Dänemark: „Wir werden die Ghettos zerstören“

Symbolfoto: Durch Satellite Photos/shutterstock
Dänemark wehrt sich gegen Ghettos (Symbolfoto: Durch Satellite Photos/shutterstock)

In Dänemark geht es den sogenannten Parallelgesellschaften an den Kragen. Premierminister Lars Løkke Rasmussen erklärte in seiner Neujahrsansprache, er werde zur Not auch Gebäude niederreißen, um die sozialen Probleme in den Ghettos in den Griff zu bekommen.

von Marilla Slominski

„Wir werden neue Gesetze verabschieden, mit dem Ziel die Ghettos zu beseitigen. Da wo die Probleme am größten sind, müssen wir handeln. Das kann auch heißen, dass Häuser abgerissen und die Bewohner auf andere Gebiete umverteilt werden“, so Rasmussen in seiner TV-Rede am ersten Januar.

„Wir müssen die Kette durchbrechen, nach der eine Generation nach der anderen in ihrer eigenen Parallelgesellschaft lebt. Ein Kind besitzt nur eine Kindheit, die darf nicht verschwendet werden. Es gibt Kinder und Jugendliche, die zur Umerziehung geschickt werden, wenn sie zu dänisch werden. Eltern bestrafen ihre Kinder dafür. Wir müssen als Gesellschaft den umgekehrten Weg gehen, die Kinder unterstützen und die Eltern bestrafen. Wir müssen eine durchmischte Nachbarschaft schaffen, in der Menschen mit unterschiedlicher Herkunft sich begegnen können.“

Dänemark solle ein offenes Land bleiben, für alle die ihren Teil beisteuern wollten. „Aber ich weiß, dass viele von Ihnen meine Sorgen gegenüber denjenigen teilen, die das nicht wollen. Die unsere Gastfreundschaft ausnutzen, unsere Lebensart verändern und unsere Toleranz auf´s Spiel setzen.“

Bereits im vergangenen September hatte Rasmussen angekündigt, Härte gegenüber den Parallelgesellschaften zu zeigen (jouwatch berichtete).

Die Dänische Volkspartei DF geht noch weiter. Sie stellte einen sieben-Punkte-Plan vor. Unter anderem soll in Problembezirken eine Ausgangssperre für unter 18-jährige unbeaufsichtigte Jugendliche ab 20 Uhr eingeführt werden. Ebenso schlägt die DG mehr Polizeipräsenz in den Ghettos, sowie einen vorläufigen Baustopp für weiterer Moscheen mit Minaretten vor, die in Symbol der Spaltung seien.

Im vergangenen Jahr wurden in Dänemark nur noch 3.500 Asylanträge gestellt, die niedrigste Zahl seit 2008. Die DF möchte die Konditionen für Asylsuchende auch in Zukunft strikter gestalten und beschneiden. So sollen vorrübergehend Asylberechtigte  nicht die Staatsbürgerschaft bekommen können und umgehend in ihre Heimatländer zurückkehren, wenn diese wieder sicher sind.

Seit der Wahl 2015 stellt die DF die zweitstärkste Fraktion in Dänemark und stützt eine Minderheitsregierung aus Venstre, Liberaler Allianz und Konservativer Volkspartei. Ihre Vorschläge, wie ein Grenzzaun nach ungarischem Vorbild zu Deutschland, lösten im letzten Jahr wieder hohe Empörungswellen unter Politikern und in den Mainstream-Medien aus.

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