglich an seinen Auftritt in Hamburg im März 2017, als er vom Balkon des dortigen türkischen Konsulats eine türkisch-stämmige Menge (mit und ohne deutschem Pass) de facto zu zivilem Ungehorsam gegenüber dem deutschen Staat animierte – einem Staat, in dem er sich zu diesem Zeitpunkt als Gast aufhielt.

Werter Herr Gabriel. Ist Ihnen eigentlich nicht klar, dass das plötzliche Süßholzraspeln aus Ankara, die plötzliche überbordende Herzlichkeit aus dieser Richtung, dem Umstand geschuldet ist, dass man am neo-osmanischen Sultanshof inzwischen geschnallt hat, dass man den Bogen überspannt und die Mehrzahl der europäischen Nationen gründlich gegen sich aufgebracht hat? Dass man nun versucht, die BRD – deren Bewohner und Regierung man (nicht ohne Grund) als diejenigen erachtet, die am leichtesten zu am Nasenring durch die Arena zu führen sind – jetzt zu instrumentalisieren sucht, um in Europa wieder gut Wetter für die Türkei zu machen?

Und worin, bitte, soll eigentlich die von Ihnen zitierte „Verbundenheit“ Deutschland-Türkei bestehen – abgesehen von dem kurzlebigen Liebes-Intermezzo zwischen dem säbelrasselnden Wilhelm II und dem dito Osmanen-Reich (welches auf beiden Seiten nicht primär auf „Liebe“ gegründet war)?  Soll sie in dem jahrhunderte-währenden Bestreben der osmanischen Sultane bestehen, das damalige „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ mit militärischen Mitteln ihrem Herrschaftsbereich (und nebenbei dem des Islam) einzuverleiben? In der Verwüstung deutscher Landschaften (im heutigen – damals noch Teil Deutschlands bildenden – Österreich) und der Wegführung ihrer Bevölkerung in die Sklaverei?

Oder darin, dass das Grundkonzept der Eroberung Deutschlands in türkischen Gehirnen (in vorderster Linie in dem des geistigen Erben der Osmanen-Sultane, Recep Tayyip Erdogan) keineswegs aufgegeben ist, sondern lediglich inzwischen nicht mehr mit militärischen Mitteln, sondern mit dem der progressiven Unterwanderung sowie – Sie werden meine Direktheit entschuldigen – über den emsigen Gebrauch der Geschlechtsorgane bewerkstelligt werden soll.

Hierzu – lediglich als Kostprobe – ein Zitat von Vural Öger, türkisch-deutschem Unternehmer und Abgeordnetem (na, für wen wohl? Für die SPD) in Straßburger Parlament (Hervorhebung stammt von mir): „Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann ungefähr bei 20 Millionen liegen. Das, was Kamuni Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1529 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen“. (So zitiert 2004 in Hürriyet, BILD, FOCUS und taz.)

Werter Herr Gabriel. Wir haben uns endlich dazu durchgerungen. die Türkei, ihre Eroberungs-Gelüste sowie – last-but-not- least – ihren archaischen Hang zu Unverschämtheit, Drohung und Erpressung auf Armlänge von uns wegzudrücken und nun wollen Sie das Ganze wieder rückgängig machen? Geht Sozialdemokraten eigentlich jegliche Lernfähigkeit ab? Fragen Sie sich eigentlich nicht, warum Ihre Partei in der letzten Sonntags-Umfrage zur Bundestagswahl durch die Bank bei um 20% liegt?

Wandere aus, solange es noch geht!
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