Mit Gulasch und Paprika gegen Merkel

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Die CSU hatte Ministerpräsident Victor Orbán zur Landesgruppenklausur eingeladen, um sich selbst, die unglücklich agierende Kanzlerin und die SPD auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen einzustimmen. Das ist insofern brisant, weil Martin Schulz gerade frisch gegen Ungarn gehetzt hatte.

Von Wolfgang Prabel

Auch die thüringische CDU stichelt gegen die Berliner Blutkanzlerin. Zum größten politischen Aschermittwoch Ostdeutschlands am 14. Februar 2018 hat Landeschef Mohring den als Merkelnachfolger gehandelten Staatsekretär Jens Spahn als Gastredner nach Apolda eingeladen.

Weiterhin lädt der Landesverband zu einer Pilgerfahrt am letzten Wochenende vor Ostern ein. Wohin geht die Reise? – Ausgerechnet in die Höhle des magyarischen Löwen nach Budapest. Um das Palmsonntagswochenende, vom 23. bis 26. März 2018 können CDU-Mitglieder und Reiseinteressierten die ungarische Hauptstadt kennenlernen. Mohring über die Intention:

„Vielen Thüringern fällt es leicht, gedankliche Brücken in die Stadt und in das Land an der Donau zu schlagen: Manche denken an die Heilige Elisabeth, die in Pressburg/Bratislava geborene ungarische Königstochter und Thüringer Landgräfin. Viele nun schon Ältere werden den Beitrag Ungarns zur Friedlichen Revolution, zur Einheit Deutschlands und Europas in Erinnerung haben. Der Eiserne Vorhang hob  sich zuerst zwischen Ungarn und Österreich.

Es war Otto von Habsburg, Sohn des letzten Trägers der ungarischen Stephanskrone und CSU-Abgeordneter im Europäischen Parlament, der mit dem Paneuropäischen Picknick bei Ödenburg/Sopron einen bedeutenden Anteil daran hatte. Diese heute wieder im ungarischen Parlament zu besichtigende Krone ist das Symbol für das seit mehr als 1000 Jahren christliche Ungarn. Sie stand und steht auch für den Wunsch, nach 1989/90 die selbstverständliche kulturelle Zugehörigkeit zu Europa im Beitritt zur Europäischen Union (EU) zu erneuern. Zum kulturellen Gedächtnis des Landes gehört genauso das Ringen mit dem Osmanischen Reich im 16. und 17. Jahrhundert. In die EU brachte Ungarn mit Polen, Tschechien und der Slowakei die ostmitteleuropäische Perspektive ein, zu der auch die historisch bedingte besondere Sensibilität in Fragen der nationalen Selbstbehauptung gehört.

Es gibt also viele gute Gründe in die Geschichte und Gegenwart Ungarns einzutauchen und auf Pilgerfahrt nach Budapest zu gehen. Dazu lade ich Sie herzlich ein.“

Es fängt selbst in der gleichgeschalteten FührerInnenpartei CDU an, zu rumoren. Das Statement von Mohring trägt den entstandenen außenpolitischen Verspannungen mit Augenmaß Rechnung. Gibt hier der zukünftige deutsche Außenminister seine Visitenkarte ab? Die Fahrt nach Budapest ist eine gezielte Provokation, scharfe Paprika gegen die im politischen Todeskampf wild um sich schlagende Berliner Merkelkamarilla.

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